Thailands DPO plant Umbau wegen Milchproduktbeständen von 1,5 Milliarden Baht
Thailands Dairy Farming Promotion Organization will ihre Produktion stärker an der Nachfrage ausrichten und 36.000 Tonnen verarbeitete Milchprodukte im Wert von 1,5 Milliarden Baht abbauen. Zugleich sollen der Monatsumsatz auf 550-600 Millionen Baht steigen, der Rohmilcheinkauf begrenzt und das Angebot höherwertiger Produkte ausgebaut werden.
DPO richtet die Produktion am Markt aus
Thailands Dairy Farming Promotion Organization, kurz DPO, hat einen Umbauplan vorgestellt, der Lagerbestände senken, die Liquidität wiederherstellen und die Produktion enger an die Nachfrage binden soll. Nach Angaben von Thansettakij verfügt die staatliche Organisation über 36.000 Tonnen verarbeitete Milchprodukte im Wert von 1,5 Milliarden Baht. Bis Ende 2026 soll der Bestand auf höchstens 30.000 Tonnen sinken.
DPO-Direktorin Watcharee Wansri erklärte, die aufgelaufenen Verluste seien nicht allein auf schwache Verkäufe zurückzuführen. Im Rahmen staatlicher Vorgaben habe die Organisation auch überschüssige Rohmilch ohne eigenes Budget und ohne klaren Absatzmarkt übernehmen müssen. Bei ihrem Amtsantritt lagerten mehr als 2,4 Millionen Kisten beziehungsweise über 80 Millionen Packungen abgelaufener Ware. Hinzu kamen fast 1 Milliarde Baht Schulden für Verpackungskarton und Maschinenwartung.
Einkaufskontrollen und Direktvertrieb
Der Sanierungsplan umfasst vier Maßnahmen. Die DPO will den regulären Rohmilcheinkauf auf die in den Absichtserklärungen vereinbarten 320 Tonnen pro Tag begrenzen und fordert einen zentralen staatlichen Mechanismus für Überschüsse. Seit Januar 2025 soll sie auf Bitte des Dairy and Milk Products Board zusätzlich 140 Tonnen täglich aufnehmen, ohne zweckgebundene Finanzierung oder flankierende Maßnahmen.
Zudem sollen die Bestände im Wert von 1,5 Milliarden Baht abgebaut werden, ohne die Marktpreise zu beschädigen. Entlassungen in den fünf Regionalwerken sind nicht vorgesehen. Stattdessen soll ein Teil der Beschäftigten für Direktverkäufe an Behörden, Krankenhäuser, Schulen und große Organisationen geschult werden. Die DPO will ihre Abhängigkeit von modernen Handelsketten, traditionellen Großhändlern und Vertriebspartnern verringern und lokale Gemeinschaften direkt beliefern. Für den margenstärkeren kommerziellen Markt wird außerdem ein alternatives, proteinreiches Milchprodukt vorbereitet.
Während der Schulferien war der Monatsumsatz unter 400 Millionen Baht gefallen, stieg zwischen April und Juli laut Thansettakij jedoch wieder auf fast 500 Millionen Baht. Das nächste Ziel liegt bei 550-600 Millionen Baht pro Monat. Damit soll genügend Liquidität entstehen, um Milchbauern monatlich mindestens 200 Millionen Baht zu zahlen. Gelingt die Bewältigung der zusätzlichen 140 Tonnen pro Tag, hält die DPO eine vollständige Wiederherstellung ihrer Liquidität innerhalb von drei Monaten für möglich.
Schulmilchprogramm und Werksnetz auf dem Prüfstand
Eine Ausweitung des thailändischen Schulmilchprogramms bis zur neunten Klasse könnte eine zusätzliche Nachfrage von rund 90 Tonnen pro Tag schaffen. Der landesweite Überschuss beträgt allerdings 211 Tonnen täglich. Nach Abzug der neuen Nachfrage blieben somit 121 Tonnen übrig. Zudem ist die Zuteilung der Quoten noch offen.
Für Lagerflächen in fünf Regionen zahlt die DPO monatlich 5 Millionen Baht und plant zunächst ein eigenes Lager in Zentralthailand. Geprüft wird außerdem, die fünf Werke auf drei zentrale Produktionsstandorte in Saraburi-Muak Lek, Khon Kaen und Südthailand zu konzentrieren. Die Werke in Chiang Mai und Sukhothai könnten zu Verteilzentren werden; darüber muss jedoch noch mit dem neuen DPO-Vorstand beraten werden. Grundstücke in verschiedenen Landesteilen sollen gemeinsam mit privaten Partnern zudem als Schulungs-, Tagungs- und Agrartourismusstandorte genutzt werden.