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Tatneft beginnt Bau von Russlands erster DL-Methionin-Anlage mit 100.000 Tonnen Kapazität

Tatneft hat in Tatarstan mit dem Bau von Russlands erster DL-Methionin-Anlage begonnen und setzt dabei auf Technologie des chinesischen Unternehmens Eppen. Die Investition von 83 Milliarden Rubel schafft eine Jahreskapazität von 100.000 Tonnen und übertrifft damit den derzeit geschätzten russischen Bedarf.

Tatneft beginnt Bau von Russlands erster DL-Methionin-Anlage mit 100.000 Tonnen Kapazität

Tatneft startet Futtermittelprojekt für 83 Milliarden Rubel

Tatneft hat mit dem Bau einer Anlage begonnen, die KazanFirst als Russlands erstes Werk für die Futtermittelaminosäure DL-Methionin bezeichnet. Der Standort liegt im Bezirk Nischnekamsk in Tatarstan, in der Sonderwirtschaftszone Grünes Tal. Zum Einsatz kommt Technologie des chinesischen Unternehmens Eppen. Tatarstans Republikoberhaupt Rustam Minnichanow und der russische Vizepremier Dmitri Patruschew nahmen an der Grundsteinlegung teil.

Die Anlage ist für eine Jahresproduktion von 100.000 Tonnen DL-Methionin ausgelegt; vorgesehen sind Investitionen von 83 Milliarden Rubel. Die Aminosäure wird Futtermitteln für Geflügel, Schweine und Wiederkäuer zugesetzt. Das Landwirtschaftsministerium Tatarstans erklärte gegenüber KazanFirst, sie fördere Wachstum, Gewichtszunahme, Stressresistenz und Leistung und verbessere zugleich die Futterverwertung. Eine effizientere Fütterung kann den Getreideanteil in den Rationen und letztlich die Kosten der Fleischproduktion senken.

Kapazität übersteigt den geschätzten Inlandsbedarf

AgroInsight-Geschäftsführerin Ljubow Sawkina bezifferte den russischen Methioninmarkt auf rund 66.000 Tonnen. Russland habe 2025 etwa 43.000 Tonnen importiert und weitere 25.000 Tonnen selbst produziert. Die Importabhängigkeit liege damit bei 60–65%; 99% der Einfuhren kämen aus China. Die Nennkapazität des neuen Werks würde den derzeit geschätzten Verbrauch übertreffen und Spielraum für Marktwachstum oder Lieferungen in andere GUS-Staaten schaffen.

Sawkina zufolge stiegen die russischen Methioninpreise zwischen März und April um 36%, von 330 auf 450 Rubel je Kilogramm. Unterbrechungen bei Rohstofflieferungen nach China hätten Engpässe bei Methionin und anderen Aminosäuren ausgelöst. Eine große Inlandsanlage kann die Abhängigkeit von importierter Fertigware verringern. Wegen der chinesischen Technologie bleibt eine verlässliche grenzüberschreitende Industriekooperation jedoch wichtig.

Chinesische Technologie bildet die Projektbasis

Eppen-Gründer Yen Xiaoping erklärte, die Partner wollten chinesische Technologie mit russischen Ressourcen verbinden. Die Ningxia Eppen Investment Group ist größter Aktionär der Finanz- und Industriegruppe Star Lake Biotechnology. Nach Daten des chinesischen Chemiefaserverbandes, die KazanFirst zitiert, betreibt Eppen Biotech weltweit acht Tochtergesellschaften. Der Konzernumsatz überstieg 2024 170 Milliarden Yuan.

Das DL-Methionin-Werk ist der erste Ansiedler am neuen Standort Nischnekamsk der Sonderwirtschaftszone Grünes Tal. Russland gründete die Industriezone 2025 und erweiterte sie Mitte Juli 2026, nachdem die Flächen am ursprünglichen Standort Sainsk schnell belegt waren. Für Ansiedler beträgt der regionale Gewinnsteuersatz in den ersten fünf Jahren 0%, in den folgenden fünf Jahren 5% und danach 13,5%. Zudem entfällt die Transportsteuer. Die Vergünstigungen verbessern den Kostenrahmen eines Projekts, das Importe ersetzen und Russlands industrielle Biotechnologie ausbauen soll.

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