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Thailand setzt für mehr Agrarexporte auf chinesische Technologie und E-Commerce

Thailand und China wollen eine Arbeitsgruppe für Premium-Agrarprodukte und den Zugang thailändischer KMU zu chinesischen Onlineplattformen einrichten. Bangkok drängt zudem auf einen Reiskauf über 60.000 Tonnen und schnellere Zulassungen für Geflügel, Zuckersirup und weitere Früchte.

Thailand setzt für mehr Agrarexporte auf chinesische Technologie und E-Commerce

Technologie und Onlinekanäle für Thailands Agrarsektor

Thailand will chinesische Technologie, Investitionen und E-Commerce-Strukturen nutzen, um heimische Agrarprodukte in höherpreisigen Segmenten des chinesischen Marktes zu positionieren. Nach Angaben von Post Today wurde die Initiative am 9. Juli 2026 bei der vierten Sitzung des thailändisch-chinesischen Unterausschusses für Handel und Investitionen im thailändischen Handelsministerium erörtert.

Die thailändische stellvertretende Handelsministerin Piyanuch Wuttisorn traf Chinas stellvertretenden Handelsminister Yan Dong. Beide Seiten knüpften an Vorschläge an, die ihre stellvertretenden Ministerpräsidenten im Mai am Rande des APEC-Handelsministertreffens besprochen hatten. Im Mittelpunkt steht ein thailändisches Pilotprojekt, das chinesische Technologie und Innovation mit der lokalen Agrarproduktion verbinden soll, um Premiumprodukte zu entwickeln.

Die thailändischen Behörden beraten bereits mit Herstellern von Gesundheitsprodukten und Lebensmitteln für ältere Menschen. In China leben rund 320 Millionen Menschen über 60 Jahre, wodurch ein großer potenzieller Kundenkreis entsteht. China sieht eine Nachfrage für die geplanten Produkte, während Thailand um Unterstützung beim Zugang seiner kleinen und mittleren Unternehmen zu chinesischen Onlineplattformen bat.

China hat thailändischen KMU bereits eine kostenlose Teilnahme an Messen wie der China-ASEAN Expo ermöglicht. Künftig sollen aussichtsreiche Unternehmensgruppen und passende Fördermaßnahmen genauer bestimmt werden. Thailand bat außerdem um zusätzliche E-Commerce-Schulungen für die Privatwirtschaft.

Reis, Geflügel und Früchte auf der Handelsagenda

Die Gespräche behandelten mehrere kurzfristige Fragen des Agrarhandels. Thailand drängte auf eine Beschleunigung des nächsten Kaufs von 60.000 Tonnen thailändischem Reis und bat China, die von thailändischen Abnehmern benötigten Arten chemischer Düngemittel anzubieten. Bangkok forderte zudem schnellere Prüfverfahren für Exporte von thailändischem Geflügelfleisch und Zuckersirup.

Ein weiterer Schwerpunkt war der Marktzugang für Früchte. Thailand beantragte eine zügigere Öffnung des chinesischen Marktes für Salak und Datteln. China erklärte sich bereit, die Anliegen zu unterstützen und weiterhin thailändische Früchte zu importieren, insbesondere Durian, Mangostane und Kokosnüsse. Für Exporteure kommt es nun darauf an, wie schnell Zulassungen tatsächlich zu kommerziellen Lieferungen führen.

Die Regierungen vereinbarten die Gründung einer Arbeitsgruppe, die aus den Vorschlägen konkrete Maßnahmen entwickeln soll. Zudem wollen sie bald die siebte Sitzung des gemeinsamen Ausschusses für Handel, Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit auf Ebene der stellvertretenden Ministerpräsidenten abhalten. China bot an, das Treffen Anfang 2027 auszurichten.

Bilateraler Handel wächst um mehr als ein Fünftel

China ist seit 13 Jahren in Folge Thailands größter Handelspartner. Das bilaterale Handelsvolumen erreichte 2025 147,34 Milliarden $, ein Zuwachs von 21,13% gegenüber 2024. In den ersten fünf Monaten 2026 belief es sich auf 74,14 Milliarden $ und lag damit 28,38% über dem Vorjahreszeitraum.

Zu Thailands wichtigsten Exporten nach China zählen frische, gekühlte, gefrorene und getrocknete Früchte, Computer und Komponenten, Gummiwaren, Kunststoffgranulat und Naturkautschuk. Aus China importiert das Land vor allem elektrische und mechanische Maschinen samt Komponenten, Haushaltsgeräte, Chemikalien sowie Computer und Teile. Thailand warb außerdem um chinesische Investitionen in Elektrofahrzeuge, Forschung und Entwicklung, Design und vorgelagerte Fertigung, verbunden mit dem Einsatz thailändischer Bauteile und Arbeitskräfte.

Weitere Themen waren eine schnellere Registrierung geografischer Angaben, das baldige Inkrafttreten des modernisierten ASEAN-China-Freihandelsprotokolls, die Erweiterung der Regional Comprehensive Economic Partnership und der grenzüberschreitende Handel im Rahmen der Mekong-Lancang-Kooperation. Damit reichen die Gespräche über einzelne Produktzulassungen hinaus und betreffen auch Regeln und Vertriebskanäle für langfristige Handelsströme.

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