Südkoreas Babynahrungsmarkt erholt sich dank Premiumprodukten und Exporten
Südkoreas Absatz von Säuglingsnahrung und Babykost erholt sich durch steigende Geburtenzahlen, Premiumprodukte und höhere Exporte. Maeil Dairy steigerte seinen Umsatz mit Säuglingsnahrung im ersten Halbjahr um 35 %, während auch Namyang Dairy Products und Ildong Foodis zulegten.
Der Absatz von Säuglingsnahrung wächst wieder
Südkoreas Geschäft mit Säuglingsnahrung und Babykost zeigt nach einem langen Rückgang der zentralen Verbrauchergruppe Anzeichen einer Erholung. Laut Maeil Business Newspaper stieg der Einzelhandelsumsatz im heimischen Markt für Säuglingsnahrung von 5,489 Milliarden Won im ersten Quartal 2025 auf 6,203 Milliarden Won im ersten Quartal 2026. Das entspricht einem Zuwachs von rund 13 %. Die Zeitung bezeichnete dies als den ersten Anstieg des Verbrauchs seit 10 Jahren.
Die Verbesserung fällt mit 14 aufeinanderfolgenden Monaten steigender Geburtenzahlen zusammen. Die Nachfrage nach Säuglingsnahrung reagiert vergleichsweise schnell auf demografische Veränderungen. Der Absatz von Babykost folgt, sobald die Kinder weitere Ernährungsstufen erreichen. Molkerei- und Lebensmittelhersteller können damit aus derselben Geburtenkohorte länger Umsätze erzielen. Wie dauerhaft die Erholung ausfällt, hängt jedoch davon ab, ob die Geburtenzahlen weiter steigen.
Premiumprodukte bestimmen die Unternehmensergebnisse
Die Premiumisierung verstärkt den Effekt der größeren Zahl von Säuglingen. Maeil Dairy steigerte den Umsatz mit Säuglingsnahrung im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 35 %. Getragen wurde das Wachstum von den Premiumlinien Absolute Myeongjak und Absolute Goat. Bei Ildong Foodis nahm der Umsatz mit hochwertiger Säuglingsnahrung um 30 % und mit Babykost um 10 % zu. Die Entwicklung zeigt, dass Eltern neben dem Preis verstärkt auf Qualität, Inhaltsstoffe und Sicherheit achten.
Der Trend steht in Verbindung mit Südkoreas „Gold Kids“-Markt. Haushalte konzentrieren ihre Ausgaben auf weniger Kinder und zahlen mehr für Produkte, die Gesundheit und Entwicklung unterstützen sollen. Sicherheitsprobleme bei ausländischen Produkten haben laut Maeil Business Newspaper zudem das Vertrauen in hochwertige heimische Marken gestärkt. Wenn Verbraucher weiter zu teurerer Ziegenmilchnahrung, individuell abgestimmter Ernährung und altersgerechten Produkten greifen, können die Herstellerumsätze schneller steigen als die Zahl der Säuglinge.
Exporte schaffen eine zweite Nachfragequelle
Namyang Dairy Products erhöhte den Umsatz mit Säuglingsnahrung im ersten Halbjahr um 11 %. Neben der Erholung im Inland trugen steigende Exporte dazu bei. Die Auslandsnachfrage wird damit zu einem zusätzlichen Faktor für eine Branche, die traditionell stark von Südkoreas Geburtenrate abhängt. Dauerhaft wachsende Exporte könnten die Auslastung heimischer Produktionskapazitäten verbessern und die Abhängigkeit von einem einzelnen demografischen Markt verringern.
Die Unternehmen reagieren mit neuen Produkten und stärkerem Marketing. Dazu gehören individuell abgestimmte Babykost und Ernährungskonzepte für verschiedene Alters- und Entwicklungsstufen. Die aktuellen Zahlen begünstigen etablierte Anbieter mit bekannten Premiummarken, erhöhen aber zugleich den Wettbewerb um Sicherheitsnachweise, Rezepturen und Verbrauchervertrauen. Drei Faktoren entscheiden über die nächste Marktphase: die Dauer des Geburtenanstiegs, die Bereitschaft der Eltern zu höheren Ausgaben und die Fähigkeit der Auslandsnachfrage, das Absatzvolumen nach der ersten Erholung im Heimatmarkt weiter zu stützen.