Thailand prüft Einschränkungen für Baustahl aus Induktionsöfen
Thailand prüft, ob Induktionsöfen weiterhin von der Herstellung gerippten Bewehrungsstahls für Tragwerke ausgeschlossen bleiben. Hersteller warnen vor Marktkonzentration und höheren Kosten, während die Behörden Qualitäts-, Umwelt- und Kontrollrisiken anführen.
Thailand überprüft Regeln für Bewehrungsstahl
Das thailändische Institut für Industriestandards veranstaltete am 17. August 2026 eine Anhörung zur geplanten Überarbeitung der Normen für Betonstahl. Im Zentrum steht die Frage, ob Induktionsöfen, kurz IF, für die Herstellung von geripptem Bewehrungsstahl für Tragwerke verboten oder eingeschränkt und dafür ausschließlich Elektrolichtbogenöfen, EAF, sowie Sauerstoffkonverter, BOF, zugelassen werden sollen.
Nach Angaben von Nation TV untersagt die bestehende Position des Rats für Industrieproduktnormen bereits, Stahl aus IF-Öfen zu geripptem Bewehrungsstahl für Gebäudetragwerke zu verarbeiten. Rundstahl darf weiterhin produziert werden. Die Behörde muss entscheiden, ob sie die Technologie ab dem Schmelzprozess kontrolliert oder sich vor allem auf Prüfungen des Endprodukts stützt.
Hersteller warnen vor Konzentration und höheren Kosten
Sakchai Thanabodijirapong, Präsident des Handelsverbands der Betreiber von Induktionsschmelzöfen, fordert eine Zertifizierung auf Grundlage der Einhaltung von TIS 24 durch das Endprodukt. Ein geprüftes Produkt dürfe nicht allein wegen seiner Herstellungstechnologie ausgeschlossen werden. Strengere staatliche Aufsicht und Werkskontrollen könnten seiner Ansicht nach Schwächen bei Rohstoffen und Schmelzprozessen beheben.
Der Verband warnt, dass Beschränkungen einen erheblichen Teil der IF-Betriebe zum Stillstand bringen und den Markt von einer kleineren Gruppe von EAF-Produzenten abhängig machen könnten. Dadurch könnten die inländischen Baustoffpreise in einem Markt im Wert von Hunderten Milliarden Baht steigen. Naewna zitierte separat eine frühere Aussage Sakchais, wonach ein Markt von 50 Milliarden Baht betroffen sei. Die Quellen verwenden unterschiedliche Abgrenzungen und klären die Abweichung nicht auf.
Behörden priorisieren Beständigkeit und Kontrolle
Die Normungsbehörden argumentieren, dass sich aus offenen IF-Systemen Verunreinigungen wie Schwefel und Phosphor nur schwer entfernen lassen. Uneinheitliche oder minderwertige Einsatzstoffe könnten außerdem Elemente wie Bor eintragen und damit schwankende Stahlqualität verursachen. Staub, Schadstoffe und giftige Gase seien in IF-Anlagen schwerer zu kontrollieren als in EAF-Werken. Thailand wolle zudem verhindern, zum Ziel für IF-Kapazitäten zu werden, die durch strengere Vorschriften im Ausland, insbesondere in China, verdrängt werden.
Atthawit Suwanphakdee erklärte, Tragwerke und Hochhäuser benötigten Stahl mit hoher Duktilität und Zugfestigkeit. Deshalb müsse bereits der vorgelagerte Produktionsprozess kontrolliert werden; reine Endproduktprüfungen reichten nicht aus. Frühere Stichproben hätten bei IF-Stahl eine höhere Wahrscheinlichkeit für Normverstöße gezeigt, während die zuständige Einheit des Industrieministeriums nur 5 Prüfer beschäftige. Naewna verlangt für mögliche IF-Verfahren mit Argon-Sauerstoff-Entkohlung oder Pfannenofenbehandlung reproduzierbare Ergebnisse über mehrere Schmelzen, Stahlsorten, Werke und Betriebsbedingungen hinweg sowie unabhängige Prüfungen. Der Normenrat muss Sicherheits- und Vollzugsrisiken gegen die Gefahr sinkenden Wettbewerbs und höherer Kosten abwägen.