El-Nino-Risiko treibt Mais- und Sojapreise in Suedafrika vor der Aussaat 2026-27
Suedafrikas Sommergetreide- und Oelsaatensaison 2026-27 beginnt unter Warnungen vor einem sich verstaerkenden El Nino, obwohl die Bodenfeuchte guenstig ist. Die Spotpreise fuer weissen und gelben Mais stiegen binnen eines Monats um 9% bzw. 10% auf rund 3 965 und 3 931 Rand je Tonne, Sojabohnen um 13% auf etwa 8 953 Rand je Tonne. Der Anstieg folgt auf eine Rekordernte 2025-26, zugleich steigen die Kosten fuer Duengemittel und Kraftstoff.
Suedafrika tritt in die Produktionssaison 2026-27 fuer Sommergetreide und Oelsaaten ein, waehrend vor einem sich verstaerkenden El Nino gewarnt wird, obwohl die Landwirte mit guenstiger Bodenfeuchte in den Zyklus starten. Der Agraroekonom Wandile Sihlobo schrieb vor Saisonbeginn, die Landwirte in den oestlichen Regionen des Landes wuerden im kommenden Monat mit der Bodenvorbereitung beginnen; gelber Mais und Sojabohnen zaehlen dort zu den dominierenden Kulturen.
Die aktuelle Bodenfeuchte gebe eine gewisse Sicherheit, sagte Sihlobo, doch die Niederschlagsprognose bleibe die zentrale Sorge fuer die kommenden Monate.
Wetterdienst warnt vor sehr starkem El Nino
Der suedafrikanische Wetterdienst (SAWS) warnte in seinem monatlichen saisonalen Bericht Climate Watch Ende August, die El-Nino-Southern-Oscillation habe sich verstaerkt und werde in den folgenden Monaten voraussichtlich in einen sehr starken El-Nino-Zustand uebergehen. Das Muster koenne die gesamte Sommersaison 2026-27 anhalten, so SAWS.
Nach Angaben Sihlobos erwartet SAWS fuer Suedafrika die typischen El-Nino-Folgen, darunter trockenere und waermere Bedingungen im kommenden Sommer. Das trifft vor allem den regenabhaengigen Maisguertel im Osten, wo Saatfenster und fruehe Niederschlaege die Endertraege bestimmen.
Preise reagieren vor der Ernte
Die Wetteraussichten schlagen sich bereits in den Getreide- und Oelsaatenmaerkten nieder. Sihlobo sagte, am 18. September hatten die Spotpreise fuer weissen und gelben Mais um 9% bzw. 10% ueber dem Niveau des Vormonats gelegen. Weisser Mais notierte bei rund 3 965 Rand je Tonne, gelber Mais bei etwa 3 931 Rand je Tonne.
Der Spotpreis fuer Sojabohnen legte im gleichen Zeitraum um 13% auf etwa 8 953 Rand je Tonne zu.
Das Ausmass dieser Bewegung ist nach der vorangegangenen Saison unuebliech. Suedafrika erzielte 2025-26 Rekordmengen bei Mais und Sojabohnen, und die Bestaende in den Silos im ganzen Land bleiben nach Angaben Sihlobos reichlich.
- Weisser Mais: rund 3 965 Rand je Tonne, plus 9% im Monatsvergleich
- Gelber Mais: rund 3 931 Rand je Tonne, plus 10% im Monatsvergleich
- Sojabohnen: rund 8 953 Rand je Tonne, plus 13% im Monatsvergleich
„Normalerweise wuerden die Getreidepreise nach einer Saison des Ueberflusses nicht so stark steigen“, sagte Sihlobo. Die juengsten Bewegungen fuehrte er vor allem auf Sorgen um die Saison 2026-27 zurueck, nicht auf knappe aktuelle Bestaende.
Aussaatentscheidungen und Betriebsmittelkosten
„Im Fokus steht jetzt, wie viel die Landwirte von den verschiedenen Sommergetreiden und Oelsaaten aussaeen und wie die Saison angesichts der beunruhigenden Wetteraussichten verlaeuft“, sagte Sihlobo. Die Flaechen in den oestlichen Regionen werden binnen Wochen festgelegt, bevor das Niederschlagsbild klar ist.
Hinzu kommen hoehere Betriebsmittelkosten, insbesondere fuer Duengemittel und Kraftstoff. Sihlobo fuehrte diese Verteuerung auf den Krieg zwischen den USA und Iran zurueck. Fuer Mais- und Sojaerzeuger druecken die Kosten die Margen genau dann, wenn das Wetterrisiko zu Zurueckhaltung bei Flaeche und Duengung raet.
Sihlobo bezeichnete die kommende Produktionssaison als potenziell schwierig fuer die Landwirte; Aussaatentscheidungen und Wetterbedingungen duerften zum Start des Sommergetreidezyklus genau beobachtet werden.
Worauf der Markt achtet
- Ob SAWS zum Beginn des Saatfensters einen sehr starken El Nino bestaetigt
- Die endgueltigen Flaechen fuer gelben Mais, weissen Mais und Sojabohnen im Osten
- Niederschlaege in der kritischen Bluehphase im spaeteren Saisonverlauf
- Duenger- und Kraftstoffpreise, die die Untergrenze der Produktionskosten setzen