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Tschechische Pkw-Produktion steigt um 4,4 %, elektrifizierter Anteil erreicht 40 %

Tschechische Werke fertigten im ersten Halbjahr 780.378 Pkw, 4,4 % mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte der tschechische Automobilindustrieverband mit. Elektro- und Hybridfahrzeuge stellten 40 % der Produktion, während sich Škoda Auto, Hyundai und Toyota sehr unterschiedlich entwickelten.

Tschechische Pkw-Produktion steigt um 4,4 %, elektrifizierter Anteil erreicht 40 %

Pkw-Produktion erreicht 780.378 Einheiten

Tschechische Automobilhersteller fertigten im ersten Halbjahr 780.378 Pkw und damit 4,4 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Das berichtete das Tschechische Fernsehen unter Berufung auf den tschechischen Automobilindustrieverband. Im Juni legte die Produktion im Jahresvergleich um 3,3 % zu und setzte ihr Wachstum zum Ende des Berichtszeitraums fort.

Elektro- und Hybridfahrzeuge machten 40 % aller im Land montierten Pkw aus. Darunter waren 130.356 batterieelektrische Fahrzeuge. Elektrifizierte Antriebe sind damit zu einem wichtigen Bestandteil des tschechischen Produktionsvolumens geworden, während die Werke weiterhin die Nachfrage nach Verbrennern bedienen.

Verbandspräsident Martin Jahn erklärte, Lage und Aussichten der einzelnen Hersteller unterschieden sich stärker denn je. Die Fähigkeit, auf die Nachfrage nach Verbrennern, Hybriden und reinen Elektrofahrzeugen zu reagieren, stärke zusammen mit Produktivität und Fertigungsqualität dennoch die Rolle Tschechiens in der heimischen Wirtschaft und in der europäischen Autoindustrie.

Škoda legt zu, Hyundai fährt Produktion zurück

Škoda Auto, der größte Hersteller des Landes, steigerte die Fertigung um 9,5 % auf 526.409 Fahrzeuge. Extern aufladbare Autos — batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride — stellten 25,3 % der Produktion. Škoda lieferte damit den größten absoluten Beitrag zum Wachstum der tschechischen Pkw-Fertigung.

Das Hyundai-Werk in Nošovice entwickelte sich in die Gegenrichtung. Seine Produktion sank um 9,9 % auf 135.400 Autos; fast die Hälfte davon waren elektrifizierte Fahrzeuge. Ein hoher Elektroanteil garantiert somit nicht automatisch eine steigende Werksauslastung. Entscheidend bleiben die Nachfrage nach einzelnen Modellen und der Produktionszyklus des Herstellers.

Toyotas Werk in Kolín fertigte 118.569 Fahrzeuge, 1,8 % mehr als im Vorjahr. Sämtliche Autos verfügten über einen Hybridantrieb. Die drei Werke verfolgen unterschiedliche Strategien: Škoda kombiniert Verbrenner, Plug-in-Hybride und Elektroautos, bei Hyundai nähert sich der elektrifizierte Anteil der Hälfte, und Toyotas tschechische Produktion besteht ausschließlich aus Hybriden.

Auch Nutzfahrzeuge und Motorräder legen zu

Die Busproduktion stieg um 8,2 % auf 2.984 Fahrzeuge. Iveco CR fertigte in Vysoké Mýto 2.633 Busse, SOR Libchavy lieferte 338 Fahrzeuge an den Markt und KHMC produzierte 13 Kleinbusse. Die Stückzahlen liegen weit unter denen der Pkw-Fertigung, zeigen aber eine breitere Belebung der tschechischen Fahrzeugindustrie.

Tatra Trucks produzierte in den ersten sechs Monaten 803 Lastwagen, 253 mehr als ein Jahr zuvor. Davon gingen 452 Fahrzeuge in den Export, sodass Auslandsmärkte mehr als die Hälfte der Produktion abnahmen. Jawa aus Týnec fertigte 444 Motorräder, 93 mehr als im Vorjahr, und setzte davon 162 auf dem tschechischen Markt ab.

Zwischen Januar und Juni entstanden in Tschechien zudem 11.228 Anhänger und Sattelanhänger aller Größen, ein Plus von 4,5 % im Jahresvergleich. Die Ergebnisse zeigen Wachstum in den meisten gemeldeten Fahrzeugkategorien. Die deutlichen Unterschiede zwischen den Pkw-Herstellern bleiben jedoch für Zulieferer und Kapazitätsplanung relevant.

Elektrifizierung verändert den Zulieferbedarf

Ein elektrifizierter Anteil von 40 % erweitert den Markt für Batterien, Leistungselektronik und Hybridsysteme. Gleichzeitig hält die parallele Fertigung aller Antriebsarten die Nachfrage nach konventionellen Motor- und Getriebekomponenten aufrecht. Zulieferer müssen daher mehrere Technologien gleichzeitig bedienen, weil die tschechischen Werke nicht im selben Tempo umstellen.

Die Daten der einzelnen Hersteller sind auch für Logistiker und Investoren wichtig. Aufgrund seiner Größe und seines Wachstums beeinflusst Škoda die Lieferkette besonders stark, während Hyundais Rückgang die Auslastung von Zulieferern rund um Nošovice belasten kann. Toyotas reine Hybridfertigung schafft ein stärker spezialisiertes Nachfrageprofil. Insgesamt wächst die Produktion, doch die Betriebsbedingungen unterscheiden sich deutlich nach Werk und Antriebsart.

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