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Taebaek schließt Methanolpakt und sucht nach dem Kohleausstieg eine neue Industriebasis

Taebaek will mit einer Vereinbarung zwischen fünf Parteien die Produktion von sauberem Methanol mit Schifffahrt, Logistik und Nachfrage verbinden. Nach der vorzeitigen Schließung der Jangseong-Mine sucht die südkoreanische Stadt eine neue industrielle Grundlage.

Taebaek schließt Methanolpakt und sucht nach dem Kohleausstieg eine neue Industriebasis

Fünf Parteien planen eine integrierte Methanolkette

Taebaek, eine frühere Kohlestadt in der südkoreanischen Provinz Gangwon, hat eine Absichtserklärung zum Aufbau einer Industrie für sauberes Methanol unterzeichnet. Das Vorhaben soll Produktion, Vertrieb, Seelogistik und Endnachfrage verbinden. Beteiligt sind neben der Stadt Eco Methanol, Hyundai Corporation, die globale Reedereigruppe Wallenius Wilhelmsen und Eukor Car Carriers.

Nach Angaben von Korea Herald Business zählt das Projekt zu den wichtigsten Ersatzindustrien im Wirtschaftsentwicklungsprogramm Taebaeks. Es geht nicht nur um eine Produktionsanlage: Die Beteiligten wollen eine kommerzielle Kette schaffen, die in Südkorea erzeugtes Methanol an Nutzer in Schifffahrt und Logistik liefert. Bislang handelt es sich jedoch um einen Kooperationsrahmen. Produktionskapazität, Investitionssumme, Bauzeitplan und geplanter Betriebsbeginn wurden nicht genannt.

Aufgaben reichen von Produktion bis Bunkerung

Eco Methanol soll in Taebaek die Infrastruktur zur Produktion von sauberem Methanol errichten. Wallenius Wilhelmsen und Eukor Car Carriers wollen beim Aufbau von Seelogistik und Bunkernetzen für sauberere Schiffskraftstoffe zusammenarbeiten. Hyundai Corporation prüft den Einsatz einheimischer sauberer Kraftstoffe beim Übergang zu einer emissionsärmeren Logistik. Die Stadt übernimmt Unterstützung bei Grundstückssicherung, Genehmigungen und Abstimmungen mit der Zentralregierung.

Durch die Beteiligung von Schifffahrts- und Logistikunternehmen ist das Vorhaben mit tatsächlicher Kraftstoffnachfrage verbunden und bleibt nicht auf die Produktion beschränkt. Korea Herald Business zufolge ist Südkorea bei Schiffskraftstoffen derzeit vollständig von ausländischen Lieferungen abhängig. Eine heimische Basis für sauberes Methanol könnte eine zusätzliche Bezugsquelle schaffen und Reedereien bei der Einhaltung von Kohlenstoffvorschriften helfen. Offen bleibt, ob die Produktion Importe vollständig ersetzen, bestimmte Häfen bedienen oder auch an ausländische Käufer gehen soll.

Minenschließung erhöht den Handlungsdruck

Das Vorhaben folgt auf die politisch beschlossene vorzeitige Schließung der Jangseong-Mine. Damit endete die Kohleindustrie, die Taebaeks Wirtschaft lange getragen hatte. Die Stadt fördert sauberes Methanol und weitere Ersatzindustrien, um nach dem Bergbau Arbeitsplätze und Investitionen zu gewinnen. Bürgermeister Lee Sang-ho bezeichnete die Vereinbarung als mögliches Modell für einen gerechten Kohleausstieg. Die wirtschaftliche Wirkung hängt jedoch von Finanzierung, Bau und verbindlichen Abnahmezusagen ab.

Taebaek will die Zentralregierung um eine frühzeitige Übertragung des stillgelegten Minengeländes und um Maßnahmen zum Aufbau eines Anfangsmarktes bitten. Dazu gehört ein befristeter Carbon Contract for Difference, kurz CCfD, der den Preisabstand bei sauberem Methanol ausgleichen soll. Der Antrag macht die zentrale Herausforderung deutlich: Die private Projektfinanzierung muss rechtzeitig stehen, während potenzielle Käufer einen wettbewerbsfähigen Kraftstoffpreis benötigen. Die Nachfrage könnte steigen, wenn die Kohlenstoffregeln der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation und der Europäischen Union ab 2028 deutlich strenger werden. Aus der Absichtserklärung müssen aber noch finanzierte Anlagen, Logistikinfrastruktur und verbindliche Nachfrage entstehen.

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