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Tschechiens Alkoholkonsum sinkt, alkoholfreies Bier wächst kräftig

Tschechische Verbraucher trinken weniger Alkohol und greifen häufiger zu alkoholfreiem Bier und trinkfertigen Mischgetränken. Rohlík meldet für alkoholfreies Bier ein Plus von mehr als 25 %, während Stock Plzeň-Božkov angesichts höherer Verbrauchsteuern Millionen in alkoholärmere Produkte investiert.

Tschechiens Alkoholkonsum sinkt, alkoholfreies Bier wächst kräftig

Alkoholfreie Produkte nähern sich einem Drittel des Absatzes

Die tschechischen Verbraucher reduzieren ihren gesamten Alkoholkonsum und greifen häufiger zu alkoholfreiem Bier, alkoholärmeren Produkten und trinkfertigen Mischgetränken. Daten des Onlinehändlers Rohlík und Aussagen des Spirituosenherstellers Stock Plzeň-Božkov zeigen einen Markt, in dem traditionelle Kategorien groß bleiben, Alternativen für leichtere Konsumanlässe aber am schnellsten wachsen.

Rohlík zufolge stieg der Absatz von alkoholfreiem Bier im Jahresvergleich um mehr als 25 %. Zusammen mit aromatisierten Bieren und Radlern nähert sich das Segment einem Drittel des gesamten Bierabsatzes des Händlers. Die wichtigste Wachstumsmarke Birell legte um fast 20 % zu.

Klassische Lager- und Schankbiere stellen weiterhin mehr als die Hälfte des Rohlík-Bierabsatzes und wachsen um über 10 %. Biere kleiner und regionaler Brauereien legten um mehr als 11 % zu, während Craft-Biere der Stile IPA und APA als einziges Segment nachgaben. Mehr als neun von zehn verkauften Bieren stammen von tschechischen Marken, obwohl Importbier mit 18 % im Jahresvergleich schneller wächst.

Der Pro-Kopf-Verbrauch sinkt in allen Kategorien

Die Handelsdaten passen zum allgemeinen Rückgang des tschechischen Alkoholkonsums. Nach Angaben des tschechischen Statistikamtes, die Plzeňský deník anführte, sank der Verbrauch im betreffenden Jahr um 4,3 Liter auf 156 Liter je Einwohner. Beim Bier betrug der Rückgang 2,7 Liter auf 130,5 Liter, beim Wein 1,1 Liter auf 19,5 Liter und bei Spirituosen 0,6 Liter auf 6,1 Liter je Einwohner.

Diese Entwicklung verändert die Investitionsprioritäten der Hersteller. Stock-Plzeň-Božkov-Chefin Romana Jourdren sagte der Tschechischen Nachrichtenagentur, die Kunden verlangten eine breitere Auswahl, darunter leichte, erfrischende und gemischte Getränke. Stock investierte Millionen in trinkfertige und alkoholärmere Produkte und ergänzte etablierte Erzeugnisse um neue Geschmacksrichtungen, darunter Fernet mit Limettengeschmack und Božkov Modrá.

Die neuen Kategorien seien inzwischen ein bedeutender Teil des Stock-Geschäfts und keine bloße Ergänzung mehr, sagte Jourdren. Sie erwartet weiteres Wachstum, rechnet aber zugleich damit, dass traditionelle Marken in den kommenden zehn Jahren stark bleiben. Hersteller müssen deshalb neue Formate ausbauen, ohne die etablierten Produkte zu schwächen, die weiterhin erhebliche Umsätze liefern.

Verbrauchsteuer und Regulierung belasten die Branche

Der Nachfragewandel trifft auf eine steigende Besteuerung von Spirituosen. Die Verbrauchsteuer wurde in diesem Jahr um 5 % auf 410,50 tschechische Kronen je Liter reinen Alkohol erhöht, nachdem sie Anfang 2024 und 2025 jeweils um 10 % gestiegen war. Laut dem Verband der Spirituosenhersteller und -importeure nahm der Steuersatz zwischen 2023 und 2025 um mehr als ein Fünftel zu, während die Einnahmen aus der Spirituosensteuer zwischen 2024 und 2025 um rund 1,1 % sanken.

Die Regierung will sich stärker auf die Prävention des Alkoholkonsums konzentrieren. Das Gesundheitsministerium erwog unter anderem ein nächtliches Verkaufsverbot in kleinen Lebensmittelgeschäften und an Tankstellen. Jourdren warnte, weitere Beschränkungen könnten den Schwarzmarkt, grenzüberschreitende Einkäufe oder den Wechsel zu minderwertigen Produkten fördern. Für Hersteller und Händler ist die geschäftliche Reaktion dennoch klar: Die Kernpositionen bei Lagerbier und Spirituosen sichern und zugleich mehr Kapazität, Regalfläche und Produktentwicklung auf alkoholfreie, alkoholärmere und trinkfertige Angebote ausrichten.

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