Thailand zielt auf größeren Anteil am japanischen Bananenimportmarkt
Thailand verstärkt die Vermarktung hochwertiger Bananen in Japan, das jährlich rund 1 Million Tonnen Frischbananen importiert. Japanische Importeure sollen thailändische Anbaugebiete besuchen und dort Landwirte und Lieferanten treffen.
Thailand sucht Platz in einem großen Importmarkt
Thailand will seinen Anteil am japanischen Markt für Frischbananen erhöhen und zugleich den Absatz thailändischer Agrar- und Lebensmittel ausbauen. Japan importiert laut Thansettakij jährlich rund 1 Million Tonnen Frischbananen. Damit ist das Land ein bedeutender Zielmarkt für Erzeuger und Exporteure, die seine Qualitätsanforderungen erfüllen können.
Mehr als 80% der japanischen Bananenimporte stammen aus Mitgliedstaaten des Verbands Südostasiatischer Nationen. Diese Beschaffungsstruktur verschafft Thailand regionale Nähe, bringt seine Anbieter aber in direkte Konkurrenz zu etablierten Exporteuren aus Südostasien. Es geht deshalb nicht nur um Nachfrage, sondern auch um den Nachweis gleichbleibender Qualität, ausreichender Mengen und zuverlässiger Lieferungen.
Die stellvertretende Ministerpräsidentin und Handelsministerin Suphajee Suthumpun besprach die Exportinitiative bei einem Japanbesuch. Sie traf Pimjai Matsumoto, ehrenamtliche Beraterin für internationalen Handel, und Nobuo Shirahama, einen japanischen Spezialisten für die Entwicklung des Bananensektors. Im Mittelpunkt standen Marktdaten und die bisherigen Fortschritte bei der Einführung hochwertiger thailändischer Bananen.
Importeure sollen Anbaugebiete besuchen
Thailands Behörde zur Förderung des internationalen Handels plant eine Reise japanischer Importeure in thailändische Bananenanbaugebiete. Die Einkäufer sollen Landwirte und Unternehmen treffen, Produktionsbedingungen prüfen und mögliche Lieferanten bewerten. Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen und aus der Vermarktung konkrete Bestellungen zu entwickeln.
Der direkte Kontakt mit den Erzeugern ist wichtig, denn Japans hohe Nachfrage garantiert Thailand noch keinen Marktanteil. Anbieter müssen zeigen, dass Produktion, Nacherntebehandlung und kaufmännische Koordination wiederkehrende Geschäfte ermöglichen. Landwirte und Exporteure können bei den Besuchen die Anforderungen der Käufer klären, bevor sie zusätzliche Flächen, Arbeit und Logistik für höhere Mengen einsetzen.
Die Initiative setzt auf Premiumbananen und nicht allein auf Mengenwettbewerb. Japans jährlicher Importbedarf eröffnet einen großen Absatzraum. Da jedoch mehr als vier Fünftel der Einfuhren bereits aus ASEAN-Ländern kommen, müssen thailändische Exporteure Aufträge von Anbietern aus derselben Region gewinnen. Entscheidend werden dauerhafte Beschaffungsverträge statt einzelner Werbelieferungen sein.
Thailändische Früchte sind bereits bekannt
Während ihres Aufenthalts nahm Suphajee außerdem an einer Verkaufsaktion für thailändische Lebensmittel und Früchte in einer AEON-Filiale in Narita teil. Thansettakij meldete großes Interesse an thailändischen Produkten, insbesondere an Durian, deren Akzeptanz und Beliebtheit weiter zunimmt. Auch Mangostan, Pomelo, Lebensmittel und Snacks aus Thailand fanden vor allem an Wochenenden Käufer.
Die Ministerin besuchte zudem das thailändische Restaurant Kaew Jai in der Präfektur Chiba. Es trägt das Thai-SELECT-Siegel und serviert seit mehr als 25 Jahren traditionelle thailändische Küche. Die Bekanntheit thailändischer Früchte und Speisen bietet eine Grundlage für die Bananenwerbung. Bananen stellen jedoch andere Anforderungen an Lieferkette und Einkauf als Restaurantgerichte oder höherpreisige Tropenfrüchte. Nun muss Thailand diese Bekanntheit in regelmäßige Verträge in einem Markt mit rund 1 Million Tonnen Jahresimport verwandeln.