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Tansania baut Mtwara für Transitfracht aus dem südlichen Afrika aus

Tansania errichtet bei Mtwara einen 300 Meter langen und 15 Meter tiefen Liegeplatz für größere Massengutfrachter und Transitladung aus dem südlichen und zentralen Afrika. Das Projekt ist zu 44 % fertig und soll 2027 abgeschlossen werden; entscheidend bleiben jedoch Straßen, Grenzabfertigung, Gebühren und Liniendienste.

Tansania baut Mtwara für Transitfracht aus dem südlichen Afrika aus

Neuer Liegeplatz schafft Kapazität für Massengut

Tansania erweitert den Hafen Mtwara, um einen größeren Anteil der Warenströme zwischen dem Indischen Ozean und den Märkten im südlichen und zentralen Afrika zu gewinnen. Business Insider Africa berichtet, dass bei Kisiwa Mpangawe, auch Kisiwa Mgao genannt, nahe dem südlichen Hafen ein 300 Meter langer Liegeplatz entsteht. Mit 15 Metern Wassertiefe soll die Anlage größere Schiffe mit Zement, Kohle und anderen Massengütern aufnehmen können.

Die Bauarbeiten sind zu 44 % abgeschlossen und sollen 2027 enden, berichtete The Citizen unter Berufung auf den kommissarischen Hafenleiter von Mtwara, Hekima Ngezi. Die angrenzende Frachtfläche wird eine Kapazität von rund 100.000 Tonnen besitzen. Die Behörden wollen staubintensive Massengüter vom übrigen Verkehr des Haupthafens trennen und damit betriebliche Konflikte bei steigendem Umschlag verringern.

Umschlag steigt auf mehr als das Vierfache

Nach zuvor veröffentlichten Angaben tansanischer Hafenbehörden stieg Mtwaras Güterumschlag von rund 592.000 Tonnen im Geschäftsjahr 2021/22 auf 2,58 Millionen Tonnen 2024/25. Dem Wachstum gingen Investitionen in einen weiteren 300 Meter langen Liegeplatz, Frachtflächen, Lagerhäuser und moderne Umschlagtechnik voraus. Zwischen Februar und August 2026 liefen 23 Schiffe den Hafen an; zudem wurden 6.390 Fahrzeuge abgefertigt, von denen einige für Nachbar- und Binnenländer bestimmt waren.

Das Ladungsspektrum reicht inzwischen weit über die saisonalen Cashewausfuhren hinaus, von denen der Hafen lange abhängig war. Mtwara schlägt heute Treibstoff, Zement, Kohle, Cashewnüsse, Straucherbsen, Fahrzeuge, Maschinen und Ausrüstung für große Bauprojekte um. Zement aus dem Werk von Dangote Cement in Mtwara wird nach Sansibar, auf die Komoren und nach Mosambik verschifft. Der neue Liegeplatz soll diese Diversifizierung vertiefen und Hafenkapazität näher an die Agrar-, Bergbau-, Zement- und Gasregionen im Süden Tansanias bringen.

Der regionale Korridor steht vor dem Markttest

Tansania will über Mtwara Malawi, Mosambik, Sambia, Simbabwe und Teile der Demokratischen Republik Kongo bedienen. Der Hafen bildet den maritimen Anker des Mtwara Development Corridor, den Tansania, Malawi, Mosambik und Sambia 2004 offiziell starteten. Eine Hauptroute führt über rund 800 Kilometer durch Lindi und Ruvuma bis Mbamba Bay am Malawisee. Verzögerte Bahn- und Industrievorhaben führen jedoch dazu, dass der Korridor weiterhin überwiegend von Straßen abhängt.

Ein größerer Hafen allein sichert daher noch keine dauerhaften Transitmengen. Importeure und Exporteure werden Straßenqualität, Grenzabfertigung, Hafengebühren und Abfahrtsfrequenz mit den Alternativen über Nacala und Beira in Mosambik sowie dem Korridor von Daressalam vergleichen. Daressalam wickelt weiterhin rund 95 % des internationalen Seehandels Tansanias ab. Der Hafen erreichte 2024/25 einen Umschlag von 27,7 Millionen Tonnen nach 23,69 Millionen Tonnen im Vorjahr. Die drei wichtigsten Seehäfen des Landes verarbeiteten 2025 rund 35,59 Millionen Tonnen Ein- und Ausfuhren, gegenüber 28,08 Millionen Tonnen 2024. Der tiefere Liegeplatz erweitert die Kapazität im Süden, doch erst die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten Landroute entscheidet über regelmäßige regionale Fracht.

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