Syrien öffnet Markt für brasilianischen Mais, Bangladesch lässt DDG-Importe zu
Brasilien hat neue Exportzulassungen aus Kuwait, Nicaragua, Syrien und Bangladesch erhalten. Syrien ließ brasilianischen Körnermais zu, Bangladesch Trockenschlempe (DDG) – die beiden für Getreide- und Futtermittelkette relevantesten Öffnungen. Lieferungen hängen weiterhin von den Anforderungen der Zielländer und von Verhandlungen ab.
Brasilien hat neue Genehmigungen für den Export von Agrarprodukten in vier Länder erhalten. Für die Getreide- und Futtermittelkette am wichtigsten sind der Marktzugang für Mais in Syrien und für Trockenschlempe (DDG) in Bangladesch. Nach Angaben von feedfood.com.br wurden die Öffnungen von den Gesundheits- und Pflanzenschutzbehörden der vier Länder mitgeteilt und vom Ministerium für Landwirtschaft und Viehzucht (Mapa) sowie vom Außenministerium (MRE) am 1. Oktober veröffentlicht. Die beiden weiteren Ziele des Pakets sind Kuwait und Nicaragua.
Syrien lässt Körnermais zu
Syrien hat die Einfuhr von in Brasilien erzeugtem Körnermais genehmigt. Laut feedfood.com.br erweitert die Öffnung die Absatzmöglichkeiten für das brasilianische Getreide in einem Markt, der zur Ergänzung des eigenen Angebots auf Importe angewiesen ist. Der Zugang gilt unter Einhaltung der zwischen beiden Ländern festgelegten gesundheitlichen und pflanzenschutzrechtlichen Anforderungen: Partien müssen vor der Verladung nach den bilateral vereinbarten Schädlings- und Qualitätsbedingungen zertifiziert sein.
Eine pflanzenschutzrechtliche Öffnung enthält keine Zusage über Menge, Preis oder Liefertermin. Sie schafft den rechtlichen Weg; den kommerziellen müssen Händler und Käufer erst aufbauen. Mais bietet kaum Spielraum für Produktdifferenzierung, der Wettbewerb zwischen den Ursprüngen entscheidet sich deshalb über Fracht, Verladefenster und Zahlungsbedingungen statt über die Spezifikation. Genau dort müssen brasilianische Verkäufer gegen bereits etablierte Lieferanten bestehen.
Bangladesch gibt DDG für Futterzwecke frei
Bangladesch hat die Einfuhr brasilianischer Trockenschlempe freigegeben – ein Koppelprodukt, das vor allem bei der Herstellung von Maisethanol anfällt und als Futtermittelkomponente eingesetzt wird. Studien des Mapa selbst hatten laut feedfood.com.br bereits Potenzial für das Produkt in dem asiatischen Land gesehen, wo Geflügelhaltung und Aquakultur wichtige Abnehmer von Mischfutter sind.
Das Angebot an DDG folgt einer anderen Logik als das Getreideangebot. Es entsteht in Abhängigkeit davon, wie viel Mais zu Ethanol verarbeitet wird, und nicht davon, wie viel Futter der Markt nachfragt. Die Anlagen brauchen deshalb Absatzkanäle, die einen kontinuierlichen Strom aufnehmen können. Zulassungen in Ländern mit großer Tierproduktion sind das natürliche Ziel dieses Stroms; jeder zusätzliche Markt senkt das Risiko, dass sich das Nebenprodukt im Inland staut.
Papaya und Auberginensaatgut vervollständigen das Paket
Außerhalb des Futtermittelbereichs öffnete Kuwait seinen Markt für frische brasilianische Papaya, Nicaragua erlaubt künftig die Einfuhr brasilianischen Auberginensaatguts. Alle vier Genehmigungen wurden gemeinsam als Teil derselben Runde gesundheitlicher und pflanzenschutzrechtlicher Vereinbarungen bekanntgegeben.
Vom Marktzugang zur Lieferung
Die neuen Zulassungen erweitern die geografische Diversifizierung der brasilianischen Agrarexporte, hält feedfood.com.br fest. Der tatsächliche Beginn der Verschiffungen hängt jedoch davon ab, ob die spezifischen Anforderungen jedes Ziellandes erfüllt werden, und von den Verhandlungen zwischen Exporteuren und Käufern – Betriebsregistrierungen, Zertifizierungsverfahren und Verträge, die einzeln ausgehandelt werden und nach der formalen Öffnung Monate dauern können.
Für Importeure in Syrien und Bangladesch bedeutet das zunächst einen weiteren zugelassenen Ursprung auf der Bezugsliste – besonders wertvoll, wenn nähere oder gewohnte Lieferanten knapp werden. Für brasilianische Verarbeiter und Händler liegt der Wert in der Wahlfreiheit: Jedes neue Ziel verringert die Abhängigkeit von einem kleinen Kreis etablierter Käufer, auch wenn die ersten Partien klein ausfallen.