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Syrien meldet saisonale Weizenselbstversorgung, doch Zahlungsverzug gefährdet die nächste Ernte

Syrien hat in dieser Saison Berichten zufolge mehr als 2,7 Millionen Tonnen Weizen übernommen und damit den geschätzten Jahresbedarf von 2,55 Millionen Tonnen übertroffen. Zahlungsverzögerungen und die breite Ernährungsunsicherheit stellen die Dauerhaftigkeit des Ergebnisses infrage.

Syrien meldet saisonale Weizenselbstversorgung, doch Zahlungsverzug gefährdet die nächste Ernte

Lieferungen übersteigen den geschätzten Jahresbedarf

Syrien hat erstmals seit Jahren eine saisonale Selbstversorgung mit Weizen erreicht, erklärte der Wirtschaftsanalyst Hassan Deeb gegenüber RT; Ahwal griff die Aussagen auf. Der Staat übernahm in diesem Jahr mehr als 2,7 Millionen Tonnen und damit mehr als den offiziell auf 2,55 Millionen Tonnen geschätzten tatsächlichen Jahresbedarf.

Die gemeldete Menge bedeutet eine starke Erholung gegenüber der Saison 2025, als die Gesamtproduktion höchstens 934.000 Tonnen erreichte. Deeb zufolge kann die größere Ernte die strategischen Vorräte stärken, den Importbedarf verringern und Devisen sparen. Eine unverzügliche Bezahlung der Landwirte würde zudem Liquidität in ländliche Märkte bringen und Transport, Dienstleistungen sowie Handel rund um die Landwirtschaft stützen.

Das Ergebnis bleibt dennoch deutlich unter den Vorkriegskapazitäten Syriens. Vor dem Krieg produzierte das Land jährlich etwa 4,1 Millionen Tonnen Weizen und versorgte sich selbst. Der Konflikt beschädigte den Agrarsektor; wiederholte Dürren, insbesondere die schwere Dürre 2025, senkten die Erzeugung zusätzlich und zwangen das Land jahrelang zu Importen, vor allem aus Russland.

Staatliche Anreize treffen auf einen Liquiditätsengpass

In der laufenden Saison hob die syrische Regierung ihren Ankaufspreis für Weizen auf ein als attraktiv bezeichnetes Niveau an. Damit sollten mehr Lieferungen an die syrische Getreidebehörde gelangen und Abflüsse in Nachbarmärkte oder an private Händler begrenzt werden. Die Behörden erweiterten außerdem die Annahmestellen und verbesserten Transport und Lagerung.

Diese Maßnahmen halfen dem Staat bei der Getreidebeschaffung, doch verspätete Zahlungen schwächen ihre Wirkung für die Erzeuger. Ahwal berichtete, dass viele Landwirte ihr Geld für bereits an den Staat gelieferten Weizen noch nicht erhalten haben. Vor landwirtschaftlichen Genossenschaftsbanken bildeten sich lange Schlangen; Bauern wird dort wiederholt mitgeteilt, es sei kein Bargeld verfügbar.

Landwirt Mohammed Matar sagte RT, die Verzögerungen hinderten ihn und Tausende weitere Erzeuger daran, Schulden für Saatgut, Dünger, Kraftstoff, Arbeitskräfte, Ernte und Transport zu begleichen. Bauern protestierten, um Zahlungen und zusätzliche Filialen der Genossenschaftsbanken zu fordern. Vorwürfe, wonach Vermittler gegen Gebühr einzelne Auszahlungen beschleunigen können, blieben dem Bericht zufolge bisher ohne offizielle Antwort.

Die nächste Saison entscheidet über die Dauerhaftigkeit

Das Zahlungsproblem reicht über die Einkommen der Haushalte hinaus. Nach der Ernte bereiten Landwirte normalerweise die Flächen für die nächste Aussaat vor, doch fehlende Einnahmen begrenzen den Kauf von Betriebsmitteln und die Schuldentilgung. Landwirt Mazin al-Fares sagte RT, einige Erzeuger erwögen ernsthaft, in der nächsten Saison keinen Weizen anzubauen. Bei weiter steigenden Schulden könnten die Anbauflächen schrumpfen.

Der Bargeldmangel hat außerdem einen Sekundärmarkt für staatliche Forderungen entstehen lassen. Vermittler bieten an, Ansprüche oder Rechnungen der Bauern sofort gegen Bargeld, aber mit Abschlag, zu übernehmen. Für verschuldete Produzenten kann ein geringerer Betrag günstiger erscheinen als ein Warten ohne klares Zahlungsdatum; ein Teil der staatlichen Unterstützung fließt dadurch jedoch an den Landwirten vorbei.

Die saisonale Weizenverfügbarkeit beendet auch nicht Syriens umfassendere Ernährungskrise. Der Bericht verwies auf eine Warnung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen vom Juni, wonach mehr als 13 Millionen Syrer und damit über die Hälfte der Bevölkerung von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Für dauerhaft geringere Importe braucht es daher mehr als eine starke Ernte. Pünktliche Zahlungen, Zugang zu Betriebsmitteln, verlässliche Lagerung und Transporte sowie eine ausreichende Aussaat in der nächsten Saison entscheiden darüber, ob der aktuelle Erfolg Bestand hat.

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