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Thailand will bis 2027 insgesamt 350.000 Rai Kautschukplantagen zertifizieren

Die thailändische Kautschukbehörde will bis 2027 insgesamt 350.000 Rai Plantagen nach FSC oder PEFC zertifizieren lassen. Das Programm soll Preisaufschläge ermöglichen und die Branche auf die EU-Entwaldungsverordnung vorbereiten.

Thailand will bis 2027 insgesamt 350.000 Rai Kautschukplantagen zertifizieren

Zertifizierungsziel liegt bei 350.000 Rai

Die Rubber Authority of Thailand will bis 2027 auf 350.000 Rai Kautschukplantagen Standards des Forest Stewardship Council oder des Programme for the Endorsement of Forest Certification fördern, berichtete Bangkok Biz News. Die Initiative soll thailändischen Kautschuk in Premiummärkte bringen und die Bewirtschaftung der Plantagen an internationale Umweltanforderungen anpassen.

Ditsadet Wattanaporn, stellvertretender Gouverneur der Behörde für das operative Geschäft, erklärte, die Zertifizierung könne Landwirten Verkäufe zu Preisen oberhalb des allgemeinen Marktniveaus ermöglichen. Besonders große Reifenhersteller fragen FSC-zertifizierte Rohstoffe nach. Zudem soll die Zertifizierung thailändischen Kautschuk und daraus hergestellte Produkte besser auf den Zugang zur Europäischen Union unter der EU-Entwaldungsverordnung vorbereiten.

Bestehende Gruppen erhalten fünf Jahre Unterstützung

Derzeit nehmen 14 Erzeugergruppen mit mehr als 80.000 Rai am Programm der Behörde teil. Die Rubber Authority of Thailand übernimmt für diese Gruppen im ersten Zertifizierungszyklus die Kosten der Prüfung und Zertifizierung.

Jedes Zertifikat gilt fünf Jahre. Audits, Zertifizierung und Statusüberwachung kosten jährlich rund 500.000 Baht beziehungsweise etwa 2,5 Millionen Baht über die gesamten fünf Jahre. Im ersten Zyklus trägt die Behörde diese Ausgaben für alle 14 Gruppen. Ab dem zweiten Zyklus müssen die Gruppen die Kosten für den Erhalt ihres Zertifizierungsstatus selbst finanzieren.

Das Programm setzt darauf, dass Preisaufschläge für zertifizierten Kautschuk die Einkommen der Landwirte erhöhen und künftige Zertifizierungskosten decken. Eine konkrete Höhe des Aufschlags wurde jedoch nicht genannt. Die Behörde räumte außerdem ein, wegen begrenzter Haushaltsmittel nicht alle neuen Bewerbergruppen finanzieren zu können.

Private Unternehmen ergänzen 90.000 Rai

Um die Teilnahme auszuweiten, ohne die gesamten Kosten dem Staatshaushalt aufzubürden, arbeitet die Behörde mit privaten Unternehmen zusammen. Agriac Global und CMO Thai wollen Erzeugergruppen bei der FSC-Zertifizierung unterstützen. Voraussetzung ist, dass diese ihren Kautschuk über das zentrale Marktsystem der Behörde verkaufen.

Erzeugergruppen mit insgesamt rund 90.000 Rai haben sich den Vereinbarungen mit den beiden Unternehmen angeschlossen. Etwa 60.000 Rai entfallen auf Agriac Global und 30.000 Rai auf CMO Thai. Dieses Modell soll die Behörde finanziell entlasten und ihr erlauben, mehr Ressourcen für die Marktentwicklung einzusetzen.

FSC erleichtert Rückverfolgbarkeit, ersetzt aber keine EUDR-Prüfung

FSC ist ein freiwilliger Standard, dessen Anforderungen sich jedoch mit mehreren Elementen der EUDR überschneiden. Er umfasst die Einhaltung von Gesetzen, die Zahlung von Gebühren und Steuern, dokumentierte Landrechte, eine verantwortungsvolle Flächennutzung und den Ausschluss von Entwaldung. Plantagenbetreiber müssen außerdem Auswirkungen auf Umwelt, Gemeinden und Beschäftigte berücksichtigen.

Zertifizierte Betriebe müssen Arbeitssicherheit, soziale Leistungen, Schulungen und Arbeitnehmerrechte gewährleisten. Plantagenpläne müssen den Schutz der biologischen Vielfalt, das ökologische Gleichgewicht, regelmäßige Kontrollen, einen geringeren Chemikalieneinsatz und Maßnahmen gegen Kinderarbeit vorsehen. Hinzu kommen der Schutz und die Wiederherstellung natürlicher Wälder sowie eine geringere Belastung natürlicher Ressourcen.

Die EUDR legt besonderen Wert auf Geodaten der Anbauflächen und die Rückverfolgbarkeit der Lieferkette. Eine FSC-Zertifizierung kann Plantagen daher besser auf europäische Sorgfaltspflichten vorbereiten, doch Exporteure und Verarbeiter benötigen weiterhin die von der EU verlangten Standortdaten und Rückverfolgungssysteme. Für Landwirte, Händler und Zulieferer der Reifenindustrie hängt der wirtschaftliche Erfolg davon ab, ob der Preisaufschlag nach Ende der anfänglichen Förderung zur Finanzierung der Zertifizierung ausreicht.

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