Thailands Eierindustrie kämpft gegen Schmuggel und steigende Kosten
Thailands Eierproduzenten leiden unter steigenden Futterkosten und billigen Schmuggeleiern aus gün/deren Nachbarländern. Ihr Verband will die Einfuhr von Elterntieren bei 440.000 Tieren pro Jahr deckeln und den Inlandsverbrauch anheben, der 98% der Produktion aufnimmt.
Von der Überproduktion zur marktgeführten Erzeugung
Thailands Eiersektor kämpft an zwei Fronten — steigende Produktionskosten und grenzüberschreitender Schmuggel, wie Bangkok Business News (bangkokbiznews.com) berichtet. Auf der Jahresversammlung des Verbands der Eierbauern waren sich die Branchenvertreter einig, dass das Kernproblem nicht mehr zu geringe Produktion ist, sondern die Marktstabilität unter neuen Risiken zu wahren.
Das heutige Modell geht auf den Preiseinbruch von 2017-2018 zurück, als die Liberalisierung der Elterntier-Einfuhr das Land mit Legehennen überschwemmte und die Erzeugerpreise auf 1,70-1,80 Baht je Ei drückte — unter die Produktionskosten. Als Reaktion stellten das Egg Board und die Branche von Mengenmaximierung auf einen Ansatz der "marktgeführten Erzeugung" um und legen die Mengen anhand von Verbrauchsdaten fest. Die zentrale Maßnahme senkte die Einfuhr von Elterntieren von mehr als 630.000 auf 440.000 Tiere pro Jahr.
Die Zahlen hinter der Quote
Mongkol Pipatsattayanuwong, Präsident des Verbands der Eierproduzenten, -händler und -exporteure, sagte, Thailand bemesse die Produktion am Spitzenverbrauch von rund 42-43 Millionen Eiern pro Tag, um Engpässe zu vermeiden. Die 440.000 Elterntiere ergeben etwa 51-52 Millionen Legehennen, die im Schnitt 43 Millionen Eier täglich liefern — genug für den Inlandsbedarf.
Die Quote bei 440.000 zu halten berge kein Versorgungsrisiko, so die Branchenvertreter, da Thailand in Teilen des Jahres weiterhin einen Überschuss erwirtschafte, besonders im vierten und ersten Quartal bei nachlassender Nachfrage. Die alternde Bevölkerung bremst zudem das Verbrauchswachstum.
Schmuggel und Futterkosten
Suthep Suwannarat, Vorsitzender des Verbands der südthailändischen Eierbauern, sagte, mehrere Nachbarländer produzierten günstiger, wodurch ihre Eier deutlich billiger seien und ein Anreiz zum Schmuggel entstehe — vor allem entlang der Südgrenze. Über den Preis hinaus werfen die Eier Fragen zur Lebensmittelsicherheit auf, da sich Produktionsstandards und Rückverfolgbarkeit nicht überprüfen lassen. Pornchai Iamsanguannijit, Sekretär des Entwicklungsfonds-Ausschusses der Eierindustrie, ergänzte, die Einfuhren mischten heute normalen Grenzhandel mit großangelegtem Schmuggel, der die Inlandspreise direkt treffe und ein Seuchenrisiko bergen könne.
Das Futter bleibt der größte Kostentreiber, da Mais und Sojaschrot hoch notieren und die thailändischen Produktionskosten über denen vieler Nachbarn liegen. Mongkol wies darauf hin, dass eine einzelne Legehenne ohne Stall und Ausrüstung mindestens 1.000 Baht koste, weshalb die Erzeuger die Leistung nah ans genetische Potenzial treiben müssten — bis zu 350 Eier über eine 80-wöchige Legeperiode, also rund 305 Eier pro Jahr.
Verbrauch als langfristige Lösung
Der Entwicklungsfonds der Eierindustrie, gespeist aus Beiträgen von 16 Elterntier-Importeuren von jährlich rund 22 Millionen Baht, hat seit seiner Gründung 2020 mehr als 130 Millionen Baht angesammelt. Er finanziert Exportförderung, Ausgleichszahlungen für das Ausmerzen von Legehennen und die Förderung der Eierverarbeitung, um Überschüsse aufzufangen.
Dennoch ist sich die Branche einig, dass die nachhaltige Antwort in höherer Inlandsnachfrage liegt, nicht in mehr Kapazität. Thailänder essen etwa 235 Eier pro Kopf und Jahr, gegenüber mehr als 300 in Malaysia, China und Japan. Ein zusätzliches Ei pro Person und Woche — 52 im Jahr — würde die Nachfrage um rund 3,3 Milliarden Eier steigern und etwa 18% mehr Produktion tragen. Da der Inlandsmarkt 98% der Produktion abnimmt, sieht die Branche genau hier ihre Zukunft.