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Spaniens Pharmadefizit verdreifacht sich auf 4,439 Milliarden Euro

Spaniens Handelsdefizit bei Pharmaprodukten stieg von 995 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 4,439 Milliarden Euro im Jahr 2024 und erreichte damit ein Zehnjahreshoch. Einfuhren von 23,046 Milliarden Euro standen Ausfuhren von 18,607 Milliarden Euro gegenüber.

Spaniens Pharmadefizit verdreifacht sich auf 4,439 Milliarden Euro

Importe übersteigen Exporte um 4,439 Milliarden Euro

Spaniens Handelsdefizit bei Pharmaprodukten hat sich 2024 mehr als verdreifacht. Damit nimmt die Abhängigkeit des Landes von importierten Arzneimitteln weiter zu. Nach Daten des europäischen Branchenverbands EFPIA, über die El Español berichtete, wuchs das Defizit von 995 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 4,439 Milliarden Euro im Jahr 2024.

Die Arzneimittelimporte erreichten 2024 einen Wert von 23,046 Milliarden Euro, während die Exporte bei 18,607 Milliarden Euro lagen. Die Differenz war Spaniens höchstes Pharmadefizit seit zehn Jahren und der zweitgrößte Negativsaldo unter den erfassten europäischen Ländern.

Nur Polen verzeichnete mit 6,584 Milliarden Euro ein größeres Defizit. Auf Spanien folgten Rumänien mit 4,247 Milliarden Euro, die Türkei mit 3,262 Milliarden Euro, die Ukraine mit 2,668 Milliarden Euro, Norwegen mit 1,816 Milliarden Euro und Griechenland mit 1,308 Milliarden Euro. Die Zahlen zeigen erhebliche Unterschiede zwischen Europas großen Produktionsstandorten und Märkten, die stärker auf ausländische Lieferungen angewiesen sind.

Innovative Arzneimittel erhöhen die Auslandsabhängigkeit

Spaniens Importbedarf umfasst innovative Arzneimittel, biologische Therapien, Krebsmedikamente und pharmazeutische Wirkstoffe. Diese Abhängigkeit macht inländische Abnehmer und das Gesundheitssystem anfälliger für geopolitische Störungen und handelspolitische Änderungen, vor allem wenn Produkte oder wichtige Vorleistungen aus wenigen Auslandsmärkten stammen.

El Español warnte zudem, dass die Spannungen im Nahen Osten und im Zusammenhang mit der Ukraine Spaniens Pharmabilanz weiter belasten könnten. Die Publikation berichtete, Donald Trump habe ab 2028 Zölle von 200% auf Generika angekündigt. Solche Barrieren könnten auch europäische und spanische Werke treffen, die erhebliche Mengen an Wirkstoffen und Generika in die USA exportieren, obwohl Indien die wichtigste Herkunftsquelle für Generika bleibt.

Europa investiert mehr und verliert Innovationsanteile

Die Verschlechterung der spanischen Bilanz fällt in eine Phase weiteren Wachstums der europäischen Pharmaindustrie. Laut EFPIA investierte die Branche 2025 insgesamt 60 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung, 6,4% mehr als im Vorjahr. Die europäische Arzneimittelproduktion erreichte einen Wert von 505 Milliarden Euro, die Exporte 815 Milliarden Euro. Das entsprach Zuwächsen von 9% beziehungsweise 10,7%. Rund 955.000 Menschen waren direkt beschäftigt, davon 125.000 in Forschung und Entwicklung.

Europas Position in der weltweiten Pharmaforschung hat sich dennoch abgeschwächt. Von 104 neuen Wirkstoffen, die 2025 weltweit eingeführt wurden, kamen 46 von Unternehmen mit Sitz in China oder Hongkong, 28 von US-Unternehmen und nur 16 von europäischen Unternehmen. Japan stellte fünf und andere Länder neun. Anfang der 1990er-Jahre entstanden 37% der neuen Arzneimittel in Europa, gegenüber 25,6% in den USA.

Auch der Markt hat sich nach Nordamerika verlagert. Die USA und Kanada vereinten 2025 insgesamt 54,7% des weltweiten Pharmaumsatzes auf sich, Europa 23,7%. Bei den zwischen 2020 und 2024 eingeführten Medikamenten entfielen 74,1% der Verkäufe auf die USA. Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und das Vereinigte Königreich kamen zusammen auf 15,6%. Entscheidungen der EU zu Pharmarecht, Biotechnologie, geistigem Eigentum und Patientenzugang werden deshalb mitbestimmen, ob Spanien und die europäische Industrie Investitionen anziehen, die Produktion stärken und Lieferabhängigkeiten verringern können.

Vollständige Marktanalyse

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