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CO2-Preis in Südkorea über 30.000 Won setzt Kohlestrom unter Druck

Der Preis für Emissionszertifikate in Südkorea ist über 30.000 Won gestiegen und untergräbt den Kostenvorteil der Kohleverstromung, wie Hans Economy berichtet. In der vierten Planperiode des nationalen Emissionshandels steigt zudem der Anteil der kostenpflichtigen Zuteilung im Stromsektor schrittweise. Auch LNG als Ersatzbrennstoff ist teurer geworden, sodass die Frage der Ersatzkosten offen bleibt.

CO2-Preis in Südkorea über 30.000 Won setzt Kohlestrom unter Druck

Der Preis für Emissionszertifikate in Südkorea ist über 30.000 Won gestiegen – eine Schwelle, ab der die Kohleverstromung den Kostenvorteil verliert, der ihre Stellung im Strommix bislang gesichert hat. Wie Hans Economy berichtet, wird der Druck weiter zunehmen: In der vierten Planperiode des nationalen Emissionshandels (K-ETS) steigt der Anteil der kostenpflichtigen Zuteilung im Stromsektor schrittweise an.

Die CO2-Kosten treffen die Kohle am härtesten

Der Mechanismus ist einfach. Kohlekraftwerke stoßen je erzeugter Einheit Strom deutlich mehr Kohlendioxid aus als Gasblöcke, sodass jede Verteuerung der Zertifikate den CO2-Kostenabstand zwischen beiden Technologien vergrößert. Da Kraftwerke im Wesentlichen nach variablen Kosten eingesetzt werden, rückt ein ausreichend hoher CO2-Preis die Kohle in der Einsatzreihenfolge nach hinten und Gas nach vorn. Oberhalb von 30.000 Won ist dieser Druck auf die Kostenwettbewerbsfähigkeit der Kohle laut Hans Economy bereits sichtbar.

Das Signal zur Drosselung der Kohleverstromung sei eindeutig, schreibt das Blatt. Die Schwierigkeit liege darin, wodurch die Kohle ersetzt wird und zu welchem Preis.

Kostenpflichtige Zuteilung steigt in der vierten Planperiode

Im K-ETS erhalten die erfassten Unternehmen einen Teil ihrer Zertifikate kostenlos, den Rest müssen sie kaufen. Für Stromerzeuger soll der zu bezahlende Anteil in der vierten Planperiode schrittweise steigen. Praktisch bedeutet das: Ein wachsender Teil jeder emittierten Tonne wird zur Barausgabe statt zur Gratiszuteilung, und der CO2-Preis fließt unmittelbar in die Betriebskosten ein.

  • ein größeres Volumen an Zertifikaten wird zu Marktpreisen gekauft statt kostenlos zugeteilt;
  • die CO2-Kosten stecken in den variablen Kosten jeder Kohle-Megawattstunde;
  • die Ergebnisse der Erzeuger reagieren stärker auf Schwankungen des Zertifikatspreises;
  • der Anreiz wächst, Last auf emissionsärmere Anlagen zu verlagern, soweit Kapazität vorhanden ist.

Beide Faktoren verstärken sich: Der Preis je Tonne steigt, und zugleich steigt die Zahl der Tonnen, die bezahlt werden müssen.

Der Ersatz ist ebenfalls nicht billig

Der naheliegende Ersatz für die Kohlegrundlast ist Flüssigerdgas, doch Hans Economy weist darauf hin, dass auch die LNG-Preise gestiegen sind. Ein Brennstoffwechsel senkt die Erzeugungskosten also nicht automatisch. Südkorea importiert praktisch beide Energieträger vollständig, und ein dauerhafter Wechsel von Kohle zu Gas würde das Einkaufsvolumen von Kesselkohle-Lieferanten zu LNG-Lieferanten verschieben, statt die Importabhängigkeit des Landes zu verringern.

Mit dem Brennstoff ist die Rechnung nicht beglichen. Der Umbau erfordert dem Bericht zufolge auch Investitionen in Energiespeicher (ESS) und in das Übertragungsnetz, denn ein Strommix mit mehr Gas und erneuerbaren Energien braucht Flexibilität und Netzkapazität, die ein Kohlepark nicht benötigte.

Offen bleibt, wer zahlt

Hans Economy bezeichnet die Ersatzkosten als die entscheidende offene Frage: Das Preissignal wirkt, doch für die Rechnung aus Brennstoff, Speichern und Netzen gibt es keinen vereinbarten Träger. Infrage kommen die Margen der Erzeuger, die Strompreise für Industrie- und Haushaltskunden sowie der Staatshaushalt.

Für Marktteilnehmer sind vier Größen zu verfolgen: der Verlauf des Zertifikatspreises oberhalb von 30.000 Won, das Tempo, in dem die kostenpflichtige Zuteilung in der vierten Planperiode steigt, die Konditionen der LNG-Beschaffung und der Zeitplan für Speicher- und Netzausbau. Davon hängt ab, wie schnell Kohlekapazität vom Regelbetrieb in die Reserve wandert und welcher Teil der koreanischen Energieimporte von Kohle auf Gas umschwenkt.

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