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Thailands Maniokverbände fordern nationale Maßnahmen gegen die Mosaikkrankheit

Vier thailändische Branchenverbände verlangen, die Bekämpfung der Maniokmosaikkrankheit zur nationalen Priorität zu machen. Die Regierung will die befallene Fläche 2569 mit sechs Maßnahmen um 30% verringern.

Thailands Maniokverbände fordern nationale Maßnahmen gegen die Mosaikkrankheit

Branche warnt vor historisch niedrigem Angebot

Thailands Maniokindustrie fordert von der Regierung eine landesweit koordinierte Reaktion auf die Mosaikkrankheit und den gravierenden Mangel an Wurzeln. Vier Branchenverbände erklärten, die Krise treffe Landwirte, Verarbeiter und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes in den Bereichen Lebensmittel, Bioenergie und Biokunststoffe.

Thai Post berichtete, dass eine Produktions- und Handelserhebung für die Saison 2569/70 eine Maniokernte von rund 18,757 Millionen Tonnen erwartet. Die Verbände bezeichneten dies als historischen Tiefstand. Die inländischen Verarbeiter benötigen jährlich schätzungsweise 37–45 Millionen Tonnen frische Wurzeln. Viele Fabriken arbeiten deshalb nur mit 20–30% ihrer Kapazität. Einige Sammelstellen mussten schließen oder den Betrieb vorübergehend einstellen, weil sie nicht genug Rohstoff beschaffen konnten.

Beteiligt sind die Thai Tapioca Trade Association, die Thai Tapioca Products Factory Association, die Thai Tapioca Starch Association und die Northeastern Tapioca Producers Association. Als wesentliche Ertragsbremsen nannten sie den Mangel an gesundem Pflanzmaterial, die Maniokmosaikkrankheit, die Hexenbesenkrankheit und den Klimawandel. Der durchschnittliche Ertrag je Rai sank, obwohl die Anbaufläche um mehr als 2,29% zunahm. Dies verdeutlicht den Mangel an hochwertigen Pflanzstängeln.

Exporterlöse dürften weiter sinken

Nach Angaben der Verbände liegt der Wert der thailändischen Maniokproduktexporte bereits deutlich unter dem Höchststand von 2565. Damals wurden 155,498 Milliarden Baht erreicht; für 2569 wird ein Rückgang auf weniger als 70 Milliarden Baht erwartet. Den bisherigen Verlust an wirtschaftlichem Wert bezifferten die Verbände auf mehr als 85 Milliarden Baht.

Die Versorgungslücke betrifft nicht nur die Erzeuger. Maniokwurzeln und -stärke werden in der Lebensmittelverarbeitung, für futtermittelbezogene Produkte, Ethanol, weitere Bioenergieanwendungen und Biokunststoffe eingesetzt. Eine niedrige Auslastung erhöht die Stückkosten und erschwert eine verlässliche Belieferung der Kunden. Geschlossene Sammelstellen schwächen zudem die lokalen Einkaufsnetze und verringern die Absatzmöglichkeiten der Landwirte.

Verbände schlagen Erholung innerhalb von drei Jahren vor

Die Branchenorganisationen wollen die Bekämpfung der Maniokmosaikkrankheit zur nationalen Priorität erklären lassen. Sie fordern eine schnelle Vermehrung und Verteilung von sauberem sowie krankheitsresistentem Pflanzmaterial, Investitionen in Bewässerung und Produktionstechnik und Haushaltsmittel, um die Ernte innerhalb von drei Jahren wieder auf 35 Millionen Tonnen zu steigern.

Weitere Forderungen betreffen höhere Handelsstandards und fairere Marktmechanismen für Landwirte. Strengere Kontrollen von Ein- und Ausfuhren sowie eine zentrale Branchendatenbank sollen die Koordination entlang der gesamten Lieferkette verbessern.

Regierung strebt 30% weniger Befallsfläche an

Bangkok Biz News berichtete, dass das Department of Agricultural Extension sechs Maßnahmen eingeführt hat, um die von der Maniokmosaikkrankheit betroffene Fläche 2569 um 30% zu reduzieren. Felder sollen alle 2–4 Wochen kontrolliert, befallene Pflanzen entfernt und vergraben sowie Tabakmottenschildläuse als Krankheitsüberträger bekämpft werden. Das Programm fördert außerdem saubere und resistente Sorten, kontrolliert den Transport von Pflanzstängeln und schafft kommunale Pflanzgutbanken und Demonstrationsflächen.

Empfohlen werden Itthi 1, Itthi 2 und Itthi 3 sowie die toleranten Sorten Kasetsart 50, Huay Bong 60 und Rayong 72. Als Modell dient die Maniok-Anbaugemeinschaft Phu Pradu Phatthana in Kanchanaburi. Dort kommen Tiefenlockerung, breitere Pflanzdämme, maschinelle Pflanzung, Drohnenspritzung, wachstumsabhängige Düngung und Verfahren zur Erhöhung des Stärkegehalts zum Einsatz.

Das Projekt nutzt zudem Gründüngung, reduziert das Abbrennen auf den Feldern, bündelt die Vermarktung und verbindet Landwirte mit Abnehmern. Ein Fünfjahresplan für 2570–2574 soll die Gruppe zu einem landwirtschaftlichen Unternehmen im Eigentum der Erzeuger entwickeln. Entscheidend ist zunächst, ob gesundes Pflanzmaterial und Krankheitskontrolle die Lücke zwischen der prognostizierten Ernte von 18,757 Millionen Tonnen und dem jährlichen Inlandsbedarf von 37–45 Millionen Tonnen schnell genug verkleinern können.

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