Thailand verlängert Preisregelung für Futtermais, Erhöhung bleibt offen
Thailand lässt die geltenden Ankaufregeln für heimischen Futtermais bis zu einer neuen Bekanntmachung in Kraft. Nach der Vertagung einer Erhöhung von 7,05 auf 7,50 Baht je Kilogramm sollen strittige Kostendaten bis zum 31. August 2026 geprüft werden.
Bestehende Preisstruktur bleibt in Kraft
Thailand hat die geltende Regelung für den Ankauf von heimischem Futtermais verlängert, während die Behörden Produktionskosten neu bewerten und über einen neuen Preis beraten. Das nationale Komitee für Futtermais-Politik und -Management billigte die Fortführung, nachdem die bisherige Bekanntmachung des Handelsministeriums am 31. Juli 2026 ausgelaufen war, berichten The Bangkok Insight und Thai Post.
Die bisherigen Regeln und die Preisstruktur gelten bis zur Veröffentlichung einer neuen Bekanntmachung weiter. Ein Vorschlag, den Ankaufpreis von 7,05 auf 7,50 Baht je Kilogramm anzuheben, wurde nicht beschlossen und stieß bei Landwirten auf Kritik. Die Verlängerung soll eine Regelungslücke verhindern, während Regierung, Erzeuger und Futtermittelhersteller eine gemeinsame Datengrundlage für eine Anpassung suchen.
Den Vorsitz führte die stellvertretende Ministerpräsidentin und Handelsministerin Suphajee Suthumpun. Vertreten waren der Nationale Bauernrat, Futtermittelhersteller, Verbände der Vieh- und Aquakulturwirtschaft sowie Behörden. Im Mittelpunkt stand die Unterstützung der Maiserzeuger, ohne die Futtermittel-, Tierhaltungs- und Verbrauchermärkte übermäßig zu belasten.
Uneinigkeit über Kosten verzögert neuen Preis
Der Streit dreht sich vor allem um die Produktionskosten. Bauernvertreter melden steigende Ausgaben, während die Daten des Amtes für Agrarökonomie einen Rückgang ausweisen. Suphajee erklärte, ein neuer Ankaufpreis könne erst festgelegt werden, wenn die Ausgangsdaten die tatsächliche Lage abbildeten und von den Beteiligten akzeptiert würden.
Das Amt für Agrarökonomie soll die Angaben gemeinsam mit dem Nationalen Bauernrat, dem thailändischen Futtermittelverband, Vertretern der Vieh- und Aquakulturwirtschaft sowie weiteren Behörden bis zum 31. August 2026 prüfen. Untersucht werden Betriebskosten, Ertrag je Rai, Belastungen der Verarbeiter, Marktlage, Nachfrage und alternative Futtermittelrohstoffe. Die Ergebnisse sollen die Grundlage für die nächste Preisentscheidung bilden.
Das Ministerium für Landwirtschaft und Genossenschaften soll zudem Saatgut, Erntequalität, Produktionseffizienz, Kosten und Möglichkeiten zur Steigerung der Flächenerträge untersuchen. Bestätigt die Prüfung höhere Kosten für die Ernte 2026/27, soll das Ministerium in Abstimmung mit den zuständigen Stellen und nach den Vorgaben des Kabinetts direkte Hilfen für Landwirte erwägen.
Futtermittelnachfrage und Importe werden mitgeprüft
Die Marktbeobachtung des Komitees wird Preise, Erzeugung, Nachfrage und alternative Rohstoffe verfolgen. Diese Bewertung soll auch in Entscheidungen über Importmaßnahmen einfließen. Damit betrifft die Kostenprüfung neben Maisbauern auch Futtermühlen und Tierhalter. Ein höherer Maispreis würde die Erzeuger stützen, könnte aber ohne direkte Kostenhilfen den Druck auf Mischfutter erhöhen.
Die Regierung verlangt außerdem eine umfassende Strategie für den Futtermaissektor; der Auftrag war bereits bei der vorigen Sitzung im Juni erteilt worden. Wiederkehrende Preisstreitigkeiten sollen durch höhere Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit gelöst werden, nicht allein durch jährliche Erhöhungen des regulierten Ankaufpreises. Bis zu einer neuen Entscheidung schafft das Niveau von 7,05 Baht Kontinuität, die Forderung der Landwirte nach 7,50 Baht bleibt jedoch offen.