Thailands Palmölernte sinkt nach Dürre um 20 bis 30 Prozent
Thailands Ölpalmenproduktion liegt nach Dürre und El Niño 20 bis 30 Prozent unter dem Normalniveau. Frische Fruchtbündel kosten inzwischen 9,80 Baht je Kilogramm, während die Erzeuger marktgerechte Preise für abgefülltes Palmöl fordern.
Dürre verschärft den Wettbewerb um Rohmaterial
Der thailändische Palmölmarkt verknappt sich, weil frühere Dürre und El Niño die Anlieferungen an die Verarbeiter belasten. Laut Than Settakij liegt die Ölpalmenproduktion 20 bis 30 Prozent unter dem Normalniveau. Besonders betroffen ist das südliche Hauptanbaugebiet des Landes.
Manat Phuttharat, Präsident des thailändischen Verbands der Ölpalmenbauern, sagte der Publikation, dass in der zweiten Jahreshälfte 2026 voraussichtlich nur rund 1,1 Millionen Tonnen Ölpalmenproduktion am Markt verfügbar sein werden. Der Rückgang hat eine saisonale Lücke bei der Bildung von Fruchtbündeln verursacht und lässt den Mühlen weniger Rohmaterial als üblich.
Extraktionsanlagen und Sammelstellen konkurrieren daher intensiver um frische Fruchtbündel. Die Ankaufspreise sind auf 9,80 Baht je Kilogramm gestiegen. Die Landwirte erzielen damit einen höheren Stückpreis, während die Verarbeiter steigende Rohstoffkosten und bei unzureichenden Mengen eine geringere Auslastung verkraften müssen.
Höhere Preise gleichen Mengenverluste aus
Nach Angaben von Manat ist der gestiegene Fruchtpreis kein außerordentlicher Gewinn für die Erzeuger. Die höheren Einnahmen je Kilogramm gleichen im Wesentlichen den Rückgang der verkaufsfähigen Menge um 20 bis 30 Prozent aus. Teurere Lieferungen führen deshalb nicht zwangsläufig zu einem entsprechenden Anstieg des gesamten Betriebseinkommens.
Das geringere Angebot erschwert zudem die Preisbildung in den nachgelagerten Stufen. Das Handelsministerium kann den Preis für abgefülltes Speisepalmöl beeinflussen, das für Verbraucher politisch sensibel ist. Die Bauern befürchten, dass Einzelhandelspreise unterhalb des durch die Rohstoffkosten gerechtfertigten Niveaus die Last der Verbraucherentlastung auf Plantagen und Verarbeiter verlagern.
Manat forderte die Regierung auf, den Preis für abgefülltes Palmöl innerhalb einer realistischen Obergrenze freizugeben und auf Angebot und Nachfrage reagieren zu lassen. Haushalte mit niedrigem Einkommen könnten stattdessen gezielt über Thailands staatliche Sozialkarte oder das Blue-Flag-Programm für verbilligte Waren unterstützt werden.
Bestandsdaten werden die Marktsteuerung bestimmen
Die Debatte hängt teilweise davon ab, wie viel Palmöl bereits im Inlandssystem lagert. Die Echtzeitmeldung der Bestände läuft weiter. Unternehmen übermitteln fortlaufend Lagerdaten, damit Regierung und Marktteilnehmer die aktuelle Versorgungslage beurteilen können.
Verlässliche Zahlen werden zeigen, ob sich die Knappheit auf frische Früchte beschränkt oder bereits die Verfügbarkeit von raffiniertem Speiseöl beeinträchtigt. Sie beeinflussen außerdem Entscheidungen über Einzelhandelspreise und Maßnahmen zum Ausgleich der Interessen von Bauern, Ölmühlen und Verbrauchern.
Für die Mühlen besteht die unmittelbare Aufgabe darin, trotz der schwachen Ernte genügend Früchte für den Betrieb ihrer Extraktionslinien zu sichern. Den Landwirten bietet der Preis von 9,80 Baht einen teilweisen Schutz vor den Mengenverlusten, doch ihr Einkommen hängt von der Dauer des Produktionsrückgangs ab. Entscheidend für den Markt in der zweiten Jahreshälfte 2026 werden daher die Erholung der Ernte, bestätigte Lagerbestände und die Reaktion der Regierung auf die Forderung nach flexibleren Preisen für abgefülltes Öl sein.