Tadschikistan steigert Weizen- und Mehlimporte bei sinkender Inlandserzeugung
Tadschikistan importierte von Januar bis Juni 2026 insgesamt 660.800 Tonnen Weizen und 35.400 Tonnen Mehl. Eine geringere heimische Weizenerzeugung und der Bedarf der wachsenden Bevölkerung ließen die Einfuhren steigen.
Weizenimporte steigen bei schrumpfender Inlandserzeugung
Tadschikistan importierte von Januar bis Juni 2026 insgesamt 660.800 Tonnen Weizen im Wert von rund 171 Millionen $, wie Asia-Plus unter Berufung auf die nationale Antimonopolbehörde berichtete. Gegenüber dem entsprechenden Zeitraum 2025 nahm die Menge um 47.500 Tonnen beziehungsweise 7,7% zu.
Der durchschnittliche Importwert erreichte 259 $ je Tonne und lag damit 25 $ über dem Vorjahresniveau. Der gesamte Weizen kam aus Kasachstan; rund 60 Unternehmen waren am Import beteiligt. Die Zahlen zeigen die Abhängigkeit der tadschikischen Mühlenindustrie von einem einzigen ausländischen Lieferanten ihres wichtigsten Rohstoffs.
Die Einfuhren stiegen, während die heimische Weizenerzeugung zurückging. In den ersten sechs Monaten 2026 produzierte Tadschikistan 510.000 Tonnen, 78.000 Tonnen oder 13,3% weniger als im ersten Halbjahr 2025. Der Rückgang vergrößerte die Menge, die Mühlen und Händler durch Auslandskäufe decken mussten.
Mehlimporte und heimische Verarbeitung wachsen
Im ersten Halbjahr importierte Tadschikistan außerdem 35.400 Tonnen Mehl im Wert von 11,3 Millionen $. Der durchschnittliche Wert betrug 320 $ je Tonne. Gegenüber Januar bis Juni 2025 stieg die Menge um 11.000 Tonnen beziehungsweise 45,2% und damit deutlich schneller als die Weizeneinfuhr.
Neunzehn Unternehmen importierten Mehl. Kasachstan lieferte rund 95% der Gesamtmenge, Russland 4% und Usbekistan 1%. Damit behielt Kasachstan in beiden Bereichen der tadschikischen Getreideversorgung seine dominierende Stellung, während zwei weitere Nachbarländer begrenzte Mehlmengen bereitstellten.
Die höheren Mehlimporte verhinderten nicht den Ausbau der heimischen Verarbeitung. Tadschikische Betriebe erzeugten binnen sechs Monaten 399.400 Tonnen Mehl, 95.800 Tonnen oder 31,6% mehr als im Vorjahr. Steigende Weizenimporte und eine höhere Mehlproduktion sprechen für eine stärkere Auslastung der örtlichen Mühlen. Der gleichzeitige Zuwachs bei Fertigmehlimporten deutet darauf hin, dass die Gesamtnachfrage schneller stieg als das Angebot der inländischen Verarbeiter.
Bevölkerungswachstum stützt die Nachfrage
Der Großhandelspreis für einen Sack Mehl erster Qualität lag bei den Verarbeitungsbetrieben zwischen 200 und 240 Somoni. Einschließlich der Lieferung nach Duschanbe wurden 215–275 Somoni erreicht. Auf Verbrauchermärkten verkauften staatliche Stellen einen Sack für 200–230 Somoni. Im ersten Halbjahr verteuerte sich heimisches Mehl erster Qualität um 2%, Mehl zweiter Qualität um 2,9%.
Die höheren Weizen- und Mehlkäufe fallen mit einem raschen Bevölkerungswachstum zusammen. Nach Angaben der tadschikischen Statistikbehörde stieg die Einwohnerzahl von rund 6,3 Millionen im Jahr 2000 auf 10,3 Millionen im Jahr 2024, ein Zuwachs von fast 64%. Das durchschnittliche jährliche Wachstum betrug in diesem Zeitraum rund 2,1%; allein 2024 nahm die Bevölkerung um etwa 2% zu.
Am 1. Juli 2025 hatte Tadschikistan 10,6038 Millionen Einwohner. Diese demografische Entwicklung erhöht den Bedarf an Mehl und anderen Grundnahrungsmitteln kontinuierlich. Für Mühlen, Importeure und Händler entsteht das zentrale Geschäftsrisiko aus der Kombination von steigender Nachfrage, geringerer heimischer Weizenerzeugung und einer auf Kasachstan konzentrierten Beschaffung. Änderungen der kasachischen Lieferbedingungen oder Preise können deshalb rasch auf tadschikische Verarbeitungskosten und Mehlmärkte durchschlagen.