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Später Start der spanischen Zitrussaison erhöht Kosten- und Koordinationsdruck

Spaniens Zitruskampagne 2026/2027 beginnt später als in den vergangenen Jahren. Für Navelina-Orangen wird eine höhere Erzeugung erwartet, während Schädlinge die vermarktbaren Mengen der Clemenules-Mandarinen verringern dürften.

Später Start der spanischen Zitrussaison erhöht Kosten- und Koordinationsdruck

Späterer und vorsichtigerer Saisonbeginn

Die Vermarktung spanischer Zitrusfrüchte hat laut FreshPlaza deutlich später begonnen als in der vorherigen Kampagne und im Vergleich zum Verlauf der vergangenen Jahre. In den letzten Saisons war das Marktangebot spürbar geringer, weshalb sich die Marktteilnehmer frühzeitig Ware sicherten. In diesem Jahr ist die Lage anders: Bei Navelina-Orangen wird mit mehr Produktion gerechnet, während Schädlinge die vermarktbaren Mengen der Clemenules-Mandarinen reduzieren könnten.

David Usó, Vertriebsdirektor von Frutínter, erklärte gegenüber FreshPlaza, die Gesamtmengen seien mit früheren Kampagnen vergleichbar und könnten in der ersten Saisonhälfte sogar höher ausfallen. Die intensive Einkaufstätigkeit der vergangenen Saison habe die aktuellen Abschlüsse gebremst. Die Käufer gingen vorsichtiger in die neue Kampagne.

Frutínter eröffnete die Zitruskampagne 2026/2027 mit Satsuma-Mandarinen der Sorten Clausellina und Okitsu. Sie werden vor allem als grüne Früchte in Katalonien vermarktet, wo eine etablierte Nachfrage besteht. Ein Teil wird zudem entgrünt und in anderen europäischen Märkten verkauft.

Ernteplan und unterschiedliche Ernteaussichten

Die Ernte der frühen Sorten Orogros und Oronul, die überwiegend mit Blättern verkauft werden, sollte in Kalenderwoche 40 beginnen. Auch Arrufatina sollte in dieser Woche geerntet und anschließend vier, fünf oder sieben Tage entgrünt werden, bevor Aufbereitung und Verpackung folgen. Die ersten Navelina-Orangen sind für die Kalenderwochen 41 und 42 vorgesehen und werden ebenfalls entgrünt.

Die Schätzungen deuten auf eine höhere Orangenerzeugung hin, insbesondere bei Navelina. Usó zufolge wird das zusätzliche Angebot den Anteil mittlerer Kaliber erhöhen. Auch bei frühen Mandarinen wird ein leichter Produktionsanstieg erwartet. Für Clemenules sind die Aussichten schlechter, da Schädlinge die vermarktbaren Mengen erheblich verringern könnten.

Besonders problematisch ist der Schädlingsdruck in Anbaugebieten wie Tarragona. Dort sinken sowohl der vermarktbare Ertrag als auch das Produktionspotenzial zahlreicher Bäume. Nach Angaben von Usó wirken die verfügbaren Bekämpfungsmittel häufig nur unzureichend. Die Erzeuger müssen deshalb mehrere Behandlungen nacheinander durchführen, was die Produktionskosten erhöht. Frutínter will dennoch sowohl die eigene Erzeugung als auch die Lieferungen verbundener Betriebe ausbauen.

Wettbewerb, Logistik und integrierte Abläufe

Der späte spanische Saisonbeginn überschneidet sich auf dem europäischen Markt erneut mit Zitruslieferungen aus der Südhalbkugel. Usó bezeichnete dies als langjährige Handelsrealität, an die sich die spanische Branche anpassen müsse. Importierte Orangen und Mandarinen sind weiterhin verfügbar, wenn Spaniens früheste Sorten auf den Markt kommen. Dadurch gewinnen Qualität, Vermarktungszeitpunkt und Logistik an Bedeutung.

Frutínter sieht eine engere Integration der Wertschöpfungskette als Voraussetzung für eine rentable Kampagne. Das Modell beginnt mit der wettbewerbsfähigen Produktion hochwertiger Früchte, führt über eine effiziente Aufbereitung und strenge Kostenkontrolle und endet bei der Belieferung führender Handelsketten in Spanien und im übrigen Europa. Erzeuger, Packbetriebe, Vermarkter und Kunden benötigen gemeinsame wirtschaftliche Anreize, damit jede Stufe profitabel bleibt.

Wassereffizienz und Pflanzenernährung sind weitere Bestandteile dieser Strategie. Über den gemeinsam mit der Polytechnischen Universität Valencia eingerichteten Frutínter-Lehrstuhl verbindet das Unternehmen den Erwerbsanbau mit universitärer Ausbildung und Forschung. Frutínter erklärt, weiterhin das weltweit erste Unternehmen mit der Zertifizierung „Nitrate Footprint 0“ zu sein. Die laufenden Arbeiten konzentrieren sich auf einen geringeren Wasserverbrauch und weniger Makronährstoffeinsatz, ohne Ertrag und Fruchtqualität zu beeinträchtigen.

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