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Transavia investiert 150 Millionen Euro in rumänisches Tiernahrungswerk

Der rumänische Geflügelproduzent Transavia investiert 763 Millionen Lei beziehungsweise rund 150 Millionen Euro in ein Tiernahrungswerk in Ciugud im Kreis Alba. Die Anlage soll Trocken- und Nassfutter für Hunde und Katzen herstellen und jährlich mehr als 11 Millionen Tiere versorgen können.

Transavia investiert 150 Millionen Euro in rumänisches Tiernahrungswerk

Transavia steigt in die Tiernahrungsproduktion ein

Transavia, Rumäniens größter Geflügelproduzent, stellt 763 Millionen Lei beziehungsweise rund 150 Millionen Euro für den Neubau eines Tiernahrungswerks in Ciugud im Kreis Alba bereit. Nach Angaben von Profit.ro soll es die größte Produktionsstätte für Heimtierfutter in Rumänien und eines der modernsten Werke seiner Art in Europa werden.

Das Unternehmen bezeichnet das Vorhaben als Rekordinvestition sowohl für Transavia als auch für die rumänische Lebensmittelindustrie. Finanziert wird es vollständig aus eigenen Mitteln und reinvestierten Gewinnen. Eine externe Finanzierung wurde nicht genannt.

Das Werk soll ein vollständiges Sortiment an Trocken- und Nassfutter für Hunde und Katzen produzieren. Transavia zufolge basieren die Produkte auf wissenschaftlich entwickelten Rezepturen und frischen Zutaten. Zugleich soll die neue Sparte Synergien mit dem bestehenden Geflügelgeschäft nutzen. Die geplante Kapazität reicht für die jährliche Versorgung von mehr als 11 Millionen Hunden und Katzen; eine Tonnage und einen Eröffnungstermin nannte das Unternehmen jedoch nicht.

Ausländische Ware dominiert den heimischen Markt

Die Investition eröffnet Transavia Wachstumsmöglichkeiten auf dem rumänischen Tiernahrungsmarkt, dessen Volumen sich 2024 auf rund 1 Milliarde Euro belief. Das zeigen Euromonitor-Daten, die vom Unternehmen und von Profit.ro angeführt wurden. Gegenüber 2023 wuchs der Markt um 9,7 %. Hundefutter stand für 63 % des Marktwerts, Katzenfutter für 37 %.

Die heimische Produktion spielt in den modernen Einzelhandelskanälen bislang nur eine geringe Rolle. Laut Transavia stammen weniger als 3 % der dort angebotenen Tiernahrung aus Rumänien. Die Kombination aus einem Marktvolumen von 1 Milliarde Euro und dem niedrigen Anteil lokaler Ware schafft Raum für Importsubstitution, sofern rumänische Hersteller die Anforderungen des Handels an Qualität, Mengen und Lieferzuverlässigkeit erfüllen.

Transavia hatte den Einstieg bereits vor der Werksankündigung vorbereitet. Profit.ro berichtete im Februar 2024, dass das Unternehmen fünf Marken beim rumänischen Staatlichen Amt für Erfindungen und Marken registriert hatte. Die Anmeldungen deuteten auf Pläne für Tiernahrung, Nahrungsergänzungsmittel, Spielzeug und Zubehör wie Halsbänder, Leinen, Kissen und Schlafunterlagen hin.

Geflügelgeschäft stützt europäische Ambitionen

Das Unternehmen ist bereits auf fast 30 Auslandsmärkten aktiv. Es will zu einem führenden europäischen Tiernahrungsanbieter werden und unter die zehn größten internationalen Hersteller aufsteigen. Die bestehende Industriebasis produziert jährlich rund 120.000 Tonnen Geflügelfleisch und umfasst mehr als 30 Geflügelfarmen, vier Ackerbaubetriebe, drei Schlachthöfe, ein Mischfutterwerk und einen Fleischverarbeitungsbetrieb. Damit verfügt die neue Sparte über Produktionserfahrung und Anknüpfungspunkte bei der Rohstoffversorgung.

Transavia erzielte 2024 einen Umsatz von 1,12 Milliarden Lei, 10 % mehr als 2023. Der Nettogewinn stieg um 33 % auf 277,3 Millionen Lei. Das Unternehmen erwartet, dass die Investitionen in Geflügel und Tiernahrung das EBITA innerhalb von zwei bis drei Jahren nach Inbetriebnahme des neuen Werks und dem Verkaufsstart von derzeit mehr als 100 Millionen Euro auf rund 250 Millionen Euro erhöhen. Der Umfang des Projekts in Ciugud macht Tiernahrung damit zu einem zweiten großen Geschäftsfeld und nicht nur zu einer begrenzten Ergänzung des Geflügelportfolios.

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