Thailand schlägt Dreiparteienmodell für die Krise am Schulmilchmarkt vor
Thailands Nationaler Bauernrat will Erzeuger, Genossenschaften und Staat zusammenbringen, um Probleme am Schulmilchmarkt zu lösen. Der Vorschlag betrifft Beschaffungsvereinbarungen, Preislücken und die Gesetzgebung für die Milchviehwirtschaft.
Dreiparteienmodell soll Beschaffungsstreit lösen
Thailands Nationaler Bauernrat hat ein Dreiparteienmodell zur Bewältigung der Krise rund um das Schulmilchprogramm des Landes vorgeschlagen. Es soll Erzeuger, Molkereigenossenschaften und den Staat in einem gemeinsamen Rahmen zusammenführen. Der frühere Amtsträger Amnuay Patise ist an der Untersuchung der Marktprobleme beteiligt.
Im Mittelpunkt stehen insbesondere die Absichtserklärungen des Schulmilchsystems. Das vorliegende Material bezeichnet diese Vereinbarungen als ein zentrales Hindernis, nennt aber weder die umstrittenen Klauseln noch die beteiligten Organisationen oder die betroffene Milchmenge. Entscheidend wird deshalb sein, wie Pflichten und Geschäftsbedingungen zwischen Landwirten, Verarbeitern, Genossenschaften und öffentlichen Käufern verteilt werden.
Zuckermodell dient als Vorbild
Der vorgeschlagene Rahmen orientiert sich am thailändischen Modell für Zuckerrohr und Zucker. Teile dieses Systems sollen eine engere Abstimmung zwischen Milcherzeugern, gemeinschaftlichen Organisationen und dem Staat ermöglichen. Eine Formel zur Erlösverteilung oder Berechnung des Milchpreises wird nicht genannt; die Schließung von Preislücken gehört jedoch zu den erklärten Zielen.
Die Preisbildung ist für den Schulmilchmarkt entscheidend, weil öffentliche Kaufentscheidungen direkt mit den Einnahmen der Milchviehhalter und Genossenschaften verbunden sind. Gelten für Einkaufspreise, Verarbeitungskosten und Zahlungen an Landwirte unterschiedliche Regeln, entsteht an mehreren Stellen der Lieferkette Druck. Ein Dreiparteienmechanismus könnte diese Interessen ausgleichen, benötigt dafür aber verbindliche Vorgaben.
Vorschlag umfasst 2 Milchviehgesetze
Der Plan soll außerdem mit 2 Gesetzen zur Milchviehwirtschaft verbunden werden. Das Ausgangsmaterial nennt weder die Titel der Gesetze noch ihre einzelnen Bestimmungen. Die Rechtsreform wird dennoch als notwendig dargestellt, um Lücken bei der Preisbildung zu schließen und dem Modell eine stabilere institutionelle Grundlage zu geben.
Für Erzeuger und Verarbeiter wird entscheidend sein, ob die Gesetze transparente Verfahren zur Preisfestsetzung schaffen, Beschaffungspflichten definieren und die Rolle der Genossenschaften klären. Öffentliche Käufer benötigen zudem Regeln, die den Betrieb des Schulmilchprogramms sichern und zugleich Einkauf und Verteilung zu tragfähigen wirtschaftlichen Bedingungen ermöglichen.
Genossenschaften sollen breiteren Finanzierungszugang erhalten
Ein weiterer Bestandteil ist die geplante Verbindung von Molkereigenossenschaften, der unter der thailändischen Abkürzung อ.ส.ค. bekannten staatlichen Molkereiorganisation und dem Kapitalmarkt. Welche Finanzierungsinstrumente vorgesehen sind, bleibt offen. Die Stoßrichtung deutet jedoch darauf hin, dass Organisationen für Sammlung, Verarbeitung und Vermarktung der Milch zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten erhalten sollen.
Bislang handelt es sich um einen Rahmenvorschlag und nicht um eine fertige Einigung. Ein Starttermin, Beschaffungsmengen, Milchpreise und ein Budget wurden im bereitgestellten Material nicht genannt. Die Marktteilnehmer werden daher auf den Wortlaut der 2 Gesetze, einen konkreten Preismechanismus und neue Regeln für Schulmilchvereinbarungen achten. Erst diese Details werden zeigen, ob das Modell die Beschaffung stabilisieren und Thailands Milchviehhalter dauerhaft unterstützen kann.