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Südkorea erwägt SMR-Industriegürtel zwischen Busan, Gijang und Ulsan

Busan, Gijang und Ulsan könnten einen Industriegürtel für landgestützte Kleinreaktoren, maritime Anwendungen und Schiffbau bilden. Noch handelt es sich nicht um ein offizielles Regierungsprojekt; zudem basieren der Reaktor in Gijang und der Schiffsantrieb auf unterschiedlichen Technologien.

Südkorea erwägt SMR-Industriegürtel zwischen Busan, Gijang und Ulsan

Drei Standorte für eine gemeinsame Industriekette

Im Südosten Südkoreas wird ein Industriemodell diskutiert, das Gijangs Kerntechnikbasis, Busans maritime und Hafenkompetenz sowie Ulsans Schiffbaukapazitäten verbinden soll. Laut Pressian gewinnt der geplante SMR-Gürtel Busan–Gijang–Ulsan an Aufmerksamkeit, während sich der internationale Wettbewerb um Kerntechnik der nächsten Generation verschärft.

Die mögliche Kette reicht von Forschung und Entwicklung über Komponentenfertigung und Zertifizierung bis zu maritimen Reaktoranwendungen, Schiffbau und potenziellen Exporten. Die Zentralregierung hat die drei Standorte jedoch noch nicht zu einem offiziellen Projekt zusammengeführt. Auch die Technologien unterscheiden sich: Der für Gijang vorgesehene innovative Kleinreaktor i-SMR ist eine landgestützte Anlage, während der für Schiffe entwickelte Flüssigsalzreaktor MSR auf einem anderen Konzept beruht.

Gijang treibt das i-SMR-Projekt voran

Nach einer Standortbewertung durch Korea Hydro & Nuclear Power wurde Gijang im Juni als Standort für Südkoreas erstes i-SMR-Projekt ausgewählt. Im Landkreis befinden sich bereits das Kernkraftwerk Kori sowie das stillgelegte Kraftwerk Kori 1, das zurückgebaut wird. Mit dem SMR könnte die Region Erfahrungen in Bau, Betrieb und Rückbau von Kernkraftanlagen bündeln.

Die Kommission für nukleare Sicherheit hat außerdem die Sicherheitsprüfung für die Standardentwurfsgenehmigung des i-SMR begonnen. Damit ist das Projekt in ein formelles Genehmigungsverfahren eingetreten. Pressian nennt allerdings weder einen Bauzeitplan noch eine Leistung oder Investitionssumme. Für Lieferanten entscheiden gerade diese Angaben darüber, wann Aufträge für Werkstoffe, Komponenten und Ingenieurleistungen entstehen könnten.

Busan entwickelt maritime und regulatorische Kompetenzen

Busan strebt eine andere, auf das Meer ausgerichtete Rolle an. Im Rahmen seines Entwicklungsplans für die Nuklearindustrie will die Stadt SMR-Unternehmen sowie Anbieter für Kernkraftwerksrückbau und Anlagentechnik beim Zugang zu globalen Lieferketten unterstützen. Maritime SMR sollen auf Basis der Hafen-, Schifffahrts-, Forschungs- und Zertifizierungskompetenz zu einem neuen Industriezweig werden.

Die Korea Maritime & Ocean University hat eine Arbeitsgruppe für maritime SMR eingerichtet. Sie befasst sich mit Technologiedemonstration, Regulierung, Zertifizierung und Fachkräfteausbildung. Diese Bereiche sind erforderlich, bevor nuklear angetriebene Handelsschiffe von Konzepten zu Bau und Betrieb übergehen können, denn maritime Kernenergiesysteme müssen sowohl nukleare Sicherheitsanforderungen als auch internationale Schifffahrtsregeln erfüllen.

Ulsan steuert Schiffbau und Ausrüstungsproduktion bei

Ulsan bringt die industrielle Fertigung in den geplanten Gürtel ein. HD Hyundai Heavy Industries und HD Korea Shipbuilding & Offshore Engineering, die in der Stadt produzieren, entwickelten gemeinsam mit dem Korea Atomic Energy Research Institute und weiteren Partnern den Konzeptentwurf eines großen Autotransporters mit MSR-Antrieb.

Der Entwurf erhielt im Juni eine grundsätzliche Genehmigung von Lloyd’s Register. Diese erlaubt noch nicht den Bau oder Betrieb eines nuklear angetriebenen Schiffs, zeigt aber den Eintritt des Konzepts in einen internationalen Klassifizierungsprozess. Damit bewegt sich der maritime Nuklearantrieb von der Grundlagenforschung in Richtung Schiffsentwurf, technische Prüfung und mögliche Zertifizierung.

Pressian zufolge könnte die Verbindung der drei Standorte eine Wertschöpfungskette von Forschung und Ausrüstungslieferungen bis zu maritimen SMR, Schiffbau und Export schaffen. Trotz unterschiedlicher Reaktortypen bestehen gemeinsame Anforderungen bei Sicherheitstechnik, Werkstoffen, Komponenten, Fachkräften, Regulierung und Zertifizierung. Die wirtschaftliche Perspektive hängt von regionaler Koordination, erfolgreichen Demonstrationsprojekten und einem klaren Genehmigungsweg ab. Bis dahin bleibt der Industriegürtel eine diskutierte Regionalstrategie und kein beschlossenes nationales Programm.

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