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Thailand will EUDR-Vorgaben als Handelsvorteil für Kautschukexporte in die EU nutzen

Thailands Einstufung als Niedrigrisikoland unter der EUDR könnte seine Stellung im europäischen Kautschukmarkt stärken. Die Ausfuhren von Kautschuk und Gummiwaren in die EU erreichten 2025 einen Wert von 1.881,21 Millionen $, davon entfielen 69,18 % auf verarbeitete Erzeugnisse.

Thailand will EUDR-Vorgaben als Handelsvorteil für Kautschukexporte in die EU nutzen

Niedrigrisikostatus senkt den Prüfaufwand

Thailand betrachtet die EU-Verordnung über entwaldungsfreie Produkte als Chance, die Wettbewerbsposition seiner Kautschukindustrie zu stärken. Siam Rath berichtet unter Berufung auf das thailändische Amt für Handelspolitik und -strategie, dass die EUDR sieben Warengruppen erfasst: Kautschuk, Palmöl, Kaffee, Kakao, Soja, Rinder und Holz sowie bestimmte daraus hergestellte Erzeugnisse.

Unternehmen, die relevante Waren auf dem EU-Markt bereitstellen oder aus der Union ausführen, müssen eine Sorgfaltsprüfung vornehmen. Sie müssen bestätigen, dass die Erzeugnisse entwaldungsfrei und im Ursprungsland rechtmäßig hergestellt wurden, und eine Sorgfaltserklärung über das EU-Informationssystem einreichen. Die Vorgaben gelten für große und mittlere Marktteilnehmer ab dem 30. Dezember 2026 sowie für kleine und Kleinstunternehmen ab dem 30. Juni 2027.

Die am 22. Mai 2025 veröffentlichte Risikoeinstufung der Europäischen Kommission ordnete 140 Länder der niedrigen, 50 der normalen und vier der hohen Risikokategorie zu. Thailand wurde als Niedrigrisikoland eingestuft. Importeure thailändischer Waren können damit vereinfachte Sorgfaltspflichten nutzen; die Kontrollquote beträgt 1 %. Indonesien und Malaysia gelten als Länder mit normalem Risiko, für die eine vollständige Sorgfaltsprüfung und eine Kontrollquote von 3 % vorgesehen sind. Thailändische Behörden sehen darin einen Kosten- und Marktzugangsvorteil für heimische Lieferanten.

Verarbeitete Gummiwaren dominieren die Lieferungen

Von Siam Rath zitierte Daten des ITC Trade Map zeigen, dass Thailand von 2021 bis 2025 durchschnittlich 20,3 % des Wertes der EU-Naturkautschukimporte stellte. Die Ausfuhren schwankten jedoch mit den Rohstoffpreisen und der europäischen Industrienachfrage. Der Wert der Kautschuk- und Gummiwarenexporte sank von 2.237,85 Millionen $ im Jahr 2022 auf 1.581,43 Millionen $ im Jahr 2023. Das Minus von 29,3 % wurde mit hoher Inflation, steigenden Zinsen sowie einer schwächeren Kaufkraft und Industrieproduktion in der EU erklärt.

2024 erholten sich die Exporte um 18,35 % auf 1.871,62 Millionen $. 2025 folgte ein Zuwachs von 0,51 % auf 1.881,21 Millionen $. Davon entfielen 579,71 Millionen $ auf Naturkautschuk und 1.301,50 Millionen $ auf Gummiwaren. Verarbeitete Erzeugnisse stellten somit 69,18 % des Lieferwertes, primärer Naturkautschuk 30,82 %.

Fahrzeugreifen waren mit 66,68 % der Gummiwarenexporte die größte Produktgruppe. Gummihandschuhe erreichten einen Anteil von 20,18 %. Dieser Produktmix ist für die Einhaltung der EUDR relevant, weil Hersteller verarbeiteter Erzeugnisse nach Einschätzung thailändischer Stellen meist besser auf Rückverfolgbarkeit und verwandte Standards vorbereitet sind als der vorgelagerte Naturkautschuksektor.

Daten kleiner Betriebe bleiben eine Schwachstelle

Boonyanuch Sriboonkaew von der Rubber Authority of Thailand erklärte, regelkonformer Kautschuk und entsprechende Erzeugnisse könnten höhere Preise erzielen als konventionelle Ware. Auch außerhalb der EU könnten sich Chancen in standardorientierten Märkten wie Japan ergeben. Schwierigkeiten bestehen jedoch bei der Erfassung flächenspezifischer Daten und Dokumente von Kleinbauern. Abweichungen zwischen Kartendatensätzen zur Bestimmung von Plantagenkoordinaten erschweren zudem die Arbeit industrieller Abnehmer.

Supadej Ongsakul von der Thai Rubber Association zufolge entwickelt die Branche ihre Rückverfolgbarkeit über drei Kanäle: Plattformen europäischer Käufer, eigene Systeme thailändischer Unternehmen und Lösungen externer Technologieanbieter. Verlässliche Geolokalisierung und Sorgfaltsprüfungen entscheiden darüber, ob die günstige Risikoeinstufung dauerhaft in Aufträge umgesetzt werden kann.

Höhere Frachtkosten belasten den Ausblick

Neben der Regulierung beeinflusst die Logistik den Handel. Der Konflikt im Nahen Osten hat die Frachtkosten in die EU erhöht und wegen unsicherer Routen die Transportzeiten verlängert. Gleichzeitig stützen höhere Preise für Synthesekautschuk die weltweite Nachfrage nach Naturkautschuk. Für europäische Importeure bietet die niedrigere thailändische Kontrollquote einen administrativen Vorteil. Ob dieser bei konkreten Verträgen trägt, hängt jedoch von der Vorbereitung der Lieferanten, zuverlässigen Transporten und überprüfbaren Plantagendaten ab.

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