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Südkorea greift mit lignanreichem Sesam und Omega-3-Perilla den Premiummarkt für Speiseöl an

Südkoreas Nationales Institut für Nutzpflanzenwissenschaft hat Sesamsorten mit etwa dreifachem Lignangehalt und eine Perillasorte mit rund 66% Alpha-Linolensäure entwickelt. Die Sesamölexporte stiegen im Vorjahr um 28% und erreichten im ersten Halbjahr 8,43 Millionen US-Dollar. In Andong, Jinju und Gochang entstehen Musteranbauflächen.

Südkorea greift mit lignanreichem Sesam und Omega-3-Perilla den Premiummarkt für Speiseöl an

Südkorea versucht, Sesam- und Perillaöl aus dem Preiskampf mit billigen Importen herauszuführen und im Premiumsegment für funktionelle Lebensmittel zu platzieren. Das Nationale Institut für Nutzpflanzenwissenschaft der Behörde für ländliche Entwicklung teilte am 16. September mit, es habe die Sesamsorten „Seulgi“ und „Roum“ sowie die Perillasorte „Jian“ entwickelt und beginne nun mit Saatgutverbreitung und Industrialisierung, wie Money Today berichtet.

Die Exportbasis dahinter ist klein, wächst aber. Die Erlöse aus dem Sesamölexport stiegen im vergangenen Jahr um 28% gegenüber dem Vorjahr, im ersten Halbjahr dieses Jahres erreichten sie 8,43 Millionen US-Dollar – der höchste Wert für diesen Zeitraum, wie Money Today berichtet. Nach Auffassung des Instituts entscheidet am Weltmarkt letztlich der Rohstoff und nicht die Abfüllung, und der Preiswettbewerb mit günstigerer Auslandsware hat eine Obergrenze.

Lignangehalt etwa dreimal höher

„Seulgi“ und „Roum“ enthalten 13 bis 14 Milligramm Lignan pro Gramm Saatgut, gegenüber 4 bis 5 Milligramm bei importiertem und herkömmlichem Sesam – rund der dreifache Wert. Lignan ist der wichtigste antioxidative Inhaltsstoff des Sesams. Die Untersuchungen des Instituts belegen eine Verbesserung des Langzeitgedächtnisses, den Schutz und die Regeneration von Nervenzellen sowie eine leberschützende Wirkung. Weil Lignan fettlöslich ist, bleibt es nach der Pressung im Produkt erhalten – relevant für Verarbeiter, die über die Zusammensetzung und nicht allein über den Geschmack verkaufen.

Die agronomische Leistung wurde parallel angehoben. Beide Sorten liefern 130 bis 150 Kilogramm je 10 Ar (1.000 Quadratmeter) und damit 6 bis 8% mehr als die Referenzsorte „Geonbaek“. „Roum“ ist zudem platzfest, die Kapseln springen zur Erntezeit nicht leicht auf, was eine maschinelle Ernte möglich macht – eine direkte Antwort auf Arbeitskräftemangel in den Anbauregionen und auf die Produktionskosten.

Perilla auf Omega-3 und Ölausbeute gezüchtet

Die Perillasorte „Jian“ ist auf Alpha-Linolensäure ausgelegt, die pflanzliche Omega-3-Fettsäure, mit einem Anteil von rund 66% gegenüber 63 bis 64% bei den bestehenden Sorten „Dayu“ und „Deulsaem“. Das Institut erklärte, seine Forschung habe Wirkungen auf den Schutz geschädigter Hirnzellen sowie auf Lern- und Erinnerungsfähigkeit nachgewiesen.

„Jian“ erreicht 142 Kilogramm je 10 Ar, 8% mehr als „Dayu“, bei einer Ölausbeute von 33,3% – nach den Angaben 3,4 Punkte höher. In der Kombination erhalten Erzeuger mehr Menge je Fläche und Verarbeiter mehr Öl aus derselben Saatgutmenge.

Produktionsstandorte und erste Produkte

In diesem Jahr entstehen Musteranbauflächen in Andong in der Provinz Gyeongsangbuk-do, in Jinju in Gyeongsangnam-do und in Gochang in Jeollabuk-do; parallel arbeitet das Institut mit Verarbeitern an marktfähigen Produkten. Im Juli wurde eine Dreiervereinbarung mit der Stadt Andong und einem großen Öl- und Fettverarbeiter unterzeichnet. Ein Premium-Sesamöl auf Basis von „Seulgi“ soll im zweiten Halbjahr auf den Markt kommen, „Jian“ wird zu pflanzlichen Omega-3-Kapseln weiterentwickelt.

  • Sesam „Seulgi“ und „Roum“: Lignan 13 bis 14 Milligramm pro Gramm; Ertrag 130 bis 150 Kilogramm je 10 Ar
  • Perilla „Jian“: Alpha-Linolensäure rund 66%; Ertrag 142 Kilogramm je 10 Ar; Ölausbeute 33,3%
  • Musterstandorte: Andong, Jinju, Gochang

Saatgutversorgung und Zuchtziele

Die Saatgutverbreitung wird an die Nachfrage aus der Praxis angepasst. Die maschinell erntbare Sorte „Roum“ wird ab 2027 über die koreanische Agentur zur Förderung von Agrartechnologie bereitgestellt, während „Seulgi“ und „Jian“ in den Hauptanbaugebieten und nach dem Bedarf der Verarbeiter ausgeweitet werden sollen. Zusätzlich arbeitet das Institut an Sorten für den Anbau auf Reisfeldern und an Perillasorten mit verzögertem Ranzigwerden, gerichtet auf längere Vertriebswege und den Export.

Das Institut beschreibt das Programm als Verschiebung der Zuchtziele: von gut anbaubaren Sorten, die vor allem nach Ertrag und Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge ausgewählt wurden, zu gut verkäuflichen Sorten, die funktionelle Inhaltsstoffe, Mechanisierbarkeit und Verarbeitungseignung verbinden.

Kim Byung-seok, Direktor des Nationalen Instituts für Nutzpflanzenwissenschaft, erklärte, die Industrialisierung der neuen Sesam- und Perillasorten stärke die Abgrenzung von preisgünstiger Auslandsware und schaffe eine Grundlage, um den Wert der traditionellen koreanischen Öle zu erhöhen. Über Saatgutverbreitung, größere Produktionsflächen und Kooperation mit der Industrie wolle man die Einkommen der Betriebe steigern und die internationale Wettbewerbsfähigkeit koreanischer Öle stärken.

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