← Zurück zu den Nachrichten

Togo eröffnet Vermarktungssaison 2026/27 für Kaffee und Kakao bei schwächerem Export

Togo hat die Vermarktungssaison 2026/27 für Kaffee und Kakao eröffnet, während niedrigere Weltmarktpreise und unverkaufte Bestände den Markt belasten. Ein Entwicklungsprogramm über 23,25 Milliarden CFA-Franc soll die Erträge bestehender Plantagen steigern.

Togo eröffnet Vermarktungssaison 2026/27 für Kaffee und Kakao bei schwächerem Export

Neue Saison beginnt in Kpalimé

Togos Koordinierungsausschuss für die Kaffee- und Kakaobranche, CCFCC, hat am Freitag in Kpalimé die Vermarktungssaison 2026/27 eröffnet. Damit steht der Handelsrahmen für zwei traditionelle Exportkulturen, die besonders in der Region Plateaux weiterhin eine wichtige Einkommensquelle für zahlreiche landwirtschaftliche Betriebe bilden.

Kaffee und Kakao gehören nach Baumwolle zu den wichtigsten Agrarausfuhren Togos. Der Anbau beider Kulturen konzentriert sich vorwiegend auf die Region Plateaux, die deshalb auch das Zentrum der Sammel-, Verarbeitungs- und Einkaufsnetze ist. Nach Angaben der Direktion für Agrarstatistik, über die AllAfrica berichtete, erwirtschaften beide Branchen 1,4 % des Bruttoinlandsprodukts und 5,5 % des Agrarsektors. Fast 40.000 Erzeuger bewirtschaften auf mehr als 72.000 Hektar ihre Einkommensgrundlage.

Exportwachstum trifft auf schwächeren Weltmarkt

Die jüngsten Exportdaten weisen eine deutliche Zunahme der vermarkteten Mengen aus. In der Saison 2023/24 exportierte Togo 2.618 Tonnen Kaffee und 11.182 Tonnen Kakao. 2024/25 stiegen die Lieferungen auf 4.400 Tonnen Kaffee und 24.000 Tonnen Kakao. AllAfrica bezifferte den Zuwachs in beiden Branchen auf etwa 50 %, obwohl sich die gemeldeten Mengen bei Kaffee und Kakao unterschiedlich entwickelten.

Die Dynamik reagiert jedoch empfindlich auf internationale Preisbewegungen. Im Januar 2026 lagen die Erzeugerpreise für Kaffee bei rund 1.800 CFA-Franc je Kilogramm und für Kakao zwischen 1.500 und 1.800 CFA-Franc je Kilogramm. Der anschließende Rückgang der Weltmarktpreise bremste die Exporte erheblich und verschlechterte das Verkaufsumfeld für Erzeuger, Händler und Käufer.

Besonders deutlich zeigte sich die Veränderung bei Kakao. Bis Ende Januar 2025 waren mehr als 10.000 Tonnen exportiert worden, gegenüber rund 5.000 Tonnen zum gleichen Zeitpunkt 2026. Nach Angaben des CCFCC führte die Verlangsamung zu etwa 1.500 Tonnen unverkaufter Lagerbestände. In der neuen Saison müssen die Marktteilnehmer diese Vorräte aufnehmen, während zugleich frische Ernte in die Vermarktung gelangt.

Höhere Erträge ohne zusätzliche Anbauflächen

Togo setzt auf eine höhere Pflanzdichte und Produktivität bestehender Plantagen statt auf eine Ausweitung der Anbauflächen. Ziel ist es, die Erträge zu steigern, ohne die Entwaldung zu verschärfen. Damit rücken die Erneuerung der Plantagen, die Bestandsdichte und die Produktionsleistung ins Zentrum der Branchenpolitik, während die Rodung weiterer Flächen begrenzt werden soll.

Die Strategie ist Bestandteil der 2024 gemeinsam mit der Europäischen Union verabschiedeten Entwicklungspläne für die Kaffee- und Kakaobranche, PDCC. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 23,25 Milliarden CFA-Franc. Die Pläne betreffen Produktivität, Marktzugang, Umwelt und Finanzierung. Ihre Umsetzung ist sowohl für Landwirte mit Bedarf an höheren Erträgen als auch für Käufer wichtig, die verlässliche Mengen vermarktungsfähiger Bohnen benötigen.

Kontrollen in der Vermarktung bleiben wichtig

Der CCFCC hat zudem die Kontrollen vor Ort verstärkt und seine Maßnahmen gegen Schmuggel ausgeweitet. Dadurch soll die Aufsicht über die Vermarktungskette verbessert werden, denn Preisunterschiede können Ernten aus den formellen Einkaufskanälen abziehen.

Die Saison 2026/27 beginnt somit nach einem starken Wachstum der erfassten Exporte, aber in einer Phase langsamerer Verkäufe und gestiegener Kakaobestände. Für Erzeuger und Handelsunternehmen wird sich zeigen, ob Produktivitätsmaßnahmen, ein besserer Marktzugang und strengere Kontrollen den formellen Handel stützen können, während die Weltmarktpreise das Tempo der Ausfuhren vorerst begrenzen.

Vollständige Marktanalyse

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.