Thailand baut Rückverfolgungsdatenbank für 1,4 Millionen Kautschukbauern auf
Thailand beschleunigt die Registrierung von 1,4 Millionen Kautschukbauern, um die Rückverfolgbarkeit nach der EU-Entwaldungsverordnung sicherzustellen. Das Vorhaben soll den Zugang zum EU-Markt sichern und zugleich die landwirtschaftliche Diversifizierung fördern.
Thailand beschleunigt die Registrierung
Thailand treibt den Aufbau einer nationalen Datenbank für 1,4 Millionen Kautschukbauern voran, um seine Lieferkette auf die EU-Entwaldungsverordnung vorzubereiten. Nach Angaben von Prachachat wird das Projekt von der thailändischen Kautschukbehörde geleitet. Es soll die Rückverfolgbarkeit schaffen, die für den Erhalt des Zugangs zum EU-Markt erforderlich ist.
Der Umfang der Registrierung spiegelt die Struktur des thailändischen Kautschuksektors wider. Ein System für 1,4 Millionen Produzenten muss Daten einzelner Betriebe mit dem Kautschuk verbinden, der anschließend über Verarbeiter und Händler vermarktet wird. Für Lieferanten nach Europa entsteht ein praktischer Nutzen nur, wenn einzelne Warenpartien zuverlässig registrierten Anbauflächen zugeordnet werden können.
Rückverfolgbarkeit wird zur Voraussetzung für den Marktzugang
Die EU-Entwaldungsverordnung hat die Dokumentation der Lieferkette zu einem kommerziellen Thema für Kautschukproduzenten und Exporteure gemacht. Das thailändische Datenbankprojekt ist deshalb mehr als eine administrative Übung. Es soll Käufern und Verkäufern eine gemeinsame Informationsgrundlage bieten, um den Produktionsort und die Erfüllung der europäischen Marktanforderungen nachzuweisen.
Für Bauern kann die Registrierung darüber entscheiden, ob ihr Kautschuk für Verarbeiter und Exporteure mit EU-Kunden attraktiv bleibt. Die Verarbeiter müssen die Rückverfolgbarkeit erhalten, wenn Material aus zahlreichen Betrieben gesammelt, zusammengeführt und über mehrere Stufen weitergegeben wird. Auch Händler benötigen Daten, die entlang der Lieferkette übertragen werden können, ohne den Bezug zum ursprünglichen Erzeuger zu verlieren.
Prachachat stellt das Programm als Maßnahme zur Sicherung der thailändischen Position auf dem EU-Markt dar. Eine vollständige und funktionsfähige Datenbank könnte die Unsicherheit europäischer Käufer beim Bezug von thailändischem Kautschuk verringern. Registrierungslücken oder eine schwache Verknüpfung zwischen Betriebsdaten und physischen Lieferungen könnten jedoch Teile des Angebots von Beschaffungskanälen mit EUDR-Dokumentationspflicht ausschließen.
Besuch in Songkhla rückt Diversifizierung in den Fokus
Das Vorhaben wurde während Suriya’s Besuch in Songkhla, einem wichtigen Kautschukanbaugebiet, hervorgehoben. Prachachat zufolge wurde dabei auch das Konzept „Araya Kaset“ vorgestellt. Es sieht vor, reine Kautschukmonokulturen durch integrierte Landwirtschaft mit Pflanzenbau, Tierhaltung, Fischerei und Wassermanagement zu ergänzen.
Der Diversifizierungsansatz richtet sich auf die Einkommen der Betriebe und nicht allein auf die Rückverfolgbarkeit. Die Verbindung von Kautschuk mit weiteren landwirtschaftlichen Tätigkeiten soll laufende Einnahmequellen schaffen. Beide Maßnahmen ergänzen sich: Die Datenbank soll den Marktzugang für Kautschuk schützen, während Mischbetriebe die Abhängigkeit der Produzenten von einem einzigen Rohstoff reduzieren.
Entscheidend wird nun die Umsetzung. Die Registrierung von 1,4 Millionen Erzeugern ist eine umfangreiche Aufgabe der Datenverwaltung, und die Angaben müssen auch nach mehreren Handelsstufen korrekt bleiben. Ob Thailand die Betriebsregistrierung in überprüfbare Informationen für die gesamte Lieferkette umsetzen kann, bestimmt den Nutzen für Produzenten, Verarbeiter, Exporteure und EU-Importeure.