Maisankauf für Staatsreserven stockt in Tansania und Malawi, Bauern lehnen Richtpreise ab
Tansanias Nationale Lebensmittelreserve-Agentur beginnt in Njombe mit dem Maisankauf zu einem Richtpreis von 450 Schilling je Kilogramm, den ein Teil der Bauern ablehnt. In Malawi hat eine gleichnamige Agentur ihr Vertragslieferantenmodell aufgegeben, nachdem bis Mitte August nur 26.663 Tonnen von 108.000 Tonnen zusammenkamen. Angenommen wird nun ab einer Tonne von jedem Verkäufer zu 900 Kwacha je Kilogramm.
Zwei staatliche Getreideaufkäufer gleichen Namens bekommen zu wenig Mais. Tansanias Nationale Lebensmittelreserve-Agentur (NFRA) öffnet den Ankauf in Njombe zu einem Richtpreis von 450 Schilling je Kilogramm, während Malawis NFRA ihr Modell mit Vertragslieferanten aufgegeben hat, nachdem weniger als ein Viertel des Saisonziels eingegangen war.
Ankauf in Njombe zu 450 Schilling je Kilogramm
Die NFRA will in der kommenden Woche mit dem Maisankauf bei Bauern in Njombe beginnen und den Erzeugern damit einen Absatzweg über die staatliche Beschaffung eröffnen. Als Richtpreis hat die Agentur 450 Schilling je Kilogramm festgelegt.
Akzeptiert wird dieser Preis nicht überall. Wie The Citizen berichtet, hat die NFRA Gespräche mit Maisbauern aufgenommen, um Getreide für ihr Ankaufprogramm zu sichern; ein Teil der Erzeuger lehnt die 450 Schilling ab. Ein Mengenziel für den Ankauf in Njombe ist in den bislang verfügbaren Berichten nicht genannt.
Malawi streicht die Vertragspflicht
In Malawi hat die gleichnamige Agentur den Maisankauf für alle Lieferanten geöffnet, auch für solche ohne Vertrag, wie mwnation.com berichtet. Vorausgegangen waren Schwierigkeiten, Getreide von den 185 Lieferanten zu bekommen, die 108.000 Tonnen für die Strategische Getreidereserve liefern sollten.
Im erweiterten Programm kann jede Person und jedes Unternehmen mit Mais ohne vorherige vertragliche Vereinbarung an die NFRA liefern; angenommen wird ab einer Tonne nach dem Prinzip der Reihenfolge des Eingangs, wie aus Mitteilungen auf der Website und der Facebook-Seite der Agentur hervorgeht. Der gesamte gelieferte Mais wird geprüft und auf Qualität kontrolliert und muss den vorgeschriebenen Standards der Agentur entsprechen. Der Ankaufpreis liegt bei 900 Kwacha je Kilogramm, das entspricht 45.000 Kwacha je 50-kg-Sack. Angenommen wird an acht Lagern:
- Kanengo, Lilongwe
- Kazomba, Mzimba
- Mzuzu
- Karonga
- Mangochi
- Limbe, Blantyre
- Luchenza, Thyolo
- Bangula, Nsanje
Händler fordern 1.200 Kwacha, Admarc gehen die Mittel aus
Die Vertragslieferanten hatten ab dem 21. Juli drei Wochen Zeit für die Lieferung. Am 3. August sagte NFRA-Geschäftsführer Bruce Munthali, die Lieferanten seien etwa eine Woche in dieser Frist und viele hätten das Getreide nicht geliefert. Bis Mitte August kaufte die Agentur 26.663 Tonnen an, weniger als ein Viertel des Ziels von 108.000 Tonnen. Munthali lehnte gegenüber mwnation.com Angaben zu angekauften Mengen, eingesetzten Mitteln und geänderten Ankaufregeln ab und verwies auf eine geplante Pressekonferenz der Regierung; Aufsichtsratsvorsitzender Howard Matiya Nkhoma erklärte, Munthali könne dies besser beantworten. Informationsminister Shadric Namalomba sagte, die Zahlen lägen bei der Agentur und diese müsse sie liefern können.
Grace Mijiga-Mhango, Präsidentin des malawischen Getreidehändlerverbands, warnte, die NFRA werde ihr Ziel verfehlen, wenn sie den Ankaufpreis nicht von 900 auf 1.200 Kwacha je Kilogramm anhebe. Der Hauptfehler sei die Preisfestsetzung auf Hofniveau ohne Berücksichtigung von Transport- und sonstigen Kosten der Anlieferung an die Lager; zudem sei fraglich, ob die Vertragslieferanten den zugesagten Mais überhaupt besaßen. Bauern, die Bestände halten, wollten angesichts der Betriebsmittelkosten nicht zu 900 Kwacha verkaufen; 1.200 Kwacha würden Bauern wie Händler in den Markt holen. Sie empfahl der Regierung Vertragsanbau, einen früheren Markteintritt und Preise in den Städten, die die Transportkosten abbilden.
Im Staatshaushalt 2026/27 wurden der NFRA 60 Milliarden Kwacha für den Maisankauf zugewiesen. Finanzminister Joseph Mwanamvekha erklärte jedoch am 21. Juli im Parlament, der Agentur seien 100 Milliarden Kwacha bereitgestellt worden, um die Ernährungssicherung angesichts der Folgen von El Niño für die Produktion zu stärken. Auch die Agrarvermarktungsgesellschaft Admarc verfehlt ihr Ziel: Ihr wurden im Haushalt 2026/27 60 Milliarden Kwacha für kommerziellen Mais und andere Kulturen zugewiesen, angestrebt waren 65.000 Tonnen Mais. Der Ankauf ruht, nachdem die im Mai freigegebenen 5 Milliarden Kwacha aufgebraucht sind. Sprecherin Teresa Chapulapula sagte, Admarc habe in diesem Jahr 3.701,173 Tonnen gekauft; Bauern hätten weiter Mais, was die anhaltenden Verkäufe an Händler und an die NFRA zeigten.
Bedarf von 97.887 Tonnen in der Hungerzeit
Die Ernährungssicherungsanalyse des malawischen Vulnerability Assessment Committee für 2026 geht davon aus, dass 2,6 Millionen Menschen und damit 14 Prozent der prognostizierten Bevölkerung ihren Jahresbedarf an Nahrungsmitteln in der Hungerzeit 2026/27 nicht decken können. Die Betroffenen benötigen drei bis vier Monate Nahrungsmittelhilfe, der Gesamtbedarf wird auf 97.887 Tonnen geschätzt.