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Diesel in Thailand auf 18-Jahres-Hoch: Abgeordneter fordert Ende der Preisbindung an Singapur

Der Dieselpreis in Thailand ist auf 41,44 Baht gestiegen, den höchsten Stand seit 18 Jahren. Der Abgeordnete Atthawit Suwanpakdee von der United Thai Nation Party verlangt, dass das Energieministerium die Orientierung an Singapurer Preisen aufgibt. Der Ölfonds weist bereits ein Minus von 92 Milliarden Baht aus, und die Subvention von Biokraftstoffbeimischungen läuft am 24. September rechtlich aus.

Diesel in Thailand auf 18-Jahres-Hoch: Abgeordneter fordert Ende der Preisbindung an Singapur

Der Dieselpreis in Thailand hat 41,44 Baht erreicht und damit den höchsten Stand seit 18 Jahren. Ein Abgeordneter aus dem Regierungslager drängt das Energieministerium, die Singapurer Preisreferenz aufzugeben, auf der die heimische Kraftstoffpreisbildung beruht. Atthawit Suwanpakdee, Listenabgeordneter der United Thai Nation Party, erhob die Forderung am 24. September auf einer Pressekonferenz im Parlament, wie Daily News berichtet.

Eine Referenz in der Kritik

Laut Daily News erklärte Suwanpakdee, das Energieministerium nutze weiterhin einen fiktiven Singapurer Preis als Grundlage für die inländischen Verkaufspreise. Dieser Bezug sei vertretbar gewesen, solange Singapur ein reiner Verkaufsmarkt war; inzwischen schwanke der Preis jedoch zu stark, der Mechanismus sei verzerrt. Maßgeblich müsse stattdessen der Rohölpreis sein.

Seine Argumentation stützt er auf einen Vergleich: 2022 lag der Dieselpreis in Thailand bei 35 Baht, als Dubai-Rohöl 112 US-Dollar je Barrel kostete. Beim gleichen Dubai-Rohölpreis liege thailändischer Diesel heute bei 41,44 Baht, also mehr als 6 Baht höher — für ihn der Beleg für die Verzerrung des Singapurer Verkaufspreismechanismus. Die Schwankungen verband er mit den verbleibenden zwei Jahren der Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident und geht davon aus, dass die Ausschläge anhalten.

Singapur sei ein Exportmarkt und habe deshalb ein Interesse an hohen Exportpreisen, während es die eigenen Verbraucher separat stütze, sagte Suwanpakdee. Thailand verbrauche seinen Kraftstoff dagegen überwiegend im Inland und exportiere vergleichsweise wenig. Das Land müsse die Preise daher selbst überwachen und regulieren, statt der Singapurer Logik zu folgen.

Drei Geldquellen, alle begrenzt

Die Instrumente zur Dämpfung der Tankstellenpreise stoßen nach Darstellung des Abgeordneten an ihre Grenzen:

  • Kredite: Korn Chatikavanij von der Demokratischen Partei hatte gefragt, warum nicht ein Teil der Kreditlinie über 200 Milliarden Baht genutzt werde. Suwanpakdee hält das für untauglich: Eine Entnahme von 50 Milliarden Baht reiche nur für eine begrenzte Zahl von Tagen, und die Notverordnung zur Kreditaufnahme laufe im September 2027 aus, wenn der Preisdruck weiter bestehe.
  • Steuern: Eine drastische Senkung der Verbrauchsteuer würde die Einnahmeprognose für das Haushaltsjahr 2027 untergraben und die Staatsausgaben ohne Deckung lassen.
  • Ölfonds: Der Fonds weist derzeit ein Minus von 92 Milliarden Baht aus und erreicht nach seiner Schätzung kommende Woche 100 Milliarden Baht.

Alle drei dienten lediglich dazu, Geld nachzuschießen, solange die Singapur-Referenz bestehen bleibe.

Biokraftstoff-Subventionen treffen auf eine Frist

Suwanpakdee verwies zudem auf den 24. September 2026 als Ablaufdatum der Regelung im Ölfondsgesetz von 2019, die den Einsatz von Fondsmitteln für Ausgleichszahlungen erlaubte. Paragraf 55 dieses Gesetzes untersage dem Fonds, Kraftstoff mit Biokomponente zu subventionieren; dennoch habe die jüngste Kabinettssitzung am Dienstag einen Beschluss angestrebt, erneut Fondsmittel zur Stützung einzusetzen.

Er habe den Energieminister seit Langem auf die Palmöl-Dimension des Problems hingewiesen, sagte der Abgeordnete: Die Palmpreise seien weiterhin hoch, und ohne eine rasche rechtliche Korrektur bewege sich die Verwendung von Fondsmitteln für Beimischungen nach diesem Datum im illegalen Bereich. Er habe eine befristete Notverordnung zur Verlängerung der Biokraftstoff-Regelung erwartet, die jedoch ausgeblieben sei. Eine so geführte Energiepolitik werde Finanzpolitik und Gesamtwirtschaft schädigen.

Preisobergrenze statt freiem Lauf

Als Sofortmaßnahme verwies Suwanpakdee auf das Handelsministerium, das die Preise kontrollierter Güter festlegen darf. Kraftstoff gelte bereits als kontrolliertes Gut, ein Satz sei jedoch nie verkündet worden. Da ein Kabinettsbeschluss von 1991 die Orientierung an Weltmarktpreisen vorschreibe, müsse das Handelsministerium die Sache ins Kabinett zurückbringen, diesen Beschluss ändern und anschließend eine Höchstpreisgrenze festlegen — wie es bei Instantnudeln und Pflanzenöl geschieht.

Die Höhe der Obergrenze müsse das Büro für Energiepolitik und -planung im Energieministerium ermitteln und die Zahl an das Handelsministerium zur Bekanntgabe und Kabinettsbefassung übermitteln. Stattdessen lasse das Energieministerium die Preise ohne Obergrenze weiter steigen und halte an der Singapur-Referenz fest, was andere Verbraucherpreise mit nach oben ziehen werde. Auf die Frage nach der Abstimmung zwischen beiden Ministerien nannte er die Lage enttäuschend: Das Energieministerium sei um 2002 aus dem Handelsministerium ausgegliedert worden, die Preisaufsicht sei beim Handelsministerium geblieben, das ohne Daten des Büros für Energiepolitik und -planung jedoch nicht handeln könne. Kritik übte er auch an der Praxis, die Raffineriemargen wöchentlich oder monatlich per Ministerentscheid zu drücken: Damit werde der Preis zur Ermessensfrage, und Spielraum für Spekulation bleibe bestehen.

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