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Spaniens Kosmetikindustrie wächst in fünf Jahren um 44,3 % auf 1,03 % des BIP

Spaniens Kosmetik- und Körperpflegeindustrie ist binnen fünf Jahren um 44,3 % gewachsen und steht nun für 1,03 % des BIP. Parfümexporte, Forschungsausgaben und der höhere Sonnenschutzkonsum schaffen Chancen, während Make-up und Photoprotektion stark umkämpft sind.

Spaniens Kosmetikindustrie wächst in fünf Jahren um 44,3 % auf 1,03 % des BIP

Eine schnell wachsende Branche mit globaler Reichweite

Spaniens Kosmetik- und Körperpflegeindustrie ist in den vergangenen fünf Jahren um 44,3 % gewachsen und trägt inzwischen 1,03 % zum Bruttoinlandsprodukt des Landes bei. Das berichtet El País unter Berufung auf den Jahresbericht des Branchenverbands Stanpa. Der nationale Verband für Parfümerie und Kosmetik vertritt 90 % der Unternehmen des Sektors.

Die Branche umfasst Haut- und Haarpflege, Hygiene, Photoprotektion, Parfüm und Make-up. Besonders stark ist ihre internationale Stellung bei Düften: Spanien ist nach Frankreich der zweitgrößte Parfümexporteur der Welt. Auch einzelne Unternehmen verfügen über weitreichende Auslandsnetze. Der Hersteller dermatologischer Produkte Cantabria Labs verkauft inzwischen in 100 Ländern.

Forschungsausgaben treiben die Produktentwicklung

Wirksamkeit und kontinuierliche Innovation gewinnen an Bedeutung, weil wechselnde Trends und anspruchsvollere Verbraucher den Wettbewerbsdruck erhöhen. Kosmetikunternehmen investierten 2025 durchschnittlich 3,4 % ihres Umsatzes in Forschung, Entwicklung und Innovation, berichtet El País. Nach Daten des nationalen Statistikinstituts lag der Durchschnitt der spanischen Wirtschaft bei 0,9 %.

Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten von Labor und Markt bleiben eine zentrale Herausforderung. Neue Formeln brauchen Zeit, während der Handel regelmäßig Neuheiten verlangt und Marken sowohl im Geschäft als auch online um Aufmerksamkeit konkurrieren. Verpackungen erfüllen dabei eine kommerzielle und technische Aufgabe: Sie müssen auffallen, intuitiv nutzbar sein und die Rezeptur schützen. Das digital gegründete Kosmetikentwicklungslabor LICO Cosmetics aus Sevilla startete mit 15.000 Euro. Damit entwickelte und produzierte es kleine Chargen seiner ersten beiden Produkte; inzwischen umfasst das Sortiment 42 Artikel.

Hautpflege lockt neue Anbieter in einen umkämpften Markt

Hautpflege gehört zu den wachsenden Segmenten, da Kosmetik eine breitere Verbraucherschicht erreicht. Besonders deutlich zeigt sich das beim Sonnenschutz. Der Konsum von Sonnenschutzprodukten in Spanien stieg zwischen 2020 und 2025 um 55 %, wie eine Verbraucherstudie von Stanpa und dem Marktforschungsunternehmen Kantar ergab. Cantabria-Labs-Präsident Juan Matji bezeichnet Photoprotektion dennoch als das derzeit aggressivste Wettbewerbsfeld, sieht aber weiterhin Raum für Innovation.

In anderen Kategorien unterscheiden sich die Aussichten. Estefanía Ferrer, Gründerin von LICO Cosmetics, hält das preisgünstige Make-up-Segment nach seinem starken Wachstum im vergangenen Jahrzehnt für gesättigt. Ferrer und Matji warnen neue Unternehmen davor, zugleich in Gesichtspflege, Haarpflege, Hygiene, Photoprotektion und Parfüm einzusteigen. Kaufzyklen, Vertriebskanäle und Wettbewerbsintensität seien jeweils verschieden.

Digitale Reichweite garantiert keinen Absatz

Soziale Medien verschaffen neuen Marken mit relativ geringen Mitteln Sichtbarkeit, doch die Umwandlung von Followern in Kunden bleibt schwierig. Eine Community auf Instagram oder TikTok ergibt Ferrer zufolge noch kein tragfähiges Geschäft. Matji setzt stärker auf direkte Vertriebsarbeit: Entscheider ermitteln, potenzielle Kunden anrufen und persönliche Termine vereinbaren.

Für Hersteller und Investoren bieten Branchenwachstum und Exportstärke ein attraktives Umfeld, doch die Eintrittshürden sind erheblich. Junge Anbieter benötigen Kapital für Forschung, Kleinserien und geeignete Verpackungen, noch bevor die Nachfrage belegt ist. Danach müssen sie sich auf eine Kategorie konzentrieren und digitale Werbung mit wirksamen Vertriebskanälen verbinden. Die steigende Hautpflegenachfrage in Spanien eröffnet spezialisierten Produkten Chancen. In den überfüllten Make-up- und Sonnenschutzmärkten dürfte Bekanntheit ohne nachweisbare Wirksamkeit jedoch kaum dauerhafte Verkäufe bringen.

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