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Südkoreas Bohnenkaffeemarkt wächst um das 2,4-Fache, Zahl der Cafés steigt über 100.000

Südkoreas Markt für Bohnenkaffee ist binnen sechs Jahren auf das 2,4-Fache gewachsen, während der Markt für Kaffeeprodukte 3,7359 Billionen Won erreichte. Mehr als 100.000 Cafés bedienen inzwischen sowohl die wachsende Specialty-Nachfrage als auch das Segment günstiger Großgetränke; lösliche Kaffeemischungen verlieren dagegen an Boden.

Südkoreas Bohnenkaffeemarkt wächst um das 2,4-Fache, Zahl der Cafés steigt über 100.000

Bohnenkaffee löst Instantmischungen als Wachstumsmotor ab

Südkoreas Kaffeemarkt verlagert sich von löslichen Mischungen, die den heimischen Konsum einst bestimmten, zu Getränken aus gerösteten Bohnen. Das Bohnenkaffeesegment ist innerhalb von sechs Jahren auf das 2,4-Fache gewachsen, während sich der Absatz von Kaffeemischungen rückläufig entwickelte. Der Wandel spiegelt die breitere Nachfrage nach frisch zubereitetem Kaffee und einen Einzelhandelsmarkt wider, der Verbraucher in deutlich unterschiedlichen Preisklassen erreicht.

Der südkoreanische Markt für Kaffeeprodukte hat einen Wert von 3,7359 Billionen Won und liegt damit 35,6% über dem Niveau von 2018. Die Zahl beschreibt den Bereich verpackter Produkte innerhalb einer größeren Kaffeewirtschaft, zu der auch ein dichtes Cafénetz gehört. Das stärkere Wachstum von Bohnenkaffee zeigt, dass sich die Wertschöpfung zu Röstung, Mahlung und Zubereitung im Café verlagert, anstatt auf vorportionierte Instantformate konzentriert zu bleiben.

Mehr als 100.000 Cafés verschärfen den Wettbewerb

In Südkorea gibt es inzwischen mehr als 100.000 Cafés. Das eröffnet Bohnenkaffee einen umfassenden Zugang zu den Verbrauchern, erhöht aber zugleich den Wettbewerbsdruck auf einzelne Betreiber. Ein wachsender Gesamtmarkt garantiert nicht jedem Café höhere Umsätze: Mehr Betriebe teilen sich die Kundenfrequenz, wodurch Standort, Preise, Produktqualität und betriebliche Effizienz an Bedeutung gewinnen.

Die Expansion findet an beiden Enden des Marktes statt. Specialty Coffee wächst, weil Verbraucher hochwertigere Bohnen und ausgeprägte Geschmacksprofile suchen. Gleichzeitig bauen preisgünstige Anbieter von großen Getränken ihre Präsenz aus. Beide Formate bedienen unterschiedliche Konsumanlässe, beruhen jedoch auf Bohnenkaffee und verkleinern gemeinsam den Raum, den lösliche Mischungen historisch eingenommen haben.

Ein zweigeteilter Markt verändert die Beschaffung

Das Nebeneinander von Specialty- und preisorientierten Formaten stellt unterschiedliche Anforderungen an Röster, Lieferanten und Caféketten. Specialty-Anbieter benötigen gleichbleibende Qualität, Rückverfolgbarkeit und differenzierte Geschmacksprofile. Verkäufer günstiger Großgetränke legen mehr Gewicht auf Beschaffungsvolumen, standardisierte Mischungen und eine strikte Kontrolle der Kosten je Tasse. Lieferanten, die nur einen Teil des Marktes bedienen, könnten daher über eine kleinere Kundenbasis verfügen als Unternehmen mit mehreren Qualitätsstufen und Formaten.

Für Produzenten und Exporteure, die Südkorea beliefern, weist das Wachstum auf das 2,4-Fache auf einen größeren Absatzkanal für gerösteten und ungerösteten Kaffee hin. Die vorliegenden Zahlen nennen weder Einfuhrmengen noch Ursprungsländer oder Preise, sodass sich die Wirkung auf einzelne Erzeugerländer nicht beziffern lässt. In einem zunehmend auf Cafés und frisch zubereitete Getränke ausgerichteten Markt dürften konstante Eigenschaften, Röstverhalten und Versorgungssicherheit bei Kaufentscheidungen dennoch wichtiger werden.

Südkorea wird zum Testmarkt für Kaffeemarken

Die Kombination aus mehr als 100.000 Cafés, Premium-Nachfrage und aggressivem Preiswettbewerb hat Südkorea zu einem Testmarkt für globale Kaffeemarken gemacht. Unternehmen, die dort einsteigen oder expandieren, treffen auf Verbraucher, die im selben lokalen Einzugsgebiet zwischen Specialty-Produkten und preisgünstigen Großgetränken wählen können.

Der Rückgang von Kaffeemischungen bedeutet nicht, dass Instantprodukte verschwunden sind. Er zeigt vielmehr, dass diese Kategorie nicht mehr die Wachstumsrichtung bestimmt. Bohnenkaffee verfügt nun über die stärkere Dynamik, gestützt durch ein großes stationäres Netz und eine Nachfrage, die vom individuellen Geschmack und Premiumqualität bis zu Preis und Volumen reicht. Für Verarbeiter, Händler und Investoren lautet die zentrale Frage nicht mehr, ob südkoreanische Verbraucher Café-Kaffee annehmen, sondern welche Betreiber in einem immer dichteren Markt nachhaltig rentabel arbeiten können.

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