Südafrikanische Orangen werden in Italien knapper, Dole-Saison läuft bis November
Dole beliefert Italien bis zum Beginn der heimischen Saison im November mit südafrikanischen Orangen. Ungünstiges Wetter und Logistikprobleme verringern das Angebot; in Woche 31 lagen die Lieferungen nach Europa rund 30 % unter dem Vorjahr.
Importe schließen Italiens saisonale Versorgungslücke
Die italienische Kampagne für südafrikanische Orangen von Dole ist in ihre Hauptphase eingetreten und soll bis November laufen. Dann beginnt die Versorgung aus der heimischen Zitrusproduktion. Das Programm versorgt Handel und Verbraucher vor dem Start der italienischen Saison mit Orangen, doch die geringere Verfügbarkeit erhöht zunehmend den Preisdruck.
FreshPlaza berichtet, dass ungünstiges Wetter in südafrikanischen Anbaugebieten und Schwierigkeiten in der internationalen Logistik den Saisonstart beeinträchtigt haben. Dadurch fielen die anfänglichen Mengen geringer aus. Nach Einschätzung der Publikation dürfte die angespannte Versorgung in den kommenden Monaten anhalten.
Matteo Pirotta, Sourcing Director von Dole Italia, erklärte, das Volumen zu Kampagnenbeginn habe wegen der Wetterereignisse in einigen südafrikanischen Anbauregionen unter dem normalen Niveau gelegen. Durch Kontrollen im Ursprungsland habe das Unternehmen seine Qualitätsstandards dennoch gehalten.
Lieferungen nach Europa sinken um rund 30 %
Von FreshPlaza zitierte Daten der Citrus Growers’ Association of Southern Africa zeigen für Woche 31 Orangenexporte nach Europa von etwa 9,8 Millionen Kartons. Im Vorjahr waren es 14 Millionen Kartons. Der Rückgang um rund 30 % signalisiert eine erheblich knappere Versorgung für europäische Käufer.
Die internationale Logistik verschärft die Störungen. Laut FreshPlaza beeinträchtigt das schwierige geopolitische Umfeld die Verfügbarkeit von Containern und die Beschaffungszeiten. Für Importeure und Einzelhändler erhöht die Verbindung aus geringeren Mengen und weniger planbaren Transporten das Risiko von Versorgungslücken und anhaltendem Preisdruck, bevor die italienische Ernte auf den Markt kommt.
Besonders deutlich dürfte der Rückgang bei Valencia-Orangen und kleineren Kalibern ausfallen. Pirotta zufolge führte die längere Reifezeit am Baum zu einem natürlichen Größenwachstum. Die Ernte sei zugleich so terminiert worden, dass Geschmack, Frische und weitere sensorische Eigenschaften erhalten bleiben.
Integrierte Lieferkette stützt Premiumposition
Alle Orangen des Dole-Programms stammen von unternehmenseigenen Farmen in Südafrika. Nach Angaben von Dole ermöglicht diese integrierte Kette eine direkte Kontrolle von Anbau, Verpackung und Qualitätsprüfung sowie eine kontinuierliche Belieferung und Betreuung der Kunden. Das Unternehmen überwacht zudem ökologische und soziale Anforderungen, darunter spezielle Zertifizierungen und Wasserressourcen.
Das Sortiment umfasst Navel-, Salustiana-, Cara-Cara- und Valencia-Orangen, darunter kernlose Varianten sowie Salustiana mit essbarer Schale. Angeboten werden lose Ware und Netzverpackungen. Bei Verbrauchern steigt das Interesse an Formaten mit 1,5 kg und 2 kg.
Dole setzt auf gleichbleibende Qualität und Markenbekanntheit, um seine Premiumposition in einem Markt mit begrenzten Mengen zu halten. Die unmittelbare Aufgabe besteht darin, die Verfügbarkeit bis November zu sichern. Mit dem Beginn der italienischen Produktion werden Käufer auf heimische Ware wechseln. Damit endet die saisonale Rolle der südafrikanischen Lieferungen, und das Angebotsverhältnis im Zitrussegment verschiebt sich.