Thrace Plastics investiert bis zu 25 Millionen Euro und expandiert nach Ozeanien
Thrace Plastics plant für 2026 Investitionen von 20–25 Millionen Euro, darunter 14,59 Millionen Euro für den Ausbau des Verpackungswerks in Xanthi. Mit der Übernahme von BHA Holdings erschließt die griechische Gruppe zudem Australien und Neuseeland.
Investitionen stärken die Produktion in Griechenland
Thrace Plastics bereitet für 2026 ein Investitionsprogramm von 20–25 Millionen Euro vor. Es verbindet zusätzliche Produktionskapazitäten in Griechenland mit neuen Maschinen, Automatisierung und Robotik. Nach Angaben von Pagenews.gr will die Gruppe die Produktion dort erhöhen, wo die Nachfrage besonders hoch ist, und zugleich die Betriebskosten senken.
Im Zentrum steht der Ausbau des Werks für Kunststoffverpackungen in Xanthi für 14,59 Millionen Euro. Das Vorhaben wurde in das griechische Entwicklungsgesetz aufgenommen und soll eine steuerliche Förderung von 7,29 Millionen Euro erhalten. Das entspricht 50% der förderfähigen Kosten. Das Projekt stärkt die heimische Produktionsbasis, wobei der konkrete Kapazitätszuwachs nicht genannt wurde.
Der Schwerpunkt des Programms liegt auf starren Verpackungen, bei denen die Gruppe eine starke Nachfrage verzeichnet. Zusätzliche Anlagen und ein höherer Automatisierungsgrad sollen die Produktion steigern und die Kosteneffizienz verbessern. Für die griechische Kunststoffindustrie bedeutet das Projekt neue industrielle Ausgaben in einer von petrochemischen Rohstoffen abhängigen Wertschöpfungskette.
BHA schafft eine Plattform in Ozeanien
Parallel dazu expandiert Thrace Plastics über Europa hinaus. Die Gruppe schloss am 30. März über eine Tochtergesellschaft die Übernahme von 100% der australischen BHA Holdings Pty Ltd ab. BHA ist mit Gesellschaften in Australien und Neuseeland aktiv und verfügt über mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Verpackungsbranche.
Das Unternehmen ist unter anderem auf flexible Schüttgutbehälter, sogenannte FIBCs, sowie auf Lösungen für Lagerung und Materialtransport spezialisiert. Zu den Abnehmerbranchen gehören Landwirtschaft, Bergbau, Chemie und Lebensmittel. Thrace Plastics zufolge erweitert die Transaktion die Präsenz in Australien und Neuseeland, stärkt die Position bei FIBCs und schafft Synergien mit dem bestehenden Geschäft.
Die Übernahme verschafft der griechischen Gruppe eine Geschäfts- und Betriebsbasis näher an den Kunden in Ozeanien. Damit könnte sie ihre Abhängigkeit von Exporten über große Entfernungen verringern und ein breiteres Produktsortiment vor Ort vertreiben. Pagenews.gr nennt weder den Kaufpreis noch Finanzzahlen von BHA, weshalb sich der unmittelbare Ergebnisbeitrag nicht beziffern lässt.
Bessere Ergebnisse tragen die Expansion
Dem Investitionsprogramm gingen stärkere Ergebnisse im Jahr 2025 voraus. Der Konzernumsatz stieg gegenüber 370,4 Millionen Euro im Jahr 2024 um 5,2% auf 389,6 Millionen Euro. Die Absatzmenge nahm um 7,2% zu. Das EBITDA wuchs um 17% auf 48,4 Millionen Euro, der Vorsteuergewinn um 45,1% auf 19,9 Millionen Euro.
Im ersten Quartal erreichte der Umsatz 100,3 Millionen Euro. Der Verpackungsumsatz stieg um 17,8%, während sich das EBITDA des Segments mit einem Plus von 97,3% fast verdoppelte. Bei technischen Geweben legte das EBITDA trotz verhaltener Nachfrage in einigen Märkten um 38,8% zu. Damit liefert das Verpackungsgeschäft den stärksten Impuls für die Investitionen in starre Verpackungen und FIBCs.
Rohstoffrisiken bleiben bestehen
Die Krise im Nahen Osten bleibt ein Risiko für einen Hersteller, der auf petrochemische Rohstoffe angewiesen ist. Schwere Störungen der internationalen Lieferketten könnten sowohl die Verfügbarkeit als auch die Preise beeinflussen. Das Management hat nach eigenen Angaben die benötigten Rohstoffmengen für die kommenden Monate gesichert, bezeichnet das Preisumfeld jedoch als schwierig.
Eurobank Equities erwartet für 2026 ein Umsatzwachstum von rund 9% und ein EBITDA-Plus von rund 18%. Die Integration von BHA soll zudem eine neue Wachstumsplattform in Australien und Neuseeland schaffen. Das Kursziel für die Thrace-Plastics-Aktie wurde auf 8 Euro angehoben. Entscheidend sind nun die Umsetzung in Xanthi, die Integration von BHA und die Kontrolle der Rohstoffkosten ohne Margenverlust.