Thailand: Drei Behörden verknüpfen per MOU Agrardaten, FTA-Regeln und Exportfinanzierung
Thailands Amt für Agrarökonomie, die Abteilung für Handelsverhandlungen und die EXIM Bank haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Produktionsstatistik, Zollpräferenz-Expertise und Exportfinanzierung bündelt. Landwirte und Agrarexporteure sollen damit bestehende Freihandelsabkommen besser nutzen und sich auf die Folgen weiterer Liberalisierung vorbereiten. Unterzeichnet wurde das Papier laut Bangkok Biznews zum Abschluss des vierten FTA-Club-Jahrgangs.
Drei thailändische Behörden – das Amt für Agrarökonomie (OAE), die Abteilung für Handelsverhandlungen (DTN) und die Export-Import Bank of Thailand (EXIM Bank) – haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Agrarproduktionsdaten, Expertise zu Freihandelsabkommen und Exportfinanzierung in einem gemeinsamen Unterstützungskanal für Landwirte und Exporteure zusammenführt. Das berichtet Bangkok Biznews.
Die Vereinbarung betrifft die Zusammenarbeit zur Stärkung der thailändischen Handels- und Investitionsfähigkeit auf den Weltmärkten. Unterzeichnet wurde sie bei der Abschlussveranstaltung des vierten Jahrgangs des Programms „Verständnis für den Nutzen von Freihandelsabkommen schaffen und das FTA-Club-Netzwerk aufbauen“.
Drei Zuständigkeiten, ein Kanal
OAE-Generalsekretär Peeraphan Khorthong erklärte, die Nutzung von Freihandelsvorteilen setze im Agrarsektor mehrere Voraussetzungen zugleich voraus: Produktions- und Marktdaten, Verständnis der Handelsregeln sowie Zugang zu Finanzdienstleistungen. Die drei Behörden hielten es deshalb für notwendig, ihre jeweilige Fachkompetenz zu verbinden – zur Unterstützung der Markterschließung und zugleich als Vorbereitung auf die Folgen der Handelsliberalisierung.
- Die Abteilung für Handelsverhandlungen bringt Inhalte der Freihandelsabkommen, Zollpräferenzen und Handelsvorschriften ein.
- Die EXIM Bank steuert Kreditdienstleistungen, Exportversicherung und Währungsrisikomanagement bei; der Zugang richtet sich weiterhin nach den Kriterien der Bank.
- Das OAE liefert agrarökonomische Daten und Analysen, darunter Anbauflächen, Erntemengen, Agrarpreise sowie Ein- und Ausfuhrzahlen für Agrargüter.
Eine Lücke in der FTA-Nutzung
Bangkok Biznews wertet die Unterzeichnung nicht als reine Verwaltungsabstimmung, sondern als Versuch, eine strategische Schwachstelle zu schließen: Thailands Landwirte seien bei der Nutzung von Freihandelsabkommen bislang außen vor geblieben, weil ihnen präzise Produktionsdaten fehlten und sie finanzielle Risiken scheuten.
Die OAE-Daten zur Produktionsfähigkeit sollen gemeinsam mit Marktinformationen und Handelsbedingungen gelesen werden. So lässt sich erkennen, wo thailändische Agrargüter Spielraum für zusätzliche Ausfuhren haben und wo sich Erzeuger anpassen müssen. Dieselbe Analyse soll in Vorschläge zur Entwicklung des Agrarsektors unter liberalisiertem Handel einfließen.
Nicht nur Expansion, auch Anpassung
Nach Angaben von Peeraphan gibt die Zusammenarbeit Exporteuren und Landwirten eine Grundlage, Produktion und Absatz an Marktchancen auszurichten. Behörden wiederum können die gemeinsamen Auswertungen nutzen, um Hilfen für jene Teile der Landwirtschaft zu entwerfen, die von der Liberalisierung betroffen sind.
Das OAE will Daten und Wissen über Aktivitäten im Rahmen der Vereinbarung weitergeben, darunter Schulungen, Seminare und Beratung, damit Landwirte und Unternehmen die Informationen in eigene Entscheidungen übersetzen können. „Die Verknüpfung der OAE-Daten mit FTA-Wissen und Finanzdienstleistungen hilft Unternehmen, Geschäftschancen zu erkennen und sich umfassend vorzubereiten“, sagte Peeraphan. Ziel der Behörde sei es, dass agrarökonomische Daten die Produktions- und Absatzplanung der Landwirte verbessern.
Was die Vereinbarung offenlässt
Der Bericht nennt weder Budget noch Laufzeit oder quantitative Ziele der Zusammenarbeit und benennt auch keine vorrangigen Warengruppen oder Zielmärkte. Ebenso wenig wird angegeben, wie viele Landwirte und Unternehmen das FTA-Club-Netzwerk in vier Jahrgängen erreicht hat.
Bangkok Biznews beschreibt das Vorhaben als durchgängiges Exportökosystem und verweist darauf, dass künftig nicht allein höhere Exportwerte zu beobachten seien, sondern die Fähigkeit der Landwirte, sich dem Wettbewerb im Freihandel anzupassen und vom Rohstofflieferanten zum aktiven Händler im Netz der Freihandelsabkommen zu werden.