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Türkischer Staatsbetrieb Ulaş erwartet 50 Prozent mehr Triticale-Saatgut

Der TİGEM-Betrieb Ulaş rechnet 2026 mit rund 6.000 Tonnen Triticale, nachdem regelmäßige Niederschläge die erwarteten Erträge um 50 bis 60 Prozent erhöht haben. Der Betrieb deckt etwa die Hälfte des türkischen Bedarfs an zertifiziertem Triticale-Saatgut.

Türkischer Staatsbetrieb Ulaş erwartet 50 Prozent mehr Triticale-Saatgut

Ernte beginnt nach günstigen Niederschlägen

Der staatliche Agrarbetrieb Ulaş hat in der türkischen Provinz Sivas mit der Triticale-Ernte 2026 begonnen und strebt nach regelmäßigen und rechtzeitigen Niederschlägen eine Menge von rund 6.000 Tonnen an. Der von der Generaldirektion für landwirtschaftliche Betriebe TİGEM geführte Standort erwartet gegenüber dem Vorjahr eine Produktionssteigerung von etwa 50 Prozent. Kemal Sercan Helvacıoğlu, Leiter der Pflanzenproduktion, sagte der Demirören News Agency, die Erträge könnten 50 bis 60 Prozent über denen früherer Jahre liegen, weil ausreichend Regen in geeigneten Entwicklungsphasen der Pflanzen fiel.

Fünf Mähdrescher arbeiten gleichzeitig auf den Triticale-Flächen. Nach Angaben von Mersin Haber und Haberler.com soll die Ernte rund 15 Tage dauern. Beide Publikationen beziffern die Anbaufläche auf 14.796 Dekar beziehungsweise 1.479,6 Hektar. Die Demirören News Agency nennt mit 14.790 Dekar eine geringfügig kleinere Fläche. Geerntet werden die vier Sorten Tatlıcak 97, Karmı 2006, Özer und Tatlı.

Zentraler Lieferant von zertifiziertem Saatgut

Der Betrieb Ulaş deckt laut Demirören News Agency etwa 50 Prozent des türkischen Bedarfs an zertifiziertem Triticale-Saatgut. Diese Konzentration verleiht der Ernte eine Bedeutung, die über die unmittelbar eingebrachte Getreidemenge hinausgeht. Nach der Ernte wird das Material in den Saatgutaufbereitungsanlagen des Betriebs gereinigt und behandelt. Nach Abschluss der Zertifizierung gelangt hochwertiges Saatgut über autorisierte Händler zu den Landwirten.

Triticale ist eine Kreuzung aus Weizen und Roggen und wird als Saatgut sowie als Tierfutter genutzt. In Ulaş dient die Produktion sowohl der Versorgung der Landwirte mit zertifiziertem Saatgut als auch der eigenen Tierhaltung. Helvacıoğlu zufolge erzeugt der Betrieb Triticale- und Esparsettensaatgut sowie Grünwicke und getrocknetes Luzerneheu als Raufutter. Gegenüber der Demirören News Agency erklärte er außerdem, dass der Betrieb keinen Weizen anbaut.

Trockenfeldbau bestimmt die Erträge

Der Staatsbetrieb verfügt über insgesamt 71.427 Dekar Land. Mersin Haber und Haberler.com nennen 50.042 Dekar als kultivierbar, während die Demirören News Agency 50.040 Dekar angibt. Ein großer Teil wird in einem an das Klima von Ulaş angepassten Trockenfeldbausystem mit Brache bewirtschaftet. Wegen der Abhängigkeit vom Regen entscheiden Zeitpunkt und Verteilung der Niederschläge maßgeblich über die jährlichen Erträge.

Die für 2026 erwartete Steigerung beruht damit auf besseren Wachstumsbedingungen und nicht auf einer gemeldeten Ausweitung der Triticale-Fläche. Rund 6.000 Tonnen von etwa 14.790 bis 14.796 Dekar werden eine beträchtliche Rohwarenmenge für Aufbereitung und Zertifizierung liefern. Wie viel davon als vermarktungsfähiges Saatgut verbleibt, entscheidet sich nach Reinigung, Behandlung und Zertifizierung.

Der Betrieb wurde 1944 als landwirtschaftliches Kombinat gegründet, 1950 in einen staatlichen Produktionsbetrieb umgewandelt und gehört seit 1984 zu TİGEM im Ministerium für Land- und Forstwirtschaft. Seine Aufgabe konzentriert sich auf zertifiziertes Saatgut und Futterpflanzen, die für die trockenen Bedingungen in der Zentraltürkei geeignet sind.

Für türkische Landwirte entscheidet die Ernte vor allem über die Verfügbarkeit von heimischem zertifiziertem Triticale-Saatgut im TİGEM-Händlernetz. Da etwa die Hälfte des nationalen Bedarfs an einem einzigen Betrieb hängt, bestimmen der Ablauf der 15-tägigen Ernte und die anschließende Zertifizierung, wie viel Saatgut für die nächste Aussaat bereitsteht.

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