Feuchtigkeitsdefizit senkt Russlands Erbsenerträge 2026 um bis zu 15 Prozent
Die russischen Erbsenerträge sanken gegenüber 2025 um 12–15 Prozent, nachdem Trockenheit und ungewöhnliche Wärme wichtige Anbauregionen getroffen hatten. Bei Kichererbsen und Bohnen betrug das Minus 18–22 Prozent; die Erbsenernte wird auf 4,1–4,2 Millionen Tonnen geschätzt.
Niederschläge erreichen nur 65–75 Prozent des langjährigen Mittels
Ein ausgeprägtes Feuchtigkeitsdefizit hat in der Saison 2026 die Erträge von Hülsenfrüchten in Russlands wichtigsten Anbaugebieten gedrückt. Laut zol.ru beliefen sich die Niederschläge von März bis August in den Föderationskreisen Südrussland, Wolga und Zentralrussland auf lediglich 65–75 Prozent des langjährigen Mittels.
Die Temperaturen lagen im Sommer zudem 1,5–2,0°C über der Klimanorm. Geringe Niederschläge und höhere Temperaturen verschärften gemeinsam den Mangel an Bodenfeuchtigkeit in wichtigen Entwicklungsphasen der Pflanzen.
Erbsen, Kichererbsen und Bohnen waren betroffen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Dem Bericht zufolge verzeichneten Kichererbsen und Bohnen prozentual größere Verluste, weil sie einen höheren Feuchtigkeitsbedarf haben.
Erträge im Süden bleiben unter den Planzahlen
In der Region Rostow und der Region Krasnodar ließen das Feuchtigkeitsdefizit im Frühjahr und niedrige Temperaturen im April den Erbsenertrag auf 15,2 Dezitonnen je Hektar sinken. Geplant waren 18,5 Dezitonnen je Hektar, womit das Ergebnis 3,3 Dezitonnen darunter lag.
Der Kichererbsenertrag im Föderationskreis Südrussland fiel auf 9,8 Dezitonnen je Hektar gegenüber geplanten 12,0 Dezitonnen. Bei Bohnen wurden 10,5 Dezitonnen je Hektar erreicht, verglichen mit einem Planwert von 14,0 Dezitonnen.
Kleine Betriebe sind solchen Wetterbedingungen besonders stark ausgesetzt. Auf sie entfallen laut zol.ru 60–70 Prozent der Produktion. Fehlende Bewässerungssysteme machten das Saisonwetter für ihre Rentabilität zum entscheidenden Faktor. Die Zahlen verdeutlichen das Produktionsrisiko für Betriebe, deren Ergebnisse unmittelbar vom Niederschlag abhängen.
Prognose für Erbsenernte auf 4,1–4,2 Millionen Tonnen begrenzt
Im russischen Durchschnitt sanken die Erbsenerträge gegenüber 2025 um 12–15 Prozent. Bei Kichererbsen und Bohnen betrug der Rückgang 18–22 Prozent. Die Ertragseinbußen gehörten zu den wichtigsten Faktoren, die die prognostizierte Bruttoernte bei Erbsen auf 4,1–4,2 Millionen Tonnen begrenzten.
Aus einem niedrigeren Ertrag allein lässt sich nicht ableiten, welche Menge für den Export verfügbar sein wird. Die Quelle nennt keine Zahlen zu Erntefläche, Inlandsverbrauch, Lagerbeständen oder Lieferverpflichtungen. Dennoch schrumpft damit die Produktionsbasis, aus der Verarbeiter, inländische Käufer und Exporteure in dieser Saison Erbsen beziehen können.
Auch für die Wirtschaftlichkeit der Betriebe ist die Differenz zwischen Plan- und Ist-Erträgen relevant. Ohne Bewässerung haben Landwirte bei unterdurchschnittlichem Niederschlag weniger Möglichkeiten, ihre Produktion abzusichern. Händler und Verarbeiter müssen daher Erntefortschritt und regionale Verfügbarkeit beobachten; das Exportpotenzial hängt davon ab, wie die Ernte zwischen Inlandsnachfrage und Auslandsverkäufen aufgeteilt wird.