Sri Lankas Importe von US-Sojaschrot sollen 300.000 Tonnen übersteigen
Sri Lanka importierte 2025 rund 255.000 Tonnen US-Sojaschrot; in diesem Jahr dürften die Lieferungen 300.000 Tonnen übersteigen. Containerlogistik, Qualitätsanforderungen der Futtermittelindustrie und der fehlende heimische Sojaanbau stützen den Handel.
Containerlieferungen nähern sich einer neuen Schwelle
Sri Lanka importierte 2025 rund 255.000 Tonnen US-Sojaschrot in Containern, wie Daily FT berichtet. Nach einem stetigen jährlichen Wachstum dürften die Lieferungen in diesem Jahr 300.000 Tonnen übersteigen. Nach Angaben des US Soybean Export Council ist das Land damit der weltweit größte Containermarkt für US-Sojaschrot.
Für ein Land mit 22 Millionen Einwohnern, das selbst keine Sojabohnen anbaut, ist dieses Volumen erheblich. Sojaschrot ist eine zentrale Proteinquelle für Sri Lankas Tierfutterindustrie. Diese produziert jährlich rund 1,3 Millionen Tonnen Futter und stützt sich bei Proteinmehl fast vollständig auf Einfuhren. Futtermühlen und Geflügelproduzenten hängen daher unmittelbar von Zuverlässigkeit, Spezifikationen und Lieferplänen ausländischer Anbieter ab.
Warum das Schrot im Container ankommt
Sri Lanka erlaubt gentechnisch verändertes Sojaschrot als Tierfutter nur in bereits verarbeiteter Form; ganze gentechnisch veränderte Bohnen dürfen nicht importiert werden. Die Regel begünstigt fertiges Schrot gegenüber einer Verarbeitung im Inland. Daily FT verweist zudem auf die heimische Präferenz für Kokosöl, die den Anreiz mindert, ganze Sojabohnen zur Gewinnung von Sojaöl einzuführen und zu verarbeiten.
Container passen zum Bedarf mittelgroßer Futtermühlen, da sie kleinere und häufigere Käufe ermöglichen, ohne dass ein Käufer ein komplettes Massengutschiff übernehmen muss. Lieferflexibilität kann daher ebenso wichtig sein wie der reine Rohstoffpreis. US-Exporteure erreichen damit Kunden, denen Lagerkapazität, Finanzierung oder Verbrauchsvolumen für lose Großlieferungen fehlen.
Kevin Roepke, Executive Director des US Soybean Export Council, sagte Daily FT, dass Käufer auch verdauliche Aminosäuren, umsetzbare Energie und Schwankungen der Produkteigenschaften bewerten. USSEC vermarktet US-Schrot mit seinen „4Ds“: natürliche Sonnentrocknung, geringere Beschädigung, höhere Verdaulichkeit und entwaldungsfreie Produktion. Einheitliche Spezifikationen können kleinere Sicherheitszuschläge in der Rezeptur und einen besser planbaren Ertrag je Tonne ermöglichen. Käufer müssen diese Vorteile jedoch mit Angeboten günstigerer Herkunftsländer abwägen.
Die Lieferbeziehung reicht über einzelne Ladungen hinaus
USSEC fördert die Handelsbeziehung durch Hofbesuche, Konferenzen und technische Programme. Unter Sri Lankas Futtermühlen und Geflügelproduzenten finden sich Familienunternehmen in mehreren Generationen; auch die meisten US-Sojafarmen sind Familienbetriebe. Das Programm Soy Excellence Centre erreichte seit 2019 mehr als 31.000 Teilnehmer in über 40 Ländern. Das im Februar 2024 eröffnete Zentrum in Indien schulte im ersten Jahr mehr als 500 Fachkräfte.
Auch Nachhaltigkeitskennzeichnungen gewinnen an Bedeutung. New Anthoney’s Farms schloss im Juli 2023 eine Lizenzvereinbarung und war damit das erste Unternehmen in Südasien und Subsahara-Afrika, das Sustainable US Soy auf Verpackungen verwendete. Laut USSEC besitzen inzwischen 16 Geflügelproduzenten und Futtermühlen in Sri Lanka Lizenzen für dieses Zeichen oder für Fed with Sustainable US Soy. Noch nicht alle haben die Kennzeichnung vollständig auf ihren Verpackungen eingeführt.
Der Schrotstrom verläuft entgegen dem wesentlich größeren Warenfluss Sri Lankas in die USA. Nach Angaben von Daily FT beliefen sich die geschätzten US-Warenimporte aus Sri Lanka 2025 auf 3,1 Milliarden $, während die US-Ausfuhren dorthin knapp 370 Millionen $ erreichten. Die USA waren Sri Lankas größter Exportmarkt vor dem Vereinigten Königreich und Indien. Sojaschrot bleibt damit ein relativ kleiner Gegenstrom, doch ein Volumen von mehr als 300.000 Tonnen würde eine für Sri Lankas Futter- und Geflügelwirtschaft wichtige Lieferverbindung vertiefen.