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Trump erhöht globalen US-Zoll auf 15 % nach Schlappe vor dem Supreme Court

Präsident Trump erklärte, die USA würden ihren neuen globalen Zoll von 10 % auf 15 % anheben – einen Tag, nachdem der Supreme Court mit 6 zu 3 Stimmen entschieden hatte, dass sein Einsatz von Notstandsbefugnissen zur Verhängung früherer Zölle verfassungswidrig war. Der neue Satz, der auf einer anderen Rechtsgrundlage beruht, liegt niedriger als viele der länderspezifischen Zölle des vergangenen Jahres, für einige Handelspartner jedoch höher. Brüssel erklärt unterdessen, die Auswirkungen auf die EU-Wirtschaft würden begrenzt bleiben.

Trump erhöht globalen US-Zoll auf 15 % nach Schlappe vor dem Supreme Court

Neuer Zollsatz folgt auf scharfe Rüge des Supreme Court

Präsident Donald Trump erklärte am Samstag, er werde den einen Tag zuvor angekündigten globalen Zoll von 10 % auf 15 % anheben, und bezeichnete die Erhöhung als „mit sofortiger Wirkung". Der Schritt erfolgte einen Tag, nachdem der Supreme Court mit 6 zu 3 Stimmen entschieden hatte, dass Trump seine Befugnisse überschritten habe, indem er Zölle auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängte – eines Gesetzes aus dem Jahr 1977, das nationalen Notständen vorbehalten ist, wie CNN und die Los Angeles Times berichteten.

Trump hatte am Freitag eine Executive Order unterzeichnet, mit der er auf Grundlage von Section 122 des Bundeshandelsrechts eine 10-prozentige Abgabe auf Importe aus aller Welt verhängte. Der Zoll sollte laut Los Angeles Times am Dienstag um 12:01 Uhr ET in Kraft treten – demselben Tag wie seine Rede zur Lage der Nation. Präsidenten können unter Section 122 Zölle von bis zu 15 % verhängen, doch solche Abgaben sind laut CNN befristet und benötigen nach 150 Tagen die Zustimmung des Kongresses.

Reaktionen auf das Urteil

Trump bezeichnete die Entscheidung des Supreme Court laut Los Angeles Times als „zutiefst enttäuschend" und kritisierte die Richter, die gegen ihn entschieden hatten – darunter zwei seiner eigenen Ernennungen, Neil Gorsuch und Amy Coney Barrett. Die abweichenden Richter Brett Kavanaugh, Clarence Thomas und Samuel Alito lobte er hingegen. Das Weiße Haus reagierte laut beiden Medien nicht auf Anfragen dazu, wann der 15-Prozent-Satz formell in Kraft treten solle.

Gewinner und Verlierer unter den Handelspartnern

Für viele Länder liegt der neue 15-Prozent-Satz niedriger als die Abgaben, die unter den vom Gericht gekippten Zöllen galten. Joe Brusuelas, Chefökonom bei RSM US, sagte CNN, dass Brasilien, Kanada, China, Indien, Indonesien, Mexiko und Südafrika unter dem neuen Satz niedrigere Zölle zahlen würden; Brasilien und Indien hatten zuvor Abgaben von bis zu 50 % gezahlt, China sogar von bis zu 145 %.

  • Brasilien, Indien und andere asiatische Länder, die Handelsabkommen mit der Trump-Administration geschlossen haben, seien „vorübergehend Gewinner", sagte Kyle Handley, Wirtschaftsprofessor an der University of California, San Diego, laut CNN.
  • Argentinien, Australien, Saudi-Arabien und das Vereinigte Königreich würden laut Brusuelas höheren Zöllen als zuvor gegenüberstehen.
  • Stahl- und Aluminiumzölle, die auf Grundlage der separaten Section 232 verhängt wurden, bleiben laut CNN von der Änderung unberührt.

Die Brussels Times berichtete, dass die Erhöhung der US-Zölle voraussichtlich nur begrenzte Auswirkungen auf die Brüsseler Wirtschaft haben werde, was darauf hindeutet, dass der praktische Effekt auf die Europäische Union moderat ausfallen dürfte.

Kaum Entlastung für Verbraucher, keine Klarheit über Rückerstattungen

Finanzminister Scott Bessent erklärte am Freitag bei einer Veranstaltung des Economic Club of Dallas, Verbraucher, die bereits höhere Preise gezahlt hätten, würden durch etwaige Zollanpassungen wohl kaum Entlastung erfahren. „Ich habe das Gefühl, dass die Amerikaner davon nichts spüren werden", sagte er laut CNN. Handley zufolge könnten die Preise für bereits im Handel befindliche Importwaren sinken, sobald die Lagerbestände abverkauft seien, „aber allzu viel Entlastung wird es nicht geben".

Aus Bundesdaten geht hervor, dass das Finanzministerium bis Dezember mehr als 133 Milliarden US-Dollar aus den auf Grundlage der IEEPA verhängten Zöllen eingenommen hatte, wie die Los Angeles Times unter Berufung auf die Associated Press berichtete. Das Urteil des Supreme Court ging nicht darauf ein, was mit den bereits eingenommenen Geldern geschehen soll. Die Demokraten im House Ways and Means Committee warfen Trump vor, dem „amerikanischen Volk die Taschen auszuräumen", während Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom laut Los Angeles Times erklärte, Trump „kümmert sich nicht um euch". Trump kündigte an, seine Regierung werde in den kommenden Monaten weitere „rechtlich zulässige" Zölle festlegen und erlassen – möglicherweise unter Rückgriff auf weitere handelsrechtliche Befugnisse wie Untersuchungen nach Section 232 oder Section 301.

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