Thailand will Reisreserve um 30 % und Rohpalmoelbestaende um 20 % aufstocken
Thailands Behoerde fuer Binnenhandel bereitet einen Vorschlag vor, die strategische Reisreserve um 30 % und die Bestaende an rohem Palmoel um 20 % zu erhoehen, um sich gegen eine von El Nino verursachte Duerre abzusichern. Engpaesse bei beiden Rohstoffen erwartet die Behoerde nicht, sieht aber Maniok und Mais als Risikofaktoren, weil die heimische Produktion nicht ausreicht.
Thailands Behoerde fuer Binnenhandel bereitet den Vorschlag vor, die strategische Reisreserve des Landes um 30 % und die Reserve an rohem Palmoel um 20 % aufzustocken. Es ist Teil eines Notfallplans gegen eine von El Nino verursachte Duerre. Witthayakorn Maneenet, Generaldirektor der dem Handelsministerium unterstellten Behoerde, stellte den Plan am 24. September vor, wie Thai PBS berichtete.
Der groessere Puffer soll zwei Aufgaben zugleich erfuellen. Erstens die nationale Ernaehrungssicherheit: physische Mengen der beiden Grundnahrungsmittel, von denen der Binnenmarkt abhaengt. Zweitens die Marktstabilisierung: ein staatlicher Bestand, mit dem sich Schwankungen von Verfuegbarkeit und Preisen im Inland daempfen lassen, falls die Ernte enttaeuscht. Sowohl die Reisreserve als auch die Rohpalmoelreserve versteht die Behoerde als Absicherung gegen Mengen- und Preisrisiken innerhalb Thailands, nicht als Exportinstrument.
Weltbestaende steigen, Preise bleiben fest
Die Begruendung fuer den groesseren Sicherheitsbestand ergibt sich aus dem, was die Behoerde am Weltmarkt beobachtet. Ihre Auswertung der globalen Reisbestaende zeigt steigende Mengen, doch die Reispreise sind insgesamt nicht gefallen. Hoehere Bestaende und zugleich hohe Preise wertet die Behoerde als Beleg dafuer, dass Laender nach und nach Reis kaufen, um eigene Reserven aufzubauen, sowohl fuer die Ernaehrungssicherheit im Inland als auch mit Blick auf eine moegliche Duerre. Die Preise fuer rohes Palmoel folgen demselben Muster und sind ebenfalls nicht gesunken.
Diese Deutung ist fuer jeden relevant, der aus Thailand verkauft. Sie besagt, dass das aktuelle Preisniveau von Vorsorgekaeufen getragen wird und nicht vom Verbrauch, und dass ein Erzeugerland, das seine eigene Reserve fuellt, genau diese Dynamik verstaerkt.
Keine Engpaesse bei Reis und Palmoel erwartet
Witthayakorn erklaerte, Thailand werde wegen El Nino weder bei Reis noch bei Palmoel in einen Engpass geraten, da das Land bei beiden ein grosser Produzent sei. Die Preise fuer geschliffenen Reis und abgefuelltes Palmoel wuerden nicht stark steigen, da die Bestaende ausreichten und keine Versorgungsluecke erwartet werde.
Schwachstelle Maniok und Mais
Als waehrend der Duerreperiode zu ueberwachende Produkte nennt die Behoerde Maniok und Mais. Einen Teil des Bedarfs deckt Thailand bei beiden durch Importe, weil die heimische Produktion den Verbrauch nicht abdeckt. Anders als bei Reis und Palmoel gibt es hier keinen inlaendischen Ueberschuss, auf den man zurueckgreifen koennte, wenn die Trockenzeit die Ertraege druecken sollte. Fuer Futtermittelhersteller und Staerkeverarbeiter schlaegt ein El-Nino-Jahr zuerst an dieser Stelle auf die Kosten durch.
Die Behoerde erklaerte zudem, sie verfolge gemeinsam mit der Branche Mengen und Preise saemtlicher Oelsaaten genau, da Rohstoffe aus der Landwirtschaft in verarbeitete Lebensmittel, Getraenke und Haushaltswaren eingehen, deren Verbraucherpreise das Ministerium beobachtet.
Konsumgueter und ein KI-Erntesystem
Bei abgepackten Konsumguetern hat die Behoerde mit Herstellern von Alltagsprodukten wie Seife, Zahnpasta und Shampoo gesprochen und sie gebeten, ausreichende Mengen zu produzieren. Nach Angaben der Behoerde gibt es derzeit keine Politik von Preiserhoehungen, wobei sie einraeumte, dass bei einigen Artikeln Aktionen gestrichen wurden und die Regalpreise dadurch gestiegen sind. Einzel- und Grosshaendler wurden gebeten, Aktionen ueber verschiedene Produkte hinweg zeitlich zu staffeln.
Getrennt davon setzt das Amt fuer Handelspolitik und Strategie kuenstliche Intelligenz in einem System zur Beobachtung erntereifer Kulturen ein. Es soll Produktionssignale erfassen sowie Preisniveaus und Risikogebiete ausweisen, um Verluste zu verringern. Pilotprodukt ist Reis, der Start ist fuer den 30. September vorgesehen.