Südkorea erwartet trotz Hitzewelle stabile Eier- und Hähnchenversorgung
Südkoreas Versorgung mit Eiern und Hähnchenfleisch dürfte trotz anhaltender extremer Hitze weitgehend stabil bleiben. Größere Bestände an Legehennen und Masthühnern sowie eine steigende Produktion sollen die Erzeugerpreise für Eier und die Vertriebspreise für lebende Masthühner im August drücken.
Größere Bestände stützen das Angebot
Südkoreas Märkte für Eier und Hähnchenfleisch dürften trotz der anhaltenden Hitzewelle ausreichend versorgt bleiben. Das geht aus dem August-Ausblick des Agricultural Outlook Center am Korea Rural Economic Institute, KREI, hervor. Nach dieser Einschätzung hat das Extremwetter den grundsätzlichen Angebotsausblick für beide Märkte nicht verändert.
Die Bestände an Legehennen und Masthühnern liegen über dem Vorjahresniveau. Diese breitere Produktionsbasis soll den Ausstoß erhöhen und die Verfügbarkeit von Eiern und Hähnchenfleisch im August sichern, obwohl hohe Temperaturen ein Risiko für Geflügelbetriebe bleiben.
Der Ausblick ist relevant, weil Hitze die Geflügelproduktion beeinträchtigen kann. KREI betrachtet jedoch die Größe der Bestände und die erwartete Produktion als die entscheidenden Marktfaktoren. Das Institut rechnet daher mit einem stabilen Gesamtangebot und nicht mit einem hitzebedingten Engpass.
Preise sollen im August sinken
KREI erwartet, dass die Erzeugerpreise für Eier im August mit zunehmender Produktion zurückgehen. Das zusätzliche Angebot dürfte die Preise auf Betriebsebene im Laufe des Monats unter Druck setzen.
Auch die Vertriebspreise für lebende Masthühner sollen fallen. Größere Bestände und die damit verbundene Produktionssteigerung verschaffen Käufern mehr verfügbares Angebot und begrenzen das Potenzial der anhaltenden Hitze, die Marktpreise nach oben zu treiben.
Der Ausblick betrifft zwei verbundene, aber unterschiedliche Geflügelmärkte. Die Eierpreise hängen von der Produktion des größeren Legehennenbestands ab, während die Hähnchenpreise von den Bedingungen im Mastsektor und vom Vertrieb lebender Tiere bestimmt werden. Für beide Märkte gilt dieselbe Prognose: mehr Produktion und niedrigere Preise im August.
Hitze bleibt die größte Unsicherheit
Die Hitzewelle bleibt ein Risikofaktor, weil extreme Temperaturen die Leistung der Tiere beeinflussen können. Der vorliegende Ausblick deutet jedoch nicht darauf hin, dass wetterbedingte Ausfälle den Anstieg der Tierzahlen gegenüber dem Vorjahr und das erwartete Produktionswachstum aufzehren werden.
Für Erzeuger könnten fallende Betriebs- und Vertriebspreise den Vorteil höherer Absatzmengen begrenzen. Käufer, Verarbeiter und Gastronomiebetriebe dürften dagegen weniger unmittelbaren Angebotsdruck spüren, falls die Produktionsprognose eintritt. Die Folgen für einzelne Unternehmen hängen von ihren Einkaufsvereinbarungen und ihrer Bindung an Lebendtier- oder Erzeugerpreise ab.
Der August-Ausblick von KREI beschreibt Südkoreas Geflügelmarkt damit als angebotsgetrieben. Größere Bestände an Legehennen und Masthühnern sollen die Folgen der extremen Hitze überwiegen, die Versorgung mit Eiern und Hähnchen sichern und die Preise in den jeweiligen heimischen Absatzkanälen drücken.