Südkoreas Anbaufläche für Speisereis sinkt um 19.000 Hektar
Südkoreas Anbaufläche für Speisereis dürfte 2026 um 19.000 Hektar auf 659.000 Hektar sinken. Der Rückgang ist doppelt so groß wie im jüngsten Jahresmittel, doch die Fläche bleibt über dem revidierten Ziel der Regierung.
Speisereisfläche schrumpft schneller
Die südkoreanische Anbaufläche für Reis, der für den direkten Verzehr bestimmt ist, dürfte 2026 um 19.000 Hektar sinken. Das entspricht etwa dem Doppelten des durchschnittlichen Rückgangs der vergangenen fünf Jahre. Das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und ländliche Angelegenheiten veranschlagt die Speisereisfläche auf 659.000 Hektar, nachdem Flächen eines neuen Programms für Verarbeitungsreis herausgerechnet wurden.
Die vorläufige Erhebung der nationalen Datenbehörde beziffert die gesamte Reisanbaufläche laut The Fact auf 670.000 Hektar. Gegenüber 678.000 Hektar im Jahr 2025 ist das ein Rückgang um 7.500 Hektar. Für das Programm zur Angebotssteuerung wurden 11.000 Hektar angemeldet. Nach der Prüfung der Förderauflagen kann sich die endgültige Fläche noch geringfügig ändern.
Verarbeitungsprogramm trennt Mengen vom Speisereismarkt
Teilnehmende Betriebe müssen ihre Ernte an Reisverarbeitungszentren liefern und erhalten sowohl eine Direktzahlung als auch den Verkaufserlös. Unter normalen Bedingungen darf dieser Reis ausschließlich verarbeitet werden und bleibt vom Speisereismarkt ausgeschlossen. Bei einer Missernte oder in einer anderen Notlage kann er jedoch rasch für den direkten Verzehr freigegeben werden.
Nach Angaben von Financial News erhalten die Betriebe 5 Millionen Won je Hektar. Das Programm soll den Verarbeitern zudem privat erzeugten Reis aus der neuen Ernte liefern und einen Teil der staatlich verwalteten, ein Jahr gelagerten Altbestände ersetzen. Die Regierung erhöhte das Budget für Direktzahlungen an strategische Kulturen von 244 Milliarden Won im Jahr 2025 auf 419,6 Milliarden Won im Jahr 2026 und nahm den Steuerungsreis in die Förderung auf.
Fläche liegt weiterhin über dem Ausgleichsziel
Trotz des stärkeren Rückgangs übertreffen die erwarteten 659.000 Hektar Speisereis das revidierte Regierungsziel von 650.000 Hektar. Financial News zufolge hatte das Ministerium in seinem Getreideplan vom Februar zunächst rund 640.000 Hektar als Gleichgewichtsfläche angesetzt. Dies hätte gegenüber 2025 eine Verringerung um etwa 38.000 Hektar bedeutet. Im Mai wurde das Ziel auf 650.000 Hektar angehoben.
Das Kernproblem ist, dass der Verbrauch schneller sinkt als die Produktionsfläche. Financial News berichtet, dass die Reisfläche von 738.000 Hektar im Jahr 2018 bis 2025 um 8,2 % zurückging. Der Pro-Kopf-Verbrauch fiel im selben Zeitraum um 11,6 %, von 61 Kilogramm auf 53,9 Kilogramm. Zwischen 2021 und 2025 kaufte der Staat insgesamt 1,11 Millionen Tonnen Reis für rund 3,4 Billionen Won; in den vergangenen vier Jahren wurden jährlich durchschnittlich etwa 280.000 Tonnen vom Markt genommen. Das Ministerium will Wetter, Bestandsentwicklung, Lagerbestände und Verbrauch beobachten und bei Bedarf im Oktober Maßnahmen zur Stabilisierung des Erntemarktes vorlegen.