← Zurück zu den Nachrichten

Südkorea genehmigt Petrochemie-Integration in Daesan unter Auflagen

Südkoreas Wettbewerbsbehörde hat das Projekt Daesan Nr. 1 angesichts chinesischer Überkapazitäten und höherer Rohstoffkosten unter Auflagen genehmigt. Vorgaben zu Preisen, Lieferungen und Informationsaustausch sollen den heimischen Wettbewerb während der Anlagenkonsolidierung schützen.

Südkorea genehmigt Petrochemie-Integration in Daesan unter Auflagen

Genehmigung unter Auflagen leitet Konsolidierung ein

Südkoreas Wettbewerbsbehörde hat das Projekt Daesan Nr. 1 unter Auflagen genehmigt und damit eine neue Phase der Anlagenintegration in der heimischen Petrochemie eingeleitet. Newsvalue wertet die Entscheidung als Kompromiss: Die Produzenten können Überkapazitäten abbauen, während der Staat einer übermäßigen Konzentration auf einzelnen Produktmärkten entgegenwirkt. Durch die Neuordnung sinkt die Zahl der beteiligten Unternehmen von vier auf drei. Entscheidend für den Erfolg sind jedoch niedrigere Kosten und eine höhere Produktivität, nicht die Größe der Transaktion.

Die Auflagen betreffen Preise, Produktlieferungen und den Austausch wettbewerblich sensibler Informationen. Die Begrenzung von Preiserhöhungen ist befristet, kann nach Angaben der Behörde aber verlängert werden, falls die Wettbewerbsbedenken nach fünf Jahren fortbestehen. Zu prüfen ist, ob zulässige Preisänderungen tatsächlich an Exportpreise gekoppelt sind, bestimmte Produkte weiter geliefert werden und sensible Daten nicht zwischen verbundenen Unternehmen ausgetauscht werden.

Chinesische Kapazitäten erhöhen den Rohstoffdruck

Nach Einschätzung des Budgetamts der Nationalversammlung setzen Chinas umfangreicher Kapazitätsausbau und seine binnenmarktorientierte Politik Südkoreas Petrochemie stärkerem Preiswettbewerb und einer schwächeren Nachfrage aus. Chinas Aufstieg bei Standardprodukten erhöht zugleich den Druck auf koreanische Unternehmen, auf höherwertige Spezialmaterialien umzusteigen. Mit dem weiteren Wachstum des chinesischen Angebots müssen südkoreanische Hersteller größere Mengen außerhalb Chinas absetzen. Märkte wie Indien und die Türkei gewinnen dadurch an Bedeutung.

Südkoreas Produktionsbasis besteht überwiegend aus Naphtha-Crackern, weshalb ihre Kosten empfindlich auf die internationalen Öl- und Naphthapreise reagieren. Wettbewerber in den USA profitieren von Ethan-Anlagen, während Produzenten im Nahen Osten vergleichsweise günstige Rohstoffe einsetzen können. Ein bloßer Kapazitätsabbau in Südkorea reicht deshalb nicht aus, um die Wettbewerbsfähigkeit wiederherzustellen. Neue Exportmärkte können einen Teil der Produktion aufnehmen, doch Frachtkosten und lokaler Wettbewerb verhindern, dass höhere Ausfuhrmengen automatisch bessere Margen bringen.

Effizienzgewinne müssen die Produkte erreichen

Eine Integration kann Fixkosten senken, die Auslastung steigern, die Rohstoffbeschaffung verbessern und doppelte Anlagen beseitigen. Newsvalue warnt jedoch, dass die Ergebnisverbesserung begrenzt bleiben könnte, wenn die Produkte selbst nicht wettbewerbsfähiger werden. Die Unternehmen müssen ihre Abhängigkeit von Standardqualitäten verringern, den Anteil höherwertiger Produkte erhöhen und international konkurrenzfähige Portfolios aufbauen. Nach der Neuordnung sollten daher Gewinn je Tonne, Auslastung, Rohstoffkosten, Fixkosten je Anlage und der Anteil wertschöpfungsintensiver Produkte zählen – nicht allein Produktions- oder Exportmengen.

Die Behörde prüft außerdem das Projekt Yeosu Nr. 1. Danach würde Lotte Chemical gemeinsam mit Hanwha Solutions und DL Chemical die Kontrolle über Yeochun NCC ausüben; Yeochun NCC soll zugleich das LDPE- und EVA-Geschäft von Hanwha Solutions übernehmen. Komplexe Beteiligungsverhältnisse könnten weitere Fragen zum Zugang zu Wettbewerberdaten und zu möglicher Preisabstimmung aufwerfen. Zu berücksichtigen sind die Marktanteile jedes Produkts, der Importdruck, die Preise ausländischer Anbieter, die Größe der inländischen Abnehmer und verfügbare Ersatzprodukte. Die Daesan-Auflagen könnten damit zum Maßstab für spätere Neuordnungen in Yeosu und Ulsan werden. Gleichzeitig muss die Regierung Folgen von Kapazitätskürzungen für Beschäftigte, Regionen und Zulieferer abfedern sowie Forschung und Investitionen in höherwertige Materialien fördern.

Wir verwenden Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern, personalisierte Inhalte bereitzustellen und unseren Traffic zu analysieren. Durch Klicken auf "Alle akzeptieren" stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Sie können Ihre Einstellungen verwalten oder mehr erfahren in unserer Datenschutzrichtlinie.