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Thailand richtet Reisstrategie von Exportmenge auf hochwertige Segmente aus

Thailands Büro für Handelspolitik und -strategie prüft den Wechsel von Standardreis zu nachhaltigen, regionalen und gesundheitsorientierten Sorten. Die Strategie soll Einkommen der Landwirte erhöhen, thailändischen Reis differenzieren und den Zugang zu Premiummärkten verbessern.

Thailand richtet Reisstrategie von Exportmenge auf hochwertige Segmente aus

Thailand sucht Wertschöpfung jenseits der Exportmenge

Thailands Büro für Handelspolitik und -strategie entwickelt einen Plan, um die Reiswirtschaft vom „Verkauf von Mengen“ zum „Verkauf von Wert“ zu führen, berichtet Naewna. Die dem Handelsministerium unterstellte Behörde untersucht, wie höherwertige Produktion die Einkommen der Landwirte steigern, thailändisches Getreide im zunehmend umkämpften Weltmarkt abheben und die Stellung des Landes als bedeutender Reisexporteur sichern kann.

Die Initiative reagiert auf ein reichliches weltweites Reisangebot, das die Preise in Thailand unter Druck setzt. Das Büro unterteilt den Markt für höherwertige Produkte in drei Gruppen: umweltverträglichen Reis, Sorten mit regionaler Identität und Herkunft sowie Erzeugnisse für gesundheitsbewusste Verbraucher und alternde Gesellschaften. Zudem analysiert es die Nachfrage einzelner Länder und erwägt, geeignete Anbauflächen von preisschwankendem weißem Standardreis auf Sorten umzustellen, für die Käufer mehr zahlen.

Nachhaltigkeit wird zur Frage des Marktzugangs

Die Umweltkategorie umfasst Reis nach dem Standard der Sustainable Rice Platform, CO₂-armen Reis und Bioreis. Bei der emissionsarmen Produktion geht es vor allem um weniger Methan aus überfluteten Feldern und weniger Lachgas infolge übermäßigen Einsatzes chemischer Düngemittel. Der Bioanbau verzichtet auf synthetische Chemikalien, während der SRP-Rahmen Umwelt, Wirtschaft, soziale Kriterien und Betriebsführung abdeckt.

Naewna verweist auf Daten der Umweltdatenbank der Welthandelsorganisation: WTO-Mitglieder meldeten zwischen 2014 und 2024 insgesamt 17.270 Umweltmaßnahmen. Die jährliche Zahl stieg von 1.276 auf 1.637, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 6,43 % entspricht. Die Landwirtschaft war mit 5.442 Maßnahmen beziehungsweise 31,51 % der Gesamtzahl der am stärksten betroffene Sektor. Auf die Europäische Union entfielen 2.618 Maßnahmen oder 15,16 %, auf die Vereinigten Staaten 2.544 oder 14,73 %.

Diese Anforderungen können zu nichttarifären Handelshemmnissen werden, eröffnen zertifiziertem thailändischem Reis aber auch Chancen. Nach Angaben des Büros nehmen Käufer in der Europäischen Union, den Vereinigten Staaten und Japan Nachhaltigkeitskriterien zunehmend in ihre Importbedingungen auf. Wechselnde Flutung und Trocknung kann Pump- und Stromkosten senken. Eine Düngung nach Bodenanalyse reduziert unnötige Betriebsmittel, während integrierter Pflanzenschutz Chemieausgaben verringert und stabilere Erträge unterstützt.

Herkunft und Nährwert schaffen weitere Differenzierung

Zur herkunftsbezogenen Kategorie gehören Reis mit geschützter geografischer Angabe sowie lokale und in Hochlagen angebaute Sorten mit eigener Kulturgeschichte und charakteristischem Geschmack. Thailand verfügt derzeit über 24 Reisprodukte mit GI-Registrierung, darunter Khao Kam Lanna, Thung Kula Rong-Hai Hom Mali und Sangyod Muang Phatthalung. Ihr Wert beruht auf einer Herkunft und Eigenschaften, die sich andernorts nur schwer nachbilden lassen.

Die Gesundheitskategorie umfasst von Natur aus nährstoffreiche und farbige Sorten wie Riceberry und schwarzen Reis sowie speziell erforschte oder verarbeitete Produkte. Dazu zählen Reis mit niedrigem glykämischem Index für Menschen, die ihren Blutzucker kontrollieren, mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherter Reis und proteinreicher Reis. Das Segment richtet sich an die wachsende Gesundheitsnachfrage und alternde Bevölkerungen.

Die Wirtschaftlichkeit der Betriebe bleibt entscheidend

Peter McAllister, Executive Director der Sustainable Rice Platform, erklärte, der Standard könne die Betriebsführung auch ohne Preisaufschlag verbessern. Ein besserer Überblick über Kosten, Ertrag und Risiken verringere unnötige Betriebsmittel und Verluste durch Schädlinge und Krankheiten. Der Rahmen helfe Landwirten außerdem beim Umgang mit Klimaschwankungen, volatilen Betriebsmittelpreisen und strengeren Umweltvorschriften und stärke zugleich das Vertrauen der Käufer.

Das Büro für Handelspolitik und -strategie prüft nun, welche hochwertigen Reiskategorien einzelne Märkte benötigen und wie der Anbau regional angepasst werden könnte. Entscheidend wird sein, Landwirte mit belegter Nachfrage, Zertifizierung und Käufern zu verbinden, bevor Produktionswechsel angestoßen werden. Ohne diese Abstimmung könnte Spezialreis zwar höhere Preise erzielen, aber auf einen kleineren Käuferkreis treffen als konventionelle Ware.

Vollständige Marktanalyse

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