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Tansanias Reisüberschuss macht Kameruns Produktionslücke sichtbar

Tansania entwickelte sich von einer weitgehenden Deckung des Eigenbedarfs im Jahr 2018 zu einem Nettoexporteur mit dauerhaftem Reisüberschuss. Kamerun bleibt trotz höherer Zölle und angekündigter Flächenausweitung stark von Importen abhängig.

Tansanias Reisüberschuss macht Kameruns Produktionslücke sichtbar

Tansania schafft einen Reisüberschuss für die Region

Zwischen 2018 und 2023 wandelte sich Tansania von einem strukturellen Reisimporteur zu einem Nettoexporteur, der Nachbarländer in der Ostafrikanischen Gemeinschaft beliefert. Nach Angaben von News du Camer erreichte die Produktion fünf Jahre später 2,13 Millionen Tonnen geschälten Reis, nachdem sie 2018 gerade zur Deckung des Inlandsverbrauchs ausgereicht hatte.

Seit 2020 exportiert Tansania im Durchschnitt 386.000 Tonnen pro Jahr. Fast 99 % davon gehen zollfrei in andere Märkte der Ostafrikanischen Gemeinschaft. Der Selbstversorgungsgrad bei Nahrungsmitteln liegt bei 128 %. Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi und die Demokratische Republik Kongo gehören zu den wichtigen Absatzländern und ersetzen teilweise Reislieferungen aus Südasien.

Grundlage des Ausbaus ist eine 2009 gestartete nationale Strategie für die Reiswirtschaft. Sie wird in zwei Phasen umgesetzt, wobei die zweite bis 2030 läuft. Eine interministerielle Arbeitsgruppe veröffentlicht halbjährliche Berichte zu den quantitativen Zielen. Bis 2030 will Tansania seine Produktion von geschältem Reis auf 6,85 Millionen Tonnen nahezu verdreifachen.

Bewässerung und Marktzugang stützen Investitionen

Die Bewässerung war für den Produktionsanstieg entscheidend. Der 2010-2011 gestartete Southern Agricultural Growth Corridor of Tanzania machte in Tälern wie Kilombero zwei oder drei Ernten jährlich möglich, während der Regenfeldbau nur eine Ernte zulässt. Verbesserte Sorten wie SARO 5 und Schulungen von Landwirten durch andere Landwirte erhöhten ebenfalls die Produktivität, ohne eine teure Mechanisierung vorauszusetzen.

Die regionale Nachfrage bietet einen Absatzkanal für die zusätzlichen Mengen. Laut News du Camer weisen die benachbarten Länder der Ostafrikanischen Gemeinschaft zusammen ein Reisdefizit von mehr als 2 Millionen Tonnen auf. Der zollfreie Zugang eröffnet tansanischen Erzeugern, Verarbeitern und Händlern damit einen nahe gelegenen Markt. Kenia importiert weiterhin 90 % seines Reises, baut aber seit 2019 seine Bewässerung aus, unter anderem mit dem 2022 fertiggestellten Thiba-Damm.

Kameruns Importrechnung bleibt hoch

Kamerun folgt einer anderen Entwicklung. Unter Berufung auf das nationale Statistikinstitut berichtet News du Camer, dass die Reisimportrechnung 2024 um 59 % auf 318,5 Milliarden CFA-Franc stieg, nach 200,8 Milliarden CFA-Franc im Jahr 2023. Das war der höchste Wert seit sieben Jahren und doppelt so viel wie 2020. Reis machte 58,6 % der gesamten Getreideimportrechnung aus.

Im Jahr 2025 sank der Betrag um 15,6 % auf 268,7 Milliarden CFA-Franc. Der Rückgang wird vor allem mit höheren Zöllen erklärt: zusätzlich 5 % auf gewöhnlichen Reis und 20 % auf Luxusreis. Solche Maßnahmen können Importe bremsen, erhöhen aber weder die Erträge noch die Bewässerungs- oder Verarbeitungskapazität.

Kamerun hat angekündigt, weitere 70.000 Hektar zu erschließen und die heimische Reisproduktion von 140.710 auf 460.000 Tonnen zu steigern. Selbst bei Erreichen dieses Ziels bliebe die Erzeugung deutlich unter dem Inlandsbedarf von mehr als 1,2 Millionen Tonnen. Das Programm PIISAH läuft von 2024 bis 2026, während auch die umfassendere Strategie SND30 die Landwirtschaft fördern soll. Nach Einschätzung der Publikation bleiben Umsetzung und Rechenschaftspflicht jedoch schwächer als in Tansania.

Der Unterschied reicht über die Landwirtschaft hinaus. Kameruns öffentliche Verschuldung lag Ende Juni 2026 bei 15,607 Billionen CFA-Franc, und der IWF stuft das Land laut News du Camer als Land mit hohem Risiko einer externen Schuldenkrise ein. Weniger Reisimporte könnten Devisenreserven und Handelsbilanz entlasten, erfordern aber dauerhaftes Kapital für Bewässerung, Saatgut, Beratung und Verarbeitung. Tansanias Entwicklung zeigt, dass Produktionsziele erst zusammen mit verlässlicher Infrastruktur, regelmäßiger Kontrolle und dem Zugang zu einem großen regionalen Defizitmarkt wirtschaftlich wirksam werden.

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