Thailands Reisexporte sinken im ersten Halbjahr 2026 um 18,81 Prozent auf 3,28 Millionen Tonnen
Thailand exportierte von Januar bis Juni 2026 3,28 Millionen Tonnen Reis, 18,81 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum; der Wert sank um 20,51 Prozent auf mehr als 1,911 Milliarden US-Dollar. Das Aussenhandelsministerium nennt das hohe globale Angebot, teure thailändische Ware und den seit März gestoppten Irak-Handel als Gründe. Das Jahresziel von 7 Millionen Tonnen soll dennoch erreicht werden.
Thailand hat in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 3,28 Millionen Tonnen Reis exportiert, 18,81 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das teilte das Department of Foreign Trade am 5. August mit. Der Exportwert sank um 20,51 Prozent auf mehr als 1,911 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 60,387 Milliarden Baht. Die Zahlen legte Behördenleiterin Arada Fuangthong vor; berichtet haben darüber Thai PBS und Bangkok Business News.
Die Behörde führt den Rückgang auf die hohen Reismengen am Weltmarkt zurück, die den Preiswettbewerb zwischen den Exporteuren verschärft haben, sowie auf den Konflikt im Nahen Osten. Die Lieferungen in den Irak, einen der wichtigsten Absatzmärkte Thailands, liegen seit März 2026 still. Bangkok Business News nennt zudem Produktionskosten, Frachtraten sowie gestiegene Energie- und Kraftstoffpreise als Gründe dafür, dass thailändische Exportnotierungen über denen konkurrierender Herkünfte liegen.
Preisabstand zu den asiatischen Wettbewerbern
Thailändischer weisser Reis wurde mit 447 US-Dollar je Tonne notiert, Vietnam mit 435 US-Dollar, Pakistan mit 405 US-Dollar und Indien mit 367 US-Dollar, so der von Bangkok Business News veröffentlichte Vergleich. Die Differenz von 80 US-Dollar je Tonne gegenüber indischer Ware ist die grösste der vier Herkünfte und betrifft genau jene Standardqualitäten von weissem Reis, die den grössten Anteil an den thailändischen Ausfuhren stellen. Für Käufer, die nach Preis und nicht nach Aroma oder Sortenspezifikation einkaufen, entscheidet dieser Abstand.
Weisser Reis und Hom Mali prägen den Exportmix
Grösste Einzelkategorie im Halbjahresmix blieb weisser Reis, gefolgt von thailändischem Hom Mali. Bangkok Business News nennt folgende Aufteilung.
- Weisser Reis: 1,51 Millionen Tonnen oder 46,03 Prozent der Gesamtmenge
- Thailändischer Hom-Mali-Reis: 0,81 Millionen Tonnen, 24,67 Prozent
- Parboiled-Reis: 0,61 Millionen Tonnen, 18,69 Prozent
- Thailändischer Duftreis: 0,23 Millionen Tonnen, 6,97 Prozent
- Klebreis: 0,11 Millionen Tonnen, 3,31 Prozent
- Brauner Reis: 0,01 Millionen Tonnen, 0,33 Prozent
Damit entfallen 64,72 Prozent der Menge auf die beiden gegenüber dem Preiswettbewerb anfälligsten Kategorien, weissen Reis und Parboiled-Reis, während die Aromasorten Hom Mali und thailändischer Duftreis zusammen 31,64 Prozent ausmachen.
Neue Märkte und das Ziel von 7 Millionen Tonnen
Die Behörde sieht Potenzial in Märkten, die die irakische Nachfrage ersetzen können: in Asien Malaysia und die Philippinen, in Afrika Südafrika, die Demokratische Republik Kongo und Mosambik. Alle haben ihre Käufe thailändischen Reises gegenüber dem Vorjahreszeitraum ausgeweitet. Die Behörde führt das auf das Vertrauen in Thailand als Lieferant, die termingerechte Vertragserfüllung und eine stabile staatliche Exportpolitik zurück.
Das Department of Foreign Trade will die Verhandlungen über Regierungsgeschäfte (G to G) mit COFCO und der chinesischen Regierung beschleunigen. Eine Delegation aus Vertretern des öffentlichen und privaten Sektors sollte vom 2. bis 6. August wichtige Importeure auf den Philippinen und in Malaysia treffen. Erklärtes Ziel ist es, die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu verringern und Aufträge für die thailändische Ernte zu sichern.
Arada Fuangthong erklärte, die Aussicht auf Dürre infolge von El Niño veranlasse mehrere Importländer, höhere Einkäufe zum Aufbau von Beständen und zur Stärkung der eigenen Ernährungssicherheit zu prüfen; das sei ein positives Signal für die thailändischen Ausfuhren in den verbleibenden fünf Monaten des Jahres. Auf dieser Grundlage erwartet die Behörde, das Jahresziel von 7 Millionen Tonnen zu erreichen, ein Niveau, das immer noch 15 Prozent unter den 8,3 Millionen Tonnen des Jahres 2025 läge.