Thailand und USA weiter uneins über Marktzugang – Schweinefleisch blockiert Zollabkommen
Thailands Außenminister Sihasak Phuangketkaew erklärte, Bangkok und Washington seien in den Zollverhandlungen beim Thema Marktöffnung weiterhin uneins; der Zugang für US-Schweinefleisch zählt zu den größten Hürden. Ein für den 17. bis 18. September erwartetes Telefonat der Staatschefs fand nicht statt, ein neuer Termin steht nicht fest. Thailand zahlt 12,5 % US-Zoll und fordert die 10 %, die Indonesien und Malaysia erhalten.
Thailand und die USA sind sich beim Marktzugang in ihren Zollverhandlungen weiterhin uneinig, sagte der thailändische Außenminister Sihasak Phuangketkaew; eine der wichtigsten Hürden ist die Öffnung des thailändischen Schweinefleischmarktes für amerikanische Anbieter. Die Nachrichtenagentur InfoQuest berichtete darüber am 24. September 2026; die Äußerungen fielen in einem Interview mit Bloomberg Television am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York.
Schweinefleisch ist die zentrale Hürde
Thailand führe derzeit ernsthafte Gespräche mit den USA über Zölle, sagte Sihasak gegenüber Bloomberg Television. Die Marktöffnung sei der Punkt, an dem beide Seiten weiterhin auseinanderlägen, und Schweinefleisch das deutlichste Beispiel.
Amerikanisches Schweinefleisch ist auf dem thailändischen Markt derzeit praktisch nicht vertreten. Thailändische Vorschriften verbieten bestimmte Mastförderer zur Steigerung des Magerfleischanteils, die in der US-Schweinehaltung üblich sind; damit bleibt US-Ware unabhängig vom Zollsatz faktisch ausgeschlossen. Die Hürde ist somit regulatorischer und nicht fiskalischer Natur – ihre Beseitigung erforderte eine Änderung thailändischer Vorschriften und kein Zollzugeständnis.
Telefonat der Staatschefs fand nicht statt
Die verlängerten Verhandlungen haben bereits den diplomatischen Kalender verschoben. Ein Telefonat zwischen Ministerpräsident Anutin Charnvirakul und Präsident Donald Trump war für den 17. bis 18. September erwartet worden, um die Gespräche abzuschließen, kam aber nicht zustande. Einen neuen Termin für ein Gespräch auf Führungsebene haben thailändische Stellen nicht angekündigt.
Handelsministerin Suphajee Suthumpun erklärte vergangene Woche, die meisten Streitpunkte seien geklärt; einige wenige würden noch mit dem Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) verhandelt, bevor das Thema auf die Führungsebene gehe.
Zollabstand zu den Nachbarn in der Region
Thailand unterliegt derzeit einem US-Zoll von 12,5 % auf den Großteil seiner Ausfuhren, die unter die Zwangsarbeitsbestimmungen von Section 301 fallen, berichtet InfoQuest. Bangkok fordert von Washington dieselbe Behandlung wie andere Länder der Region.
- Thailand: 12,5 %
- Vietnam und die Philippinen: 12,5 %
- Indonesien und Malaysia: 10 %
Der Abstand von 2,5 Prozentpunkten trennt thailändische Waren von denen zweier Nachbarvolkswirtschaften, die den niedrigeren Satz bereits erreicht haben, während Thailand mit Vietnam und den Philippinen gleichauf liegt. In preissensiblen Exportsegmenten schlägt dieser Unterschied direkt auf die Margen durch.
Die Verhandlungsposition Bangkoks
Sihasak sagte, Thailand sei keine Großmacht und müsse daher verhandeln; die Regierung versuche, das bestmögliche Abkommen zu erreichen, und werde dort nachgeben, wo es möglich sei. Beide Seiten sprächen über den Zugang zum thailändischen Markt sowie über die Behandlung US-amerikanischer Unternehmen, die im Land investieren wollen. Thailand strebe Bedingungen an, die beiden Volkswirtschaften nützen, und räume ein, dass jede Seite geben und nehmen müsse.
Handel solle nach thailändischer Auffassung nicht als Instrument eingesetzt werden, fügte er hinzu; das Land unterstütze weiterhin ein regelbasiertes multilaterales Handelssystem. Als kleinere Volkswirtschaft dringe die Regierung auf die bestmöglichen Konditionen und halte zugleich an Positionen fest, die sie für zentral für das nationale Interesse halte.