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Spaniens Olivenölimporte aus Marokko steigen im ersten Halbjahr auf das 68-Fache

Spanien importierte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 18.797,9 Tonnen Olivenöl aus Marokko, nach 276,5 Tonnen im Vorjahr. Der Warenwert stieg um etwa 9.000 %, doch Marokko stellte lediglich 13,6 % der gesamten spanischen Olivenölimporte.

Spaniens Olivenölimporte aus Marokko steigen im ersten Halbjahr auf das 68-Fache

Importmenge steigt von niedriger Ausgangsbasis

Spanische Unternehmen importierten zwischen Januar und Juni 2026 insgesamt 18.797,9 Tonnen Olivenöl aus Marokko, verglichen mit 276,5 Tonnen im ersten Halbjahr 2025. Das berichtete Newtral unter Berufung auf Daten des spanischen Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Unternehmen. Der Zuwachs betrug 6.798 %, womit sich die physische Menge gegenüber dem Vorjahr ungefähr auf das 68-Fache erhöhte.

Der vielfach gemeldete Anstieg um etwa 9.000 % bezieht sich nicht auf die Warenmenge, sondern auf deren Wert. Spaniens Ausgaben für marokkanisches Olivenöl erreichten in den ersten sechs Monaten 2026 insgesamt 57,98 Millionen Euro, nach 641.071 Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Importrechnung erhöhte sich damit ungefähr auf das 90-Fache.

Der Vergleich beginnt auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau. Die 276,5 Tonnen aus dem ersten Halbjahr 2025 stellten nur einen Bruchteil der Käufe im Folgejahr dar, wodurch der prozentuale Anstieg besonders groß ausfällt. Die Menge von 2026 ist in absoluten Zahlen dennoch erheblich und ließ Marokko in Spaniens Lieferantenrangliste an Italien, Ägypten und Griechenland vorbeiziehen.

Durchschnittspreis steigt auf 3,08 Euro je Kilogramm

Mit der größeren Importmenge stieg auch der durchschnittliche Einfuhrpreis. Spanische Käufer zahlten laut Newtral im ersten Halbjahr 2025 durchschnittlich 2,32 Euro je Kilogramm für marokkanisches Olivenöl, verglichen mit 3,08 Euro je Kilogramm im gleichen Zeitraum 2026. Die Kombination aus einer 68-fachen Menge und dem höheren Stückpreis erklärt, warum der Warenwert stärker als die Tonnage zunahm.

Trotz des rasanten Wachstums entfielen in diesem Zeitraum lediglich 13,6 % der gesamten spanischen Olivenölimporte auf marokkanische Ware. Dieser Anteil liefert wichtigen Kontext für Behauptungen, marokkanisches Öl überschwemme den spanischen Markt: Marokko wurde zu einer bedeutenden Bezugsquelle, stellte aber nicht die Mehrheit der Auslandskäufe.

Tunesien und Portugal blieben die beiden wichtigsten Herkunftsländer für die Olivenölimporte der spanischen Branche, während Marokko im Verlauf des jüngsten Jahres auf Platz drei vorrückte. Spanische Käufer verlagerten damit einen größeren Teil ihrer Beschaffung nach Marokko. Die verfügbaren Zahlen zeigen jedoch nicht, ob diese Lieferantenverteilung über das erste Halbjahr 2026 hinaus bestehen bleibt.

Importe stützen Inlandsversorgung und Exportgeschäft

Rafael Pico vom spanischen Verband der Olivenölindustrie und des Exporthandels ASOLIVA sagte Newtral, dass sich die Verteilung der Einkäufe auf einzelne Länder im Zeitverlauf verändere. Spanien müsse zudem Öl aus anderen Ländern importieren, um auf internationalen Märkten präsent zu bleiben und zugleich den heimischen Verbrauch zu bedienen.

Spaniens gesamte Handelsbilanz für Olivenöl blieb 2025 deutlich positiv. Das Land erzielte nach den von Newtral angeführten Zahlen Exporterlöse von 4,8385 Milliarden Euro und gab 735,1 Millionen Euro für Importe aus. Die Ausfuhrerlöse lagen damit mehr als sechsmal so hoch wie die Kosten der ausländischen Lieferungen.

Der Anstieg der marokkanischen Lieferungen ist daher vor dem Hintergrund von Spaniens Doppelrolle als großes Erzeuger- und Exportland sowie als Importeur zu betrachten. Für Verarbeiter, Abfüller und Exporteure kann ausländisches Öl das verfügbare Angebot ergänzen und die Erfüllung von Lieferverpflichtungen erleichtern. Die Halbjahresdaten zeigen eine deutliche Veränderung der Beschaffung, doch die Schlagzeile von 9.000 % erklärt sich vor allem durch den niedrigen Ausgangswert, den sprunghaften Mengenanstieg und den höheren Durchschnittspreis je Kilogramm.

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