Spaniens Tafelolivenexporte sinken um 9%, Ägypten und Türkei gewinnen an Boden
Spaniens Ausfuhren von Tafeloliven sanken vom 1. September bis 30. April gegenüber der Vorsaison mengenmäßig um 9% und wertmäßig um 6%. Ägypten und die Türkei gewinnen Marktanteile, während hohe Produktionskosten Spaniens preisliche Wettbewerbsfähigkeit begrenzen.
Exportmenge und Erlöse gehen zurück
Spaniens Exporte von Tafeloliven gingen zwischen dem 1. September und dem 30. April gegenüber dem entsprechenden Zeitraum der Vorsaison mengenmäßig um 9% zurück. Im Vergleich zum Durchschnitt der vier vorangegangenen Saisons betrug das Minus 17%. Das zeigen Außenhandelsdaten des spanischen Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung, die Olimerca ausgewertet hat und über die AgroNews Castilla y León berichtet.
Die Exporterlöse sanken um 6% und damit weniger stark als die physische Absatzmenge. Der Ausfuhrwert je Einheit stieg gegenüber der Vorsaison um 3% und lag 28% über dem Durchschnitt der vergangenen vier Saisons. Höhere Preise stabilisierten die Erlöse teilweise, konnten den Mengenverlust in Spaniens wichtigsten Auslandsmärkten jedoch nicht ausgleichen.
EU und USA kaufen weniger
Der Rückgang konzentrierte sich vor allem auf die Europäische Union und die Vereinigten Staaten, die beiden größten Absatzmärkte für spanische Tafeloliven. Die geringeren Käufe in beiden Zielregionen trafen in den ersten acht Monaten der untersuchten Saison das Kerngeschäft der exportorientierten Branche.
Auch die Lieferungen in den Nahen Osten nahmen ab. Die Quelle bringt den Rückgang mit der Instabilität in der Region in Verbindung. Die schwächere Nachfrage in der EU und den USA sowie geringere Lieferungen an nahöstliche Käufer begrenzten zusammen den internationalen Absatz spanischer Tafeloliven.
Ägypten und die Türkei bauen ihre Präsenz aus
Anbieter aus Ägypten und der Türkei gewinnen in Absatzmärkten an Bedeutung, die traditionell von Spanien beliefert wurden. Spanische Unternehmen konkurrieren dort mit Produzenten, deren Kostenstrukturen bei Arbeit, Nachhaltigkeit und Lebensmittelsicherheit deutlich anders ausfallen. Einige konkurrierende Herkunftsländer können dadurch niedrigere Preise anbieten.
Die spanische Tafelolivenindustrie trägt seit vier Saisons in Folge höhere Produktionskosten als mehrere wichtige Wettbewerber. Die Unternehmen müssen vergleichsweise hohe Anforderungen an Arbeitsbedingungen, Umwelt und Lebensmittelsicherheit erfüllen. Diese Vorgaben verteuern das Endprodukt und schränken die Fähigkeit ein, preislich mit Anbietern aus Ägypten und der Türkei mitzuhalten.
Höhere Stückwerte bieten nur begrenzten Schutz
Der Anstieg des Exportwerts je Einheit um 3% gegenüber der Vorsaison zeigt, dass die Unternehmen einen Teil ihrer aufgelaufenen Kosten weitergeben. Der gleichzeitige Rückgang des gesamten Ausfuhrwerts um 6% belegt jedoch, dass dies das mengenmäßige Minus von 9% nicht vollständig auffangen konnte.
Für spanische Verarbeiter und Exporteure geht es daher nicht nur um geringere Liefermengen, sondern auch um eine wachsende Wettbewerbslücke in Märkten, in denen Käufer den Ursprung wechseln können. Bleiben die Preisunterschiede bestehen, könnten Ägypten und die Türkei zusätzliche Aufträge in etablierten spanischen Absatzmärkten gewinnen. Spanische Anbieter müssen ihre Position dagegen unter höheren betrieblichen Anforderungen und bei geringeren Gesamtmengen verteidigen.